Diakon Rotzer leistet Seelsorge im Militär

Die Pfarrei Ennetbürgen muss momentan ohne ihren Gemeindeleiter auskommen. Denn dieser betreut aktuell Soldaten im Militärdienst.

Irene Infanger
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Elmar Rotzer steht für die Armee im Einsatz.

Elmar Rotzer steht für die Armee im Einsatz.

Bild: PD

Gerade in Krisenzeiten suchen viele Zuflucht im Glauben. Allerdings muss die Pfarrei Ennetbürgen zurzeit ohne ihren Gemeindeleiter auskommen. Diakon Elmar Rotzer ist zurzeit im Dienst fürs Vaterland. Er wird aufgrund der ausserordentlichen Lage als Armeeseelsorger gebraucht – und dies für unbestimmte Zeit. «Mein Marschbefehl dauert noch bis Ende Juni. Kann sein, dass mein Dienst früher vorüber ist, aber ich rechne nicht damit», erklärt Elmar Rotzer in einem Telefongespräch. Der Ennetbürger Diakon lässt sich auf die Situation ein. «Als Armeeseelsorger kann ich einen Beitrag leisten für das Land, aber vor allem für die Armeeangehörigen. Das ist eine gute Sache», meint Rotzer.

Ausserordentliche Lage fordert auch Soldaten

Als Armeeseelsorger sei die wichtigste Aufgabe, ein offenes Ohr zu haben. «Für die Soldaten und Kader da sein und zuhören, ihre Bedürfnisse wahrnehmen, sie zu ermutigen und mit ihnen zusammen eine Lösung zu suchen, das ist das, was wir tun können», beschreibt Rotzer seine Tätigkeit. Dabei arbeiten die Armeeseelsorger eng mit dem Sozialdienst und dem Psychologisch-Pädagogischen Dienst der Armee zusammen. «Am meisten beschäftigt die Armeeangehörigen, dass sie momentan längere Zeit nicht nach Hause können», sagt Rotzer und nennt als Beispiel einen Soldaten, der kürzlich Vater geworden sei und sein Kind besuchen möchte.

Und auch die mittleren Kader sind stark gefordert, weil sie über die Wochenenden hinaus Befehle umsetzen und für die Truppe besorgt sein müssen. «Die Situation jedes Einzelnen ist anders», fasst Rotzer zusammen. Und so vielfältig die Sorgen sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen dahinter: «Ob Christen, Andersgläubige oder Atheisten: Wichtig ist, zu jedem eine Beziehung aufzubauen. Eine schwierige, aber auch schöne Aufgabe», so der Ennetbürger Diakon.

Währenddessen geht das Leben in der Pfarrei Ennetbürgen weiter, wenn auch anders. Die Aktivitäten sind eingeschränkt, Gottesdienste finden keine statt. Im Hintergrund läuft dennoch einiges, allen voran bei Moni Amstutz. Als Stellvertreterin von Rotzer trägt sie nun die Verantwortung, ist rund um die Uhr für die Pfarreimitglieder da und führt sogar Bestattungen durch. Das sei eine ganz neue Aufgabe für sie, denn sonst zeige sich Elmar Rotzer dafür verantwortlich. «Mir kommt jedoch entgegen, dass die Bestattungen aktuell nur im kleinen Rahmen stattfinden und ich viele Betroffene kenne», erklärt Moni Amstutz.

«Jetzt wird klar, was er täglich leistet»

Auf Wunsch bringt sie den Menschen auch die Krankenkommunion vorbei, erstellt für die Altersheimbewohner Andachten über Video und hat stets ein offenes Ohr. Unterstützt wird sie dabei vom Seelsorgeteam, bestehend aus den drei Sakristanen und den beiden Pfarreisekretärinnen, aber auch vom Kirchenrat und ausserdem der stellvertretenden Verantwortlichen für Katechese. «Und in der Not können wir Elmar Rotzer jederzeit anrufen, er ist ja nicht ganz weg», sagt Moni Amstutz schmunzelnd. Dennoch ist sie froh, wenn sich die Lage langsam wieder normalisiert. «Die Verantwortung ist enorm. Jetzt wird mir richtig klar, was Elmar Rotzer täglich leistet.»