Die Nidwaldner Verkehrsprobleme bleiben ein Politikum

Der Landrat befasst sich an seiner nächsten Sitzung mit der regierungsrätlichen Antwort eines Postulats. Es dürften zu reden geben.

Matthias Piazza
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Ein gewohntes Bild: Stau auf der A2 zwischen Stansstad und Hergiswil. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 16. Januar 2019)

Ein gewohntes Bild: Stau auf der A2 zwischen Stansstad und Hergiswil. (Bild: Corinne Glanzmann, Hergiswil, 16. Januar 2019)

«Ich bin enttäuscht von der Regierung, es liesst sich wie die Antwort des verlängerten Armes des Bundesamtes für Verkehr. Jetzt müssen wir aufs Gaspedal drücken», meint Niklaus Reinhard zur regierungsrätlichen Antwort des Postulats, das der Landrat am 27. November berät. Zusammen mit weiteren Hergiswiler und Stansstader Landräten forderte Reinhard im vergangenen Februar den Regierungsrat auf, zusammen mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) Massnahmen zu prüfen, damit der Verkehr auf der A2 zwischen Stans und Luzern sowie Luzern und dem Abzweiger Brünig verflüssigt werden kann.

Auch eine dritte Spur oder ein Tunnel in Fahrtrichtung Süden (von der Luzerner Kantonsgrenze bis Abzweigung Richtung Brünig) sowie Massnahmen, um den Ausweichverkehr in Stansstad und Hergiswil zu dämmen, seien zu prüfen.

Die Regierung erwähnt in ihrer Antwort die dritte Fahrspur in Richtung Norden, die zurzeit gebaut wird. Damit erwartet sie einen flüssigeren Verkehr. Eine dritte Spur nach Süden ist laut Astra aus Kapazitätsgründen nicht notwendig. Mit der geplanten Luzerner Autobahn-Umfahrung Bypass werde die Verkehrssituation auf der A2 markant verbessert.

Dies sieht die Regierung anders: «Es ist auch wenig sinnvoll, den Spiertunnel zwischen Kriens und Horw in Richtung Süden auf drei Spuren auszubauen und das Nidwaldner A2-Teilstück als zweispuriges Nadelöhr zu belassen», sagte Baudirektor Josef Niederberger im Juli gegenüber unserer Zeitung. «Die Konsequenz wäre, dass wegen Verkehrsüberlastung auf der A2 Hergiswil und Stansstad noch mehr unter dem Umfahrungsverkehr leiden würden. Das wollen wir nicht.»

Auch in Sachen Ausweichverkehr tönt es von Astra-Seite wenig verheissungsvoll. Massnahmen auf der A2, um bei Verkehrsüberlastung ein Ausweichen auf die Kantonsstrasse zu verhindern, wären unverhältnismässig. Insbesondere findet das Astra Anzeigen auf der Autobahn zu Verkehrszuständen auf dem untergeordneten Netz sowie Sperrungen von Autobahnausfahrten nicht nötig.

Hoffnung auf Verkehrs-Taskforce

«Die Antworten werden wir so nicht hinnehmen» ist für Niklaus Reinhard klar. Hoffnung setzt er in die neue Verkehrs-Taskforce, gebildet aus Vertretern von Kanton, Gemeinde und Astra.

Das Verkehrsproblem beschäftigt auch den Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, wie er auf Anfrage bestätigt. «Damit ich aber beim Bundesrat und in der Verwaltung in Sachen Verkehr aktiv werden kann, brauche ich von der Nidwaldner Regierung ein Projekt», hält er fest.