Die Emmetter Genossenkorporation macht «Dampf»

Mit dem Wärmeverbund der Genossenkorporation geht es vorwärts. Als nächstes ist der Bau einer Heizzentrale geplant. Doch dafür braucht es einen Landverkauf und eine Umzonung.

Matthias Piazza
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An der Stelle, wo jetzt ein Holzhaus steht, plant die Genossenkorporation die Heizzentrale. (Bild: PD)

An der Stelle, wo jetzt ein Holzhaus steht, plant die Genossenkorporation die Heizzentrale. (Bild: PD)

Das Wärmeverbund-Projekt der Genossenkorporation Emmetten hat Schub bekommen. Nach einem zögerlichen Start sind nun 32 Bezüger an Bord, darunter nicht nur Besitzer von Wohnhäusern, sondern auch öffentliche Gebäude der Kirchengemeinde und Schulgemeinde Emmetten. Genug, um ein Netz aufzubauen. Nun plant die Genossenkorporation das Herz dieses Verbundes, die Heizzentrale. Zwei Heizkessel werden voraussichtlich rund 6'000 Kubikmeter Holzschnitzel (etwa 150 Lastwagenladungen) pro Jahr verfeuern. Das auf 80 Grad erhitzte Wasser wird durch ein 1,8 Kilometer langes Leitungsnetz geschickt und erwärmt so die Häuser. Ölheizungen werden dort überflüssig.

Der favorisierte Standort für die Heizzentrale befindet sich auf einem gemeindeeigenen Grundstück bei der Egg. Die Emmetter befinden an der Urne am 23. September über den Verkauf der 1020 Quadratmeter grossen Parzelle an die Genossenkorporation zum Preis von 306'000 Franken. «Der Verkauf ist Bedingung, damit wir den Heizverbund realisieren können. Es gibt keinen alternativen Standort. Er ist gut erreichbar für den Lastwagen und liegt ideal», unterstreicht Werner Würsch, der von der Genossenkorporation für das Projekt verantwortlich ist, die Wichtigkeit dieser Abstimmung.

Baurecht kam nicht zustande

Ursprünglich wollte die Gemeinde das Grundstück behalten und im Baurecht der Korporation zur Verfügung stellen. «Die Vorstellungen über den Baurechtszins lagen aber zu weit auseinander, wir konnten uns nicht einigen», blickt Werner Würsch auf die anfänglich erfolglosen Verhandlungen mit der Gemeinde zurück. Weil der Gemeinderat von seinen ursprünglichen Plänen abgerückt war, die Heizzentrale in die Planung seines neuen Werkhofes auf dem benachbarten Areal miteinzubeziehen, habe er sich schliesslich mit dem Verkauf der Parzelle einverstanden erklärt, heisst es in der Abstimmungsbotschaft.

Nach dem Urnengang muss aber noch eine weitere politische Hürde genommen werden. Die Parzelle liegt in einer Zone, in der nur Kleinbauten, Gartenanlagen oder unterirdische Bauten erlaubt sind, die nicht für den dauernden Aufenthalt von Personen bestimmt sind. Aus Sicht des Gemeinderates braucht es für die Realisierung der Heizzentrale eine Umzonung in die Sondernutzungszone.

Für Werner Würsch ist dies kein Hinderungsgrund. «Kanton und Gemeinde unterstützen die gewünschte Umzonung. Wir sind zuversichtlich, dass auch die Emmetter an der Frühlingsgemeindeversammlung dem Begehren zustimmen werden.»

Auch für Benutzer soll Rechnung aufgehen

Dass die Genossenkorporation Heizen mit Holzschnitzeln forciert, kommt nicht von ungefähr. Schliesslich ist sie eine der grössten Waldbesitzerinnen im Kanton Nidwalden. Doch auch ökologische Gründe hätten den Ausschlag gegeben. «So versorgen wir die Haushalte mit einheimischer Energie, dank Feinstofffilter auch auf eine sehr ökologische und nachhaltige Art. Wir gehen davon aus, dass mehr Holz nachwächst, als wir für die Schnitzelheizung benötigen.» Auch wirtschaftlich rechne sich dies in Zeiten, in denen – abgesehen vom Schutzwald – die Waldbewirtschaftung wegen der niedrigen Holzpreise defizitär sei.

Werner Würsch rechnet mit Investitionskosten von gegen 5 Millionen Franken. Auch für die Benutzer soll die Rechnung längerfristig aufgehen, sagte er, wegen der tiefen Unterhaltskosten und dem zu erwartenden steigenden Ölpreis.

Geben die Emmetter an der Urne und an der Gemeindeversammlung grünes Licht, sollten im besten Fall im Winter 2020/21 die Häuser erstmals mit Holzschnitzen beheizt werden.