Die digitalen Kacheln der Nidwaldner Steuererklärung sind ihm nun vertrauter

Jost Barmettler äusserte seinen Unmut über die Steuerplattform E-Tax. Nun bekam der Beckenrieder speziellen Support.

Matthias Piazza
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Marcel Ringler (links) erklärt Jost Barmettler, wie E-Tax auf dem Smartphone funktioniert.

Marcel Ringler (links) erklärt Jost Barmettler, wie E-Tax auf dem Smartphone funktioniert.

Bild: Matthias Piazza (Beckenried, 27. Februar 2020)

Seine Kritik, die Jost Barmettler gegenüber unserer Zeitung über die neue Steuerplattform E-Tax übte (siehe Ausgabe vom 19. Februar), löste einiges aus. Nicht nur, dass ihn viele weitere Nidwaldner darauf angesprochen haben. Die Kritik, dass E-Tax kompliziert zu bedienen und völlig unübersichtlich sei, blieb auch bei Marcel Ringler nicht ungehört. Er ist Geschäftsführer von Ringler-Informatik AG, jenem Baarer Unternehmen, welches das System für mehrere Kantone eingeführt hat, so vor zwei Jahren auch für Obwalden und dieses Jahr für Nidwalden.

Zusammen mit einer Mitarbeiterin, Steuerfachfrau Sybille Hürlimann, besuchte er kürzlich den 77-jährigen Beckenrieder bei sich zu Hause an der Rütenenstrasse 24 – für einen Support der Extraklasse.

«Ich habe die Online-Steuererklärung immer sehr gerne ausgefüllt»

Gleich zu Beginn brachte Jost Barmettler sein Hauptproblem mit den Kacheln auf den Punkt: «Ich habe die Online-Steuererklärung mit der Formularansicht immer sehr gerne ausgefüllt. Aber mit dieser Kachelansicht bei E-Tax finde ich mich einfach nicht mehr zurecht. Und anderen Leuten geht es auch so.»

Marcel Ringler zeigte Verständnis: «Wenn Sie die Formularansicht im Hinterkopf haben, wird es schwierig.» Bewusst habe man sich bei E-Tax davon verabschiedet. «Die Form, bei der die verschiedenen Steuerbereiche in Kacheln gruppiert sind, ist für die Online-Anwendung auf PC, Tablet oder Smartphone viel geeigneter.» Die Erklärung überzeugte Jost Barmettler nur halb. Er hätte sich gewünscht, dass für ein paar Jahre noch beide Systeme parallel weiterbetrieben werden, wie in Obwalden. In Absprache mit dem Kanton habe man sich gegen den Parallelbetrieb entschieden, auch aus Kostengründen, entgegnete Marcel Ringler.

Mit E-Tax wird kein Papier mehr bei der Steuerbehörde eingereicht. Das heisst, sämtliche Belege müssen zunächst eingescannt werden. Das geht ganz einfach mit dem Smartphone, wie Jost Barmettler anschaulich demonstriert wurde. Schritt für Schritt nahm die Steuererklärung Gestalt an, weitere Fragen wurden geklärt, Unsicherheiten beseitigt.

Marcel Ringler nahm von der Begegnung mit Jost Barmettler viel mit. «Wir versuchen insbesondere, die Anleitungen zu verbessern, vielleicht sogar unterstützt mit Videosequenzen.» Auch weitere Verbesserungen würden im Programm laufend eingebaut. Rund 250 Anfragen per Mail und 500 per Telefon gingen bisher bei Ringler-Informatik ein, mit ähnlichen Fragen, die auch Jost Barmettler stellte. «Es braucht eine gewisse Angewöhnungszeit, das ist normal», so Marcel Ringler.

Der Anspruch müsse klar sein, dass E-Tax jedermann bedienen könne. Da sei man auf gutem Wege. «Ich weiss von einem 90-Jährigen, der nach Anfangsschwierigkeiten die Steuererklärung begeistert mit E-Tax ausfüllte.»

Unklarheiten sind vorerst beseitigt

Jost Barmettler zeigte sich nach dem zweistündigen Support zufrieden. Seine Fragen seien beantwortet, Unklarheiten beseitigt. Trotzdem trauert er der Formular-Form etwas nach.

Ob er definitiv auf E-Tax umsteige, wisse er noch nicht. Vielleicht war die E-Tax-Schulung das entscheidende Schlüsselerlebnis: «Ich dachte schon, das brächte ich nie mehr fertig. Jetzt habe ich beide Möglichkeiten: Ich kann die bereits von Hand ausgefüllte Steuererklärung einsenden. Oder ich kann die Online-Version übernehmen und sie übers Internet ganz ohne Papier einreichen.»

Internet: www.etax.nw.ch. Hotline: nw@etax.ch/041 766 40 63.