Detailhandelsfachfrau und Zimmermann sind beliebter geworden

Kaufmann und Fachfrau Gesundheit führen nach wie vor die Hitliste der beliebtesten Lehrberufe in Nid- und Obwalden an. Doch es gibt auch grosse Schwankungen.

Matthias Piazza
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Der Detailhandel hat an Beliebtheit zugenommen.

Der Detailhandel hat an Beliebtheit zugenommen.

Symbolbild: Gaetan Bally / KEYSTONE

Der Lehrberuf des Zimmermanns hat in Obwalden an Bedeutung gewonnen. Darauf lässt die Lehrlings-Statistik des Obwaldner Amts für Berufsbildung schliessen. Dort rangiert der Zimmermann mit 15 frisch abgeschlossenen Verträgen auf Platz fünf der beliebtesten Lehrberufe. 2018 landete er mit 9 neuen Lehrlingen auf dem 12. Platz. Und die Detailhandelsfachfrau ist von Platz 17 auf Platz 6 gerutscht. Eine Verschiebung gibt's auch beim Schreiner. Belegte er mit 14 neu abgeschlossenen Lehrverträgen 2018 den dritten Platz, war er im vergangenen Jahr mit 9 Lehrverträgen auf Position 11.

Urs Burch, Leiter Amt für Berufsbildung Obwalden, warnt jedoch davor, die Zahlen überzuinterpretieren. «In unserem kleinen Kanton machen beispielsweise drei Lehrverträge mehr als im Vorjahr viel aus.» Zudem beobachte er noch ein anderes Phänomen. «In einigen Berufen stellen Betriebe im Zwei- oder Dreijahresrhythmus Lehrlinge ein. Nun kann es sein, dass dies bei mehreren Betrieben der Fall ist, was unweigerlich zu einem markanten Anstieg oder Rückgang an neuen Lehrverhältnissen in einem Beruf führen kann.»    

60 Prozent machen in Obwalden eine Lehre

Seit 2004 führt das Amt für Berufsbildung diese Lehrlings-Statistik. «So hatten wir in Zeiten eines drohenden Lehrstellenmangels den Überblick und konnten das Lehrstellenmarketing intensivieren», sagt Urs Burch. In der aktuellen Situation mit geburtenschwachen Jahrgängen, wo fast jeder vierte Schulabgänger fehlt, habe diese Statistik an Bedeutung verloren. «Wir können ja auf die demografische Entwicklung nicht einwirken.» Glücklicherweise sei die Talsohle der geburtenschwachen Jahrgänge nun erreicht. Für die nächsten Jahre rechnet Urs Burch wieder mit mehr Schulabgängern. Wie auch in den vergangenen Jahren liegt der Anteil der Schulabgänger, welche eine Berufslehre ergreifen, bei etwa 60 Prozent. 25 Prozent besuchen die Kantonsschule, der Rest geht einer Zwischenlösung nach. 

In Nidwalden bleibt wie in Obwalden Kaufmann/Kauffrau der beliebteste Lehrberuf, gefolgt von der Detailhandelsfachfrau. An Beliebtheit eingebüsst hat in Nidwalden der Beruf des Kochs. Ergriffen 2018 noch 19 Nidwaldner Schulabgänger diesen Lehrberuf, waren es im vergangenen Jahr nur noch deren 5. Dafür hat der Beruf des Elektroinstallateurs zugelegt, mit 12 abgeschlossenen Lehrverträgen; das sind eineinhalb Mal so viel wie im Jahr zuvor.

Nidwalden: Anteil der Gymnasiasten bleibt stabil

Keine Erklärung für die schwankende Beliebtheit der Berufe hat Pius Felder, Leiter des Amts für Berufsbildung und Mittelschule Nidwalden. «Generell lässt sich sagen, dass die Schwankungen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Warum, kann ich nicht sagen.» In Nidwalden beschreiten rund 20 Prozent den gymnasialen Weg.  Dieser Wert ist gemäss Pius Felder seit Jahren stabil.