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Die Zentralbahn-Spatzen bekommen ein zweites Leben

Seit 14 Jahren leisten sie zuverlässig ihren Dienst auf dem Zentralbahn-Netz. Nun werden die zehn Spatz- Kompositionen im grossen Stil erneuert. Dank dieses Refits bleiben sie noch bis 20 Jahre in Betrieb. Das spart massiv Geld.
Matthias Piazza
Albert Imfeld (links) und Josef Burgener warten eine Spatz-Komposition in Stansstad. Das Refit findet dann allerdings in Olten statt. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 29. Mai 2018))

Albert Imfeld (links) und Josef Burgener warten eine Spatz-Komposition in Stansstad. Das Refit findet dann allerdings in Olten statt. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 29. Mai 2018))

Die Spatz-Züge sind in die Jahre gekommen. Seit ihrer Inbetriebnahme 2004/05 sind die zehn dreiteiligen Pendelzüge täglich auf dem Netz der Zentralbahn im Einsatz, als S4 zwischen Luzern und Wolfenschiessen, als S5 zwischen Luzern und Giswil und als Regionalzüge zwischen Interlaken und Meiringen. Ewig kann man aber mit den Zügen nicht fahren - zumindest nicht, ohne etwas zu tun.

Die grosse Sanierung – das sogenannte Refit – steht vor der Tür. Ein schlechtes Zeichen ist das nicht. «Solche Refits sind nach rund 15 Jahren, also in der Mitte der Lebensdauer, üblich», sagt Gerhard Züger, Leiter Produktion und Rollmaterial bei der Zentralbahn. «Inneneinrichtung und grössere elektronische Komponenten müssen nach 15, 16 Jahren ersetzt werden, elektronische Komponenten wie das Fahrgastinformationssystem haben eine noch kürzere Lebensdauer.»

Verschiedene Ersatzteile seien nicht mehr erhältlich. Auch die Störungsanfälligkeit nehme zu. Der Fussboden hat Risse und gehört erneuert. Zudem werden beim Zerlegen der Fahrzeuge Korrosionsschäden saniert und so die Lebensdauer verlängert. Dabei wird auch ein neues Türsystem geprüft und serienmässig eingebaut, wenn es sich bewähren sollte. Das dürfte die Bahnbenutzer freuen, die zuweilen vor defekten Türen standen. «Die stark beanspruchten Türen sind mit dem bestehenden Schliesssystem störungsanfällig. Funktioniert nur einer der neun Überwachungs-Schalter des Systems nicht, lässt sich die Türe nicht richtig schliessen.»

Auch das Aussehen wird aufgefrischt

Ein neues System soll künftig eine sich abzeichnende Störung frühzeitig erkennen und so ein rechtzeitiges Eingreifen ermöglichen, bevor die Türschliessung ihren Geist aufgibt. Saniert werden auch die Luftaufbereitungsanlage, das Pneumatiksystem und die Toiletten. Ersetzt wird zudem die Leitelektronik.

Eine-Spatz Komposition beim Depot Stansstad.

Eine-Spatz Komposition beim Depot Stansstad.

Auch optisch werden die zehn Spatz-Züge auf die Höhe der Zeit getrimmt. Der Aussenanstrich und die neuen Polster werden dem Design der modernen Fink- und Adler-Züge angepasst. Ein neues Fahrgastinformations-System wird ergänzt mit Infotainment mit Schlagzeilen, wie man es von den neuen Zügen kennt. Ein solches Refit ist mit einem «normalen», regulären Unterhalt eines Zuges nicht zu vergleichen. Rund zwei Monate braucht es, um einem Spatz-Zug ein zweites Leben zu schenken. Dies passiert allerdings nicht in der ZB-eigenen Werkstatt in Meiringen, sondern in der SBB-Werkstätte in Olten. «Unsere Ressourcen würden für so eine aufwendige Sanierung nicht reichen», begründet Gerhard Züger das Outsourcing an die grosse Schwester SBB. So tritt Ende 2019 die erste Spatz-Komposition ihre Reise nach Olten an, wegen der unterschiedlichen Spurweiten entweder auf Eisenbahnwagen oder auf Tiefladewagen auf der Strasse.

Ersatz würde viermal so viel kosten

Nach den ersten Erfahrungen mit dem Prototyp werden zwischen 2021 bis 2023 die neun weiteren Züge gestaffelt in Olten fit gemacht. «Mehr als einen Zug gleichzeitig können wir wegen des dichten Fahrplans nicht aus dem Verkehr nehmen», begründet Gerhard Züger das Vorgehen. Das Refit im Umfang von etwa 20 Millionen Franken rechnet sich auch finanziell. «Würden wir die Züge ersetzen, müssten wir das Vierfache bezahlen», so Gerhard Züger.

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