Die Redaktoren grüssen von daheim

Wie lebt es sich im Homeoffice? Die Redaktion von Nidwalden, Obwalden und Uri zieht eine erste Bilanz.

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Die Redaktorin und die Redaktoren der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri.

Die Redaktorin und die Redaktoren der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri.

Das Coronavirus zwingt auch unsere Redaktion zum Improvisieren. Grundsätzlich gilt: Wer kann, soll von daheim aus arbeiten. Und so sind in diesen Tagen höchstens drei bis vier Redaktoren im Büro Stans anzutreffen. Am Mittwoch war sogar nur eine Person vor Ort – die anderen arbeiteten zu Hause. Hier erzählen sie, wie sie die Situation erleben. Und schicken gleich auch ein Selfie als Beweis, dass sie auch im Homeoffice schön fleissig sind.

Florian Arnold

Florian Arnold

Florian Arnold, Redaktionsleiter:

«Es ist nichts Neues, dass wir im Internet miteinander zusammenarbeiten – ohne dies wäre diese Zeitung in den vergangenen Jahren nie erschienen. Dass man aber als Team nicht mehr im selben Büro sitzt, sondern nur über Kopfhörer, E-Mail und Chatprogramm verbunden ist, macht das Arbeiten schon etwas anspruchsvoller. Doch unsere Redaktion arrangiert sich. Allerdings birgt die Technik zu Hause doch einiges mehr an Tücken: Hier hängt sich ein Programm auf, und da steigt für ein paar Minuten wieder das WLAN aus. In diesen Momenten gibt es für mich nur eines: Den Kaffeekocher befüllen und auf die Herdplatte stellen. Das Gurgeln und der Duft, der sich in meiner Wohnung verteilt, scheinen nicht nur mein Gemüt, sondern auch die Technik zu beruhigen...»

Franziska Herger

Franziska Herger

Franziska Herger, stv. Redaktionsleiterin: «Sieht doch eigentlich ganz professionell aus bei uns allen, dieses Homeoffice. Keine Hängematten mit vergessen danebenstehendem Laptop, keine quer über die Tastatur drapierten Katzen. Nicht im Bild zu sehen sind in meinem Fall jedoch die Jogginghosen und die flauschigen Socken. Das Homeoffice hat also durchaus seine Vorteile (ganz abgesehen von der geringeren Ansteckungsgefahr). Aber ohne Arbeitskollegen ist es doch nicht dasselbe. Die Redaktionsatmosphäre fehlt, das wilde Tippen der anderen und die ständigen Zwischenrufe. Zeitung machen auf Distanz – das geht zwar, aber das Grossraumbüro ist doch immer noch mein liebster Arbeitsort.»

Markus Zwyssig

Markus Zwyssig

Markus Zwyssig, Redaktor: «Zurzeit habe ich einen sehr kurzen Arbeitsweg. Ich brauch weder Auto, Bus noch Velo. Ich setze mich einfach zu Hause im Büro an den Computer. Alles in allem geht es recht gut. Unterbrechungen gibt es aber nicht nur, um Kaffe zu trinken, sondern auch, wenn unsere beiden Buben Hilfe brauchen beim Homeschooling. Bei Fragen wird jetzt halt vielfach der Däddy um eine Antwort gefragt. Ab und zu muss ich aber doch die Bürotüre schliessen, damit ich in Ruhe arbeiten kann. Um mit den Kollegen in Kontakt zu bleiben, greifen wir jetzt halt mehr zum Telefon oder kommunizieren über Skype und Teams.»

Philipp Unterschütz

Philipp Unterschütz

Philipp Unterschütz, Redaktor: «Herrlich diese Ruhe – höchstens etwas leisen Blues im Hintergrund zur Inspiration – kein permanentes Telefonieren der Kollegen, keine Gespräche, die ablenken, keine Sitzungen. Geht wohl allen so, dass da der Output eher grösser ist. Überlege mir, wann die Firmen entdecken, dass sie nicht nur beim Personal, sondern auch noch bei den Büros sparen könnten. Einzig der Kühlschrank ist zu nah – ich werde fetter.»

Matthias Piazza

Matthias Piazza

Matthias Piazza, Redaktor: «Der Zufall wollte es, dass ich im Januar einen neuen PC kaufte, viel leistungsstärker als sein Vorgänger und mit grossem Bildschirm. Wer hätte gedacht, dass er kaum zwei Monate später zum wichtigsten Arbeitsinstrument in meinem Arbeitsalltag wird? Seit über einer Woche schreibe ich damit meine Texte für die Zeitung. Fazit: Es funktioniert. Mein All-in-One-Gerät hat zu meiner grossen Erleichterung den Härtetest bestanden. Und ich kann mir den Arbeitsweg sparen.»

Lucien Rahm

Lucien Rahm

Lucien Rahm, red. Mitarbeiter: «Bislang sehe ich im Arbeiten von zu Hause aus nur Vorteile. Durch den entfallenden Arbeitsweg von Luzern nach Stans gewinne ich morgens eine Stunde immer willkommenen Schlaf, im Heimbüro läuft Musik, deren Ertönen kein Mitarbeiter als Ärgernis empfinden kann und die Kaffeemaschine ist noch weniger weit vom Schreibtisch entfernt als sonst schon. Ob ich das ‹Heimwerken› in sozialer Isolation allenfalls auch nach mehreren Wochen noch so attraktiv finden werde, ist jedoch durchaus unsicher.»

Christian Tschümperlin

Christian Tschümperlin

Christian Tschümperlin, Volontär: «Plötzlich ist es da, das Homeoffice. Ich bin ehrlich: Ich hatte es mir nicht gewünscht. Natürlich führte auch mich die Idee manchmal in Versuchung. Wen wohl nicht. Doch ich fürchtete, dass etwas Grösseres wegbrechen könnte. Entsprechend surreal empfand ich den Abschied von den Kollegen im Büro. Meine Befürchtungen haben sich bisher nur teilweise erfüllt. Der Staubsauger im Hintergrund stört mich nicht. Doch es ist der unmittelbare Austausch, der fehlt. Der Weg zur Arbeit diente mir zudem der emotionalen Vorbereitung. Bisher hat meine Arbeit ob der Umstellung zwar nicht gelitten. Ob dies künftig der Fall ist, wird sich weisen.»

Florian Pfister

Florian Pfister

Florian Pfister, Praktikant: «Dort, wo ich mich normalerweise hauptsächlich um die Musik kümmere, schreibe und telefoniere ich nun. Zwei Laptops stehen auf dem Pult, da ich zurzeit keine grossen Bildschirme zur Verfügung habe. Auch wenn ich nicht gleich wieder in der Redaktion sitzen werde, sieht man auf den ersten Blick, dass es nur ein temporärer Arbeitsplatz ist. Etwas viel Kabel liegen herum, das Mikrofon ist weiterhin am Tisch befestigt. Trotzdem ist das Arbeiten ganz normal geblieben, nur etwas mehr telefonieren muss ich.»

Adrian Venetz

Adrian Venetz

Adrian Venetz, Redaktor: «Ich halte heute als Tagesleiter ganz allein auf der Redaktion in Stans die Stellung. Das bedeutet: Ich kann im Grossraumbüro rauchen, Musik hören und Whiskey trinken, ohne dass die anderen ständig reklamieren. Nein, im Ernst: Ich mag Homeoffice nicht besonders. Meine Konzentration und meine Effizienz sind im Büro besser. Man kann zwar auch daheim Zeitungsseiten layouten und produzieren, ein Vergnügen ist es aber nicht. Die technische Infrastruktur auf der Redaktion ist dafür besser geeignet. Und die Ruhe hier ist himmlisch! Ein bisschen vermisse ich die anderen zwar schon. Aber nur ein bisschen.»

Hinweis: Redaktor Martin Uebelhart weilt diese Woche noch in den Ferien.