Die Honigernte in Nidwalden ist auf einem Rekordtief

2019 fiel der Honigertrag mager aus. Dies hatte verschiedene Gründe, hiess es beim Bienenzüchterverein Nidwalden.

Franz Niederberger
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Standen im Rampenlicht (von links): Fredy Gander, Isabelle Zibung und Hampi Krähenbühl.

Standen im Rampenlicht (von links): Fredy Gander, Isabelle Zibung und Hampi Krähenbühl.

Bild: Franz Niederberger (28. Februar 2020)

Trotz warmen Temperaturen im März und April, welche die Bienenvölker rasant wachsen liessen, verhinderte ein nasser Mai 2019 einen guten Honigertrag. «Der sehr schlechte Ertrag im Vergleich zu den Jahren 2017/2018 ist auf natürliche Einflüsse zurückzuführen», sagte Hampi Krähenbühl, Präsident des Bienenzüchtervereins Nidwalden, an der Generalversammlung in Dallenwil.

Die Sommerhonigernte mit ihrem Waldhoniganteil konnte dies nur regional geringfügig wettmachen. Oberhalb von 1000 Metern fiel die durchschnittliche Honigernte besser aus. Im vergangenen Jahr lagen die Völkerverluste durch die Varroamilbe, ein Honigbienen-Parasit, im durchschnittlichen Normalbereich.

Sehr positive Erfahrungen sammelte Bieneninspektor Hanspeter Christen. Vor allem musste er sich um keine Seuchenfälle kümmern. Bei den Inspektionen tauchten keine Probleme auf. Registriert wurden 159 Bienenstände, davon waren 134 besetzt. Rund 900 Bienenvölker betrug der Bestand im Frühling, im Sommer ist der Bestand bis zu 20 Prozent zunehmend.

Ein Königinnen-Zuchtkurs ist geplant

Ein gutes Zeugnis stellte der Bildungschef von Bienen Schweiz dem Beraterteam Brigitta Burch und Peter Christen aus. Ihr Angebot umfasste verschiedene Kurse und auch Grundkurse. Dieses Jahr ist nebst den anderen Kursen ein Königinnen-Zuchtkurs geplant. Verschiedenen Gruppen konnte der Lehrbienenstand gezeigt werden, wobei zahlreiche Aha-Erlebnisse das komplexe Wesen der Bienen aufzeigten. Als Betriebsprüfer führte Simon Barmettler zehn Prüfungen durch, die zu keinen Beanstandungen Anlass gaben.

Nebst den eigentlichen Arbeiten mit den Bienenvölkern stiess auch das Vereinsleben auf grosses Interesse. Dies zeigte die überaus gute Teilnahme an allen fünf Beratungsabenden und Praxisnachmittagen. Beim Vereinsausflug besuchten die Mitglieder das Bienenmuseum des Kantons Luzern und das Landwirtschaftsmuseum Burgrain in Alberswil.

Das Amt des Präsidenten ist vakant

Einen interessanten Einblick in ihre Tätigkeiten ermöglichten die Bienenzüchter bei der Gewerbeausstellung Iheimisch. Das Interesse der vielen Besucher war sehr gross, sie konnten sogar eine Königin bewundern. Als Sieger des Herbstjasses liess sich Hanspeter Christen ausrufen, vor Werner Mathis und Teddy Amstutz.

Einstimmig wurde die Rechnung genehmigt. Für weitere zwei Jahre erhielten Brigitta Burch und Peter Christen im Vorstand das Vertrauen. Trotz des seit längerer Zeit angekündigten Rücktrittes des Präsidenten Hampi Krähenbühl konnte keine Nachfolge gefunden werden. Umso grösser war der Applaus für Isabelle Zibung, sie ist neu im Vorstand. Ein Geschenk für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit durfte Revisor Fredy Gander entgegennehmen. Für seine grossen Verdienste wurde Hampi Krähenbühl unter grossem Applaus in die Garde der Ehrenmitglieder aufgenommen.

Regierungsrätin Karin Kayser verdankte in ihrer Grussbotschaft die wichtige Arbeit der Bienenzüchter. Sie erwähnte, dass der Einsatz für das Öko-System, die Umwelt und für die ganze Nahrungsmittelkette nicht wegzudenken sei und der gesamten Gesellschaft diene, nicht nur in Nidwalden.

Einen Einblick in seinen Betrieb vermittelte anschliessend Berufsimker Jakob Künzle aus dem Toggenburg.