Die CVP ringt auch in Uri, Nid- und Obwalden mit ihrem Namen

Die Streichung des C ist wieder ein Thema. Die Präsidenten der Kantonalparteien in Nidwalden, Obwalden und Uri nehmen Stellung.

Martin Uebelhart
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Der Parteiname ist Umstritten.

Der Parteiname ist Umstritten.

Bild: Walter Bieri, KEYSTONE

Die Frage, ob sich die CVP einen neuen Namen geben soll und dabei auf das «C» für «Christlichdemokratisch» verzichten soll, hat zu Jahresbeginn neuen Schub erhalten. Auch in den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Uri setzen sich die kantonalen Gremien langsam aber sicher mit dem Thema auseinander. Die Nidwaldner Kantonalpräsidentin Therese Rotzer steht der Diskussion ergebnisoffen gegenüber, wie sie sagt. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die zentralen Werte der Partei nicht angetastet werden. «Ich mache in dieser Partei mit, weil die christlichen Grundwerte einen grossen Stellenwert haben», betont sie.

In der Zeit, seit das Thema über die Festtage neuerlich aufgekommen ist, habe sie in Gesprächen durchaus positive Rückmeldungen erhalten. «Doch ich habe auch kritische Stimmen gehört», hält sie fest. Wichtig sei, dass man bei dieser Frage auch die Basis miteinbeziehe. In welcher Form, macht sie auch davon abhängig, was die schweizerische Mutterpartei in dieser Hinsicht plant.

Christliche Werte statt Glauben

In der Nidwaldner Jungpartei gibt das Thema ebenfalls Anlass zur Diskussion. Man müsse nicht Kirchgänger sein, um Mitglied der Jungen CVP zu sein, findet Präsident Kevin Indelicato. «Viel mehr steht das ‹C› unter anderem für die christlichen Werte, für welche die CVP einsteht, für welche man sich nicht zu ‹schämen› braucht.»

Persönlich glaubt er, dass der Name der CVP heutzutage veraltet sei, da man in der heutigen Gesellschaft die Partei vom Glauben trennen sollte. «Bei Gesprächen mit Freunden und Bekannten werde ich immer wieder darauf angesprochen, ob ich gläubig sei, da ich ja schliesslich in der JCVP bin», so Indelicato. Solche Gespräche hält er für überflüssig, da die Personen in der Partei nicht stellvertretend für den Glauben stünden, sondern viel mehr für die vermittelten Werte.

Die CVP Obwalden hat das Thema jüngst an einer Sitzung des Kantonalvorstands besprochen, wie Präsident Bruno von Rotz sagt. «Wir möchten über die Ortsparteien die Meinung der Parteibasis ausloten», sagt er. Bis Anfang April erwartet er Rückmeldungen. «Anfang Juni diskutieren wir das Thema an einer Parteiversammlung.» Letztlich gehe es um einen Meinungsbildungsprozess.

«Ich schaue dieser Diskussion gelassen entgegen», hält von Rotz fest. «Es ist nicht eine Frage des Namens, letztlich sind es die Menschen, die dahinter stehen, welche die gemeinsamen Werte einer Partei tragen und so auch deren Politik bestimmen», ist er persönlich überzeugt. Und es komme auch auf jene Personen an, die in Kommissionen und Räten bis hinauf auf Bundesebene sässen. Inhaltlich werde sich an der Politik nichts ändern.

In den Stammlanden weniger ein Thema

Dass eine mögliche Veränderung auch Unsicherheiten hervorrufe, könne er nachvollziehen, sagt Bruno von Rotz. «Ich bin schon lange dabei, und es hat immer Leute gegeben, die diese Frage beschäftigt hat.» Er gehe nicht davon aus, dass die CVP dadurch gespalten würde.

Bei der Urner Kantonalpartei steht die Diskussion noch bevor. «Wir haben die Frage des Parteinamens im Kantonalvorstand noch nicht besprochen», hält Parteipräsident Flavio Gisler fest. «Ich finde es gut, dass man darüber spricht», sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er mutmasst, dass der Verzicht auf das C im Parteinamen gerade in den Stammlanden der CVP, zu denen Nidwalden, Obwalden und Uri gehören, vielleicht weniger ein Thema ist. Bei der jüngeren Generation oder auch in reformierten und städtischen Gebieten hätten wohl mehr Leute ein Problem mit dem «Christlich» im Namen. «Wir werden jetzt zuerst im Parteivorstand anschauen, wie wir das Thema im Kanton Uri angehen wollen», hält er fest.

In der Tat sind es gerade jüngere Parteimitglieder, die dem Wegfall des «C» positiv gegenüberstehen. «Als CVPler oder JCVPler kommt man immer wieder in die Situation, dass man das C im Namen erklären muss», wird Cyrill Ettlin, Präsident der Jungen CVP Obwalden, in der Schweiz am Sonntag zitiert (Ausgabe vom 4. Januar). Umso mehr, als er «nicht unbedingt als wöchentlicher Kirchgänger» bekannt sei. «Für mich steht das C viel mehr für die christlichen Werte, mit denen die meisten von uns aufgewachsen sind.»

Viele brächten das C mit der katholischen Kirche in Verbindung, sagt in der gleichen Ausgabe auch Tobias Schilter, Präsident der Jungen CVP Uri. «In Uri sorgt das bei jungen Leuten immer wieder für Verwirrung.»