Der Weltvernetzer besucht die Obwaldner Kantonsschüler

Alexander von Humboldt hinterlässt bis heute seine Spuren. Eine Wanderausstellung bietet Kantischülern die Gelegenheit, sich ihm auf ganz besondere Weise zu nähern.

Matthias Piazza
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Mara Csomor, Sarina Burch und Rodas Tewelde (von links) brüten über die Fragen, die sich um Alexander von Humboldt drehen.

Mara Csomor, Sarina Burch und Rodas Tewelde (von links) brüten über die Fragen, die sich um Alexander von Humboldt drehen.

Bild: Matthias Piazza (Sarnen, 9. März 2020)

Wozu wird ein Sextant eingesetzt? Nach kurzem Beraten sind sich die drei Schülerinnen Mara Csomor, Sarina Burch und Rodas Tewelde einig. Die Antwort «B» ist korrekt: zur Navigation auf hoher See. Das wissen sie spätestens seit diesem Nachmittag. Die dritte Gymnasialklasse ist in die Welt von Alexander von Humboldt eingetaucht. Eine gute Stunde lang folgt sie den Spuren des deutschen Forschers und Weltreisenden, der vor 250 Jahren auf die Welt gekommen ist.

Ausgerüstet mit einer Weltkarte aus dem Jahre 1804, navigieren sie sich durch die Ausstellung, die in der Eingangshalle der Kantonsschule Obwalden in Sarnen diese Woche eingerichtet ist, bekommen Einblick in sein Leben, erfahren etwa, dass er unter schwierigsten Bedingungen Vulkane in Südamerika bestieg, um Erkenntnisse über die Vegetation in verschiedenen Höhen zu erlangen. Humboldt erfand Atemmasken für Bergarbeiter und war manchmal auch seiner Zeit voraus. So entdeckte er, dass der Valenciasee in Venezuela auszutrocknen droht, wenn der Wald am Seeufer abgeholzt wird. Auch eine Pinguinart ist nach ihm benannt.

Nur schnell in den unteren Stock statt ins Museum

Die Annäherung an Alexander von Humboldt auf diese spielerische, interaktive Art ist bei den drei Schülerinnen angekommen. Mara Csomor spricht von einer «mega guten» Idee:

«Statt ein Museum zu besuchen, müssen wir nur schnell in den unteren Stock gehen.»

Beeindruckt zeigt sich Sarina Burch von der grossen Schaffenskraft Humboldts. Ausstellungsleiterin Bernadette Baumgartner vom Verein «Wissenschaft für alle» will mit der Wanderausstellung «Humboldt – der Weltvernetzer» den bekannten Wissenschaftler, Forscher und Universalgelehrten aus Anlass seines 250. Geburtstages wieder ins Gedächtnis rufen. «Alexander von Humboldt als Vertreter der Aufklärung verabschiedete sich vom Denken der damaligen Zeit, wollte selber herausfinden, wie die Welt funktioniert, schaffte die Grundlage für spätere Forschungen», meint sie.

Mit der öffentlichen Wanderausstellung sollen die Kantischüler ein Grundwissen über Alexander von Humboldt erhalten, das ihnen an der Uni zugutekomme, aber auch andere Interessierte sollen so einen niederschwelligen Zugang zum Thema finden. «Wir haben darum bewusst Schulen ausgewählt und nicht Museen, wo man Eintritt zahlen müsste», erklärt Bernadette Baumgartner.

Zu Gast war Humboldt schon in Frauenfeld, Schaffhausen, Schwyz und Aarau. Nach Sarnen stehen noch Muttenz, St. Gallen, Trogen und Zug auf dem Programm, meistens findet die Ausstellung in Kantonsschulen statt. Bernadette Baumgartner zieht eine positive Zwischenbilanz: «Die Schüler sind sehr interessiert, einige waren davon so fasziniert, dass sie die Ausstellung nochmals besuchten – zusammen mit ihren Eltern.»  

Die Ausstellung in der Kantonsschule Obwalden (Rütistrasse 5, Sarnen) ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen finden am Mittwoch, 11. März, um 14 Uhr, und am Donnerstag, 12. März, um 16 Uhr statt. Internet: www.weltvernetzer.ch