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Die Mehrkosten der Kehrsitenstrasse schrecken auf

Die Nidwaldner Landratsfraktionen äussern sich kritisch zum Zusatzkredit für die Sanierung der Kehrsitenstrasse – und bringen eine Idee ins Spiel.
Matthias Piazza
Eng und steilschlaggefährdet - die Kehrsitenstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Eng und steilschlaggefährdet - die Kehrsitenstrasse. (Bild: Corinne Glanzmann, Kehrsiten, 28. August 2019)

Es war eine Hiobsbotschaft für die rund 300 Kehrsiter, die teilweise schon jahrzehntelang auf die Sanierung ihrer Strasse warten, und damit auf einen verbesserten Steinschlag für ihre einzige Strassenverbindung nach Stansstad. Aus dem Start der Sanierung im November wird nichts. Die Arbeiten, die sich über zwei Winterhalbjahre erstrecken, verzögern sich um mindestens ein Jahr. Mit 19,3 Millionen Franken sind die Kosten knapp 3 Millionen oder 18 Prozent über dem vom Landrat bewilligten Kredit von 16,4 Millionen Franken.

Das Geschäft soll frühestens am 18. Dezember in den Landrat kommen. Die Regierung brauche die Zeit, um die Gründe für die Mehrkosten genau zu analysieren, das ganze Projekt nochmals zu hinterfragen und auf Optimierungsmöglichkeiten hin zu untersuchen, hiess es (siehe Ausgaben vom 30. August und vom 4. September).

Das ganze Projekt nochmals hinterfragen

Ob der Landrat diese Kröte schlucken wird, ist fraglich. «Wir werden schon noch intensiv über diesen Nachtragskredit diskutieren müssen», sagt dazu CVP-Fraktionschef Bruno Christen. Er schliesse nicht aus, dass man das ganze Projekt nochmals auseinandernehme. «Insbesondere hinterfrage ich die Mehrkosten wegen der Autofähre.» Diese wurde auf Forderungen aus der Bevölkerung nachträglich ins Programm aufgenommen anstelle des ursprünglich geplanten Boot-Shutt­ledienstes. Dies erhöhte die Kosten der Transportlogistik um voraussichtlich 700000 auf 2,1 Millionen Franken.

«Man sollte sich die Frage stellen, ob nicht eine Kostenbeteiligung der Gemeinde Stansstad angemessen wäre, um den relativ kleinen Ortsteil mit rund 300 Einwohnern auch während der Bauarbeiten zu erschliessen», so Bruno Christen.

Einen Vorwurf wegen der Mehrkosten zu den Sanierungsarbeiten will er der Regierung nicht machen. «Da es nur wenige Firmen gibt, die auf Steinschlagschutz spezialisiert sind, diktieren sie eben den Preis.»

«Wir müssen zuerst analysieren, wie die Mehrkosten genau zu Stande gekommen sind, bevor wir uns detailliert zum Zusatzkredit äussern können», meint SVP-Fraktionschef Peter Wyss. Klar sei für ihn, dass man beim Steinschlagschutz keine Abstriche machen dürfe. Fragezeichen setzt auch er zur Transportlösung: «Zu diskutieren ist, ob man die Mehrkosten für die komfortable Lösung einer Autofähre wirklich dem Kanton aufbürden soll. Hier sind Gespräche mit der Gemeinde Stansstad sicher angebracht.»

«Jetzt sind wir schon beim doppelten Betrag»

Nicht begeistert über die Mehrkosten zeigt sich auch Philippe Banz, Fraktionschef der FDP. «Wir werden im Landrat kritische Fragen zu dieser unerfreulichen Entwicklung dieses für die Kehrsiter wichtigen Projektes stellen. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass das an sich schon nicht günstige Vorhaben teurer wird, wenn man sich vor Augen führt, dass die Rede einmal von rund 10 Millionen Franken war, und jetzt sind wir schon beim doppelten Betrag.» Auch die damit verbundene Verzögerung sei bedauerlich.

Thomas Wallimann, Grüne-SP-Fraktionschef, äussert sich grundsätzlich: «Man darf an die Kehrsitenstrasse nicht den Anspruch einer normalen Strasse haben. Wir werden entsprechend kritisch den Antrag des Zusatzkredites behandeln.»

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