Der Wiesenberger Hit-Jodler Käslin bangt um sein Heimetli

Der Stall der Ennetmooser Familie Käslin ist stark einsturzgefährdet. Allein kann sie die Finanzierung eines Neubaus nicht stemmen.

Florian Pfister
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Familie Käslin mit Elin (2), Jael (5), Kira (7), Sina (8), Beno (10), Lara (12), Martina (37), Andreas (40).

Familie Käslin mit Elin (2), Jael (5), Kira (7), Sina (8), Beno (10), Lara (12), Martina (37), Andreas (40).

Bild: PD

«Ein idyllisch gelegener Hof im Kanton Nidwalden am Fusse des Stanserhorns», so beschreibt der Bergbauer Andreas Käslin sein Heimetli. Doch die über 200-jährige Stallung in Ennetmoos ist stark einsturzgefährdet, es braucht einen Neubau. Um das finanziell stemmen zu können, hat die Familie einen Spendenaufruf gestartet.

Die Zeit drängt. Ohne fremde Hilfe ist die Rettung des Heimetli nicht möglich. «Ich habe alle nur erdenklichen Anstrengungen unternommen, um eine Finanzierung zu ermöglichen», sagt Käslin. «Ich musste aber feststellen, dass dies ohne Unterstützung nicht geht.» Und ohne neue Stallung stehe der Hof vor dem Aus. «Trotz Nebenerwerb sind wir auf Hilfe angewiesen. So haben wir uns für ein Crowdfunding entschieden.»

Grosse Anzahl an Unterstützern

Die Familie betreibt Milchwirtschaft zur Aufzucht von Mastkälbern. «Unsere Berglandschaft zu hegen und zu pflegen, ist eine Herzensangelegenheit», sagt Andreas Käslin. «Von Juni bis Ende September ziehen wir mit unserem Vieh auf die eigene Alp Dossen, wo wir auch an uns anvertraute Rinder betreuen.» Seit Februar kann man das Crowdfunding-Projekt online unterstützen. Über 340 Personen sind dem Aufruf bereits gefolgt, was Martina Käslin sehr freut. «Anfangs hatten wir Zweifel, ob das Crowdfunding überhaupt erfolgreich sein würde. Jetzt sind wir aber optimistisch, dass wir unser Ziel erreichen können.» Die Restfinanzierung werde durch Bankhypotheken und Darlehen gestemmt. Mit ihrer grossen Kinderschar führen sie den Betrieb in dritter Generation. «Seit Jahren investiere ich täglich viel Kraft und Herzblut, um ihn am Leben zu halten, ihn zu erneuern, ihn für die Zukunft zu sichern», sagt Andreas Käslin. 2014 hatte er den Hof von seinen Eltern übernommen und das Wohnhaus saniert.

Andreas Käslin ist alles andere als ein unbekanntes Gesicht. Als Solist des Jodlerklubs Wiesenberg sang er vor über 10 Jahren mit Francine Jordi «Das Feyr vo dr Sehnsucht» – wochenlang Platz 1 der Schweizer Hitparade. Noch immer ist für ihn der Jodelgesang ein Ausgleich zur harten täglichen Arbeit. «Dies verleiht mir zusätzliche Kraft, um all die nicht leichten Hürden des Alltags zu meistern.»

Bis im Herbst soll der neue Stall stehen

Für das Crowdfunding wurde ein Video aufgenommen, welches ihre Situation näher erklärt und den Zuschauern einen Einblick in das Alltagsleben dieser Familie gewährt. Durch Whatsapp und Facebook wurde dieser Aufruf schweizweit gestreut und erreichte in kurzer Zeit viele Leute.

Die Fertigstellung der Stallung ist auf Oktober geplant, um mit dem von der Alp zurückkehrenden Vieh direkt in den neuen Stall einziehen zu können. «Die vielen positiven Rückmeldungen stärken uns im Glauben, dass unser Projekt gelingen wird», freut sich Martina Käslin. «Besonderen Dank gilt all jenen, die uns bereits unterstützt haben oder noch werden.»

Wer das Projekt finanziell unterstützen will: funders.ch/heimetli