Die CVP peilt die Mehrheit im Ennetbürger Gemeinderat an

Drei Kandidaten kämpfen um die zwei frei werdenden Sitze im Ennetbürger Gemeinderat. Wie die Wahl auch ausfällt: Die SVP wird nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein.

Matthias Piazza
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In Ennetbürgen werden am 5. April die Gemeinderäte neu bestellt.

In Ennetbürgen werden am 5. April die Gemeinderäte neu bestellt. 

Bild: Nidwaldner Zeitung (7. Januar 2020)

Katja Durrer (CVP), Daniela Lüthi (FDP) und Andreas Zimmermann (parteilos): Diese drei wollen in den Ennetbürger Gemeinderat. Zu vergeben sind aber nur zwei Sitze, weshalb es am 5. April nebst Stans auch in Ennetbürgen zu Kampfwahlen kommt. Nötig wird die Wahl, weil Catherine Zimmermann (SVP) und Vizepräsident Peter von Flüe (FDP) vorzeitig zurücktreten. Beide sind seit 2014 im Amt, Letzterer ebenfalls seit 2014 Vizepräsident. Ihre Amtszeit hätte erst in zwei Jahren geendet. Mit dem Rücktritt Zimmermanns wird die SVP, mindestens bis zu den nächsten Teilerneuerungswahlen in zwei Jahren, nicht mehr im Gemeinderat vertreten sein.

«Es reizt mich, mich für eine weiterhin attraktive Gemeinde einzusetzen», begründet Daniela Lüthi ihre Kandidatur. Ihr Anliegen ist es auch, den niedrigen Frauenanteil in den Nidwaldner Gemeinderäten zu erhöhen und stille Wahlen zu verhindern. Die 54-jährige selbständige Finanzfachfrau und Mutter dreier Kinder würde das Finanzressort bevorzugen. Die Chancen, dieses zu bekommen, stehen nicht schlecht: Mit dem Rücktritt von Flües wird dieses Ressort, zu dem auch die Volkswirtschaft, der Tourismus und der öffentliche Verkehr gehören, frei.

Sachthemen statt Parteiinteressen

Andreas Zimmermann kandidiert als Parteiloser. «Gemeinderat ist Aufgabe, Verantwortung und Arbeit für das Wohl meiner Heimatgemeinde, da geht es um Sachthemen und nicht um Parteiinteressen», begründet der 39-jährige Vater zweier Kinder im Alter von drei und sieben Jahren, warum ein Parteibeitritt nie ein Thema war. Nach der kaufmännischen sowie militärischen Ausbildung leistete er im Kosovo Dienst für die Swisscoy und arbeitet nun seit 15 Jahren bei der Kantonspolizei Nidwalden. Die letzten 7 Jahre war er bei der Kriminalpolizei unter anderem für die Gemeinde Ennetbürgen zuständig und hatte die Brandermittlung unter sich.

Sollte Katja Durrer das Rennen machen, würde die CVP vier der sieben Gemeinderäte stellen. Um Parteipolitik gehe es ihr aber nicht nur, betont die 37-jährige Familienfrau und Mutter zweier schulpflichtiger Kinder. «Ich will meiner Gemeinde, in der ich eine wunderbare und behütete Kindheit verbringen durfte und wo auch meine Kinder aufwachsen dürfen, etwas zurückgeben», sagt die ehemalige Präsidentin der Musikgesellschaft Ennetbürgen, die mit ihrem Mann die Auto Bucher in Buochs führt.

Der neue Gemeindepräsident heisst Viktor Eiholzer 

Peter Truttmann (CVP), seit 2012 im Amt und seit 2014 Gemeindepräsident, und Franz Mathis (FDP, seit 2014) treten nach Ablauf ihrer Amtsdauer zurück. Ihre Nachfolge ist schon bestimmt, da sich für die beiden frei werdenden Sitze bis zum Ende der Eingabefrist am 17. Februar nur zwei Kandidaten meldeten. Es sind dies Andreas Kälin (FDP) und Mario Röthlisberger (CVP). Letzterer gründete die Junge CVP Nidwalden und präsidierte die Partei bis im vergangenen Jahr. Viktor Eiholzer (FDP) kandidiert für weitere vier Jahre und ist ebenfalls in stiller Wahl bestätigt. Toni Odermatt und Alfred Gabriel (beide CVP) können sich erst in zwei Jahren zur Wiederwahl stellen. Viktor Eiholzer ist ab 1. Juli für zwei Jahre Gemeindepräsident, Toni Odermatt Vizepräsident. Eine Wahl war dafür nicht nötig, da ihnen niemand das Amt streitig machen wollte. 

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