Die Macht des Einzelnen

Redaktor Martin Uebelhart mach sich in seinem «Blitzlicht» Gedanken zum Klimawandel.

Martin Uebelhart
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Martin Uebelhart. (Bild: Corinne Glanzmann)

Martin Uebelhart. (Bild: Corinne Glanzmann)

Die Klimafragen brennen auf der Zunge. Es wird diskutiert und demonstriert. «Der Einzelne kann sowieso nichts machen gegen den Klimawandel. Da muss die Politik eingreifen», hörte ich kürzlich im Gespräch mit einem jungen Menschen. Ich widersprach sogleich. Wenn jeder von uns auch nur kleine Schritte zur Änderung seines Verhaltens macht, erzeugt das in der Summe eine Wirkung. Und sei es nur, öfters mal das Auto zugunsten des öffentlichen Verkehrs stehen zu lassen, oder sich beim Fleischkonsum etwas einzuschränken. Ich konnte die Skepsis meines jungen Diskussionspartners nicht gänzlich zerstreuen. Aber vielleicht löst es ja Gedankengänge aus.

Ähnlich verhält es sich mit dem Argument: «Die kleine Schweiz kann da ja sowieso nichts ausrichten. Was bringt es, wenn wir unseren CO2-Ausstoss verringern?» Auch das greift zu kurz. Natürlich löst die Schweiz im Alleingang das Problem der fortschreitenden Klimaerwärmung nicht. Darum geht es auch nicht. Sondern darum, dass letztlich jeder noch so kleine Beitrag etwas nützt. Und vielleicht kann die Schweiz ja ihre Anstrengungen und Erfahrungen sogar exportieren.

Die Politik wird wohl dennoch nicht darum herumkommen, sich ebenfalls einzuschalten, da die angestrebten Verhaltensänderungen ohne Anreize kaum eintreten. Diese Anreize – gerne sind es Lenkungsmassnahmen finanzieller Natur – müssten ja dann wohl noch die Hürde einer Volksabstimmung nehmen. Und ob die Schweizerinnen und Schweizer solche Absichten absegnen, muss sich dann erst noch weisen.