Die Bergung des bei Beckenried in den See gekippten Krans könnte Wochen dauern 

Am Mittwochmorgen ist in Beckenried ein Pneukran in den Vierwaldstättersee gekippt und gesunken. Es laufen weiterhin Flüssigkeiten aus, die Feuerwehr hat eine Ölsperre errichtet.  

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(rem/fhe)

Passiert ist der Unfall am Mittwochmorgen gegen 9.35 Uhr an der Rütenenstrasse in Beckenried. Ein Pneukran, der sich auf einem Nauem befand und eine Trafostation vom Land aufs Schiff verladen wollte, kippte aus bisher ungeklärten Gründen und sank in den Vierwaldstättersee. Die Unfallstelle hier rechts im Bild:

 

Bild: Kantonspolizei Nidwalden (Beckenried, 15. Januar 2020)

Der Führer des Pneukrans konnte sich rechtzeitig aus der Kabine auf den Nauen retten. Drei weitere Personen, die beim Verladen der Trafostation behilflich waren, brachten sich mit einem Sprung in den Vierwaldstättersee in Sicherheit und konnten selbständig ans Ufer schwimmen. Alle beteiligten Personen blieben unverletzt. Sie hätten grosses Glück gehabt, heisst es auf Anfrage bei der Kantonspolizei Nidwalden. Die Trafostation hätte auf die Naue verladen werden sollen, um sie anschliessend zum Kiesbagger bei der Risleten zu transportieren.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei befinden sich der Pneukran und die Trafostation in rund 30 Metern Tiefe im Wasser. Es seien geringe Mengen an Flüssigkeiten des Pneukrans im Uferbereich ausgelaufen, teilt die Kantonspolizei Nidwalden mit. Die Stützpunktfeuerwehr Stans sowie die Ortsfeuerwehren Beckenried und Stansstad errichteten eine Ölsperre. Die Menge der auslaufenden Flüssigkeiten werde überwacht, damit wenn nötig weitere Massnahmen ergriffen werden könnten, so die Polizei.

Die Wabag Kies AG ist froh, kam es nur zu Sachschaden

Spezialisten des Amts für Umwelt des Kantons Nidwalden, der Wasserpolizei Luzern und weitere Bergungskräfte sind gemeinsam mit der Kantonspolizei Nidwalden vor Ort und klären nun ab, wie der 60 Tonnen schwere Kran aus dem Wasser geborgen werden kann. Dies könnte Tage oder gar Wochen dauern, teilt die Polizei mit. 

Die Unfallursache ist Gegenstand laufender Ermittlungen. Der Kran sei nicht gebrochen, aber es sei unklar, ob er abgerutscht oder gekippt sei und wie es dazu gekommen sei. Menschliches Versagen könne nicht ausgeschlossen werden. Mit externen Spezialisten werde nun abgeklärt, wie solche Kräne gesichert werden müssen. 

Die Schadenhöhe kann noch nicht beziffert werden, belaufe sich aber mindestens auf einen fünfstelligen Betrag. 

Der Vorfall hat sich auf dem Areal der Wabag Kies AG zugetragen. Der betroffene Nauen gehöre der Wabag , der Kran einer Drittfirma, teilt die Firma auf Anfrage mit. Auch die Mitarbeiter vor Ort hätten verschiedenen Firmen angehört. «Wir sind froh, dass es nur Sachschaden und keine Verletzten gab», meint eine Sprecherin der Wabag. Zu Unfallursache und Schadenshöhe könne man im Moment noch nichts sagen. 

Die Unfallstelle in Beckenried: