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Die Stanser Fasnacht hat es der Provinzmusig Zuchwil angetan

Die Provinzmusig aus Zuchwil verschlägt es in eine andere Provinz: an die Stanser Fasnacht. Daran schuld ist auch ein hartnäckiger Hotel-Gastgeber – und das dankbare Publikum.
Oliver Mattmann
Die Provinzmusig Zuchwil, die heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert, tritt am Schmutzigen Donnerstag im «Engel» an der Stanser Fasnacht auf. (Bild: PD)

Die Provinzmusig Zuchwil, die heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum feiert, tritt am Schmutzigen Donnerstag im «Engel» an der Stanser Fasnacht auf. (Bild: PD)

Wer am Schmutzigen Donnerstag auf den Auftritt an der heimischen Solothurner Fasnacht verzichtet und stattdessen den Weg nach Stans auf sich nimmt, um am Abend bis tief in die Nacht hinein wortwörtlich alle Register zu ziehen, der muss offenbar was übrig haben für das närrische Nidwalden.

Das ist bei der Provinzmusig Zuchwil der Fall. Den elf Musikern hat ihr erster Fasnachts-Gig 2016 im Hotel Engel derart positiven Eindruck hinterlassen, dass sie nicht lange mit sich ringen mussten, als die neuerliche Anfrage von Hotel-Gastgeber Sören Schwitzky eintrudelte. Und so wird die Provinzmusig mit ihrem breiten Repertoire erneut alles unternehmen, den Stimmungsbarometer im «Engel» hochzuhalten.

1973. (Bild: PD)
1981. (Bild: PD)
1983. (Bild: PD)
1994. (Bild: PD)
2005. (Bild: PD)
2012. (Bild: PD)
2016. (Bild: PD)
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So hat sich die Provinzmusig entwickelt

«Wir fühlen uns schon etwas geschmeichelt. Die Gastgeber haben sich redlich um uns bemüht», erzählt Andi Senger, der in der Provinzmusig zum Trompeter-Quartett gehört, nicht ohne Stolz. Er erinnert sich gerne an die Premiere vor drei Jahren: «Da ist wirklich die Post abgegangen», so der 47-Jährige. «Wir spielten vor vollem Haus und das Nidwaldner Publikum hat toll mitgemacht.» Der Entscheid, am Schmudo in Stans aufzutreten und nicht in Solothurn musikalisch durch die Gassen zu ziehen, sei kein Entscheid gegen ihre Heimat, betont Andi Senger. «Aber weil uns Stans das letzte Mal so gut gefallen hat, haben wir basisdemokratisch entschieden, der Anfrage aus Nidwalden heuer erste Priorität einzuräumen.»

Potenzielle Neulinge haben’s nicht leicht

Die heimischen Fans werden aber nicht zu kurz kommen. Am Fasnachtssamstag wird die Provinzmusig sie mit ihren Auftritten in den Solothurner Gassen und Beizen erfreuen. Da einige Mitglieder parallel noch aktiv in einer Guugge mitspielen, ist der Rest der Fasnacht meist für diese Engagements reserviert.

Wenn die Formation nächste Woche im «Engel» zwischendurch eine Pause machen wird, ist die Chance gross, dass sich die Musiker mit einem Bier zuprosten und sich einen Moment lang selber feiern. Dazu haben sie auch allen Grund, schliesslich begeht die Truppe ihr 50-Jahr-Jubiläum. 1969 aus einer Zunft heraus entstanden, ist die Provinzmusig heute längst nicht mehr nur während der fünften Jahreszeit unterwegs, «auch wenn die Fasnacht immer noch ein Highlight für uns ist». So wird die Formation regelmässig für Geburtstagsfeste, Firmenanlässe oder Hochzeiten gebucht.

Bei einem Liedgut von rund 80 Stücken, das von Oldies über Schlager bis hin zu Pop- und Rock-Songs reicht, wirkt die Aussage von Andi Senger, sie seien alles «Amateurmusiker», etwas gar bescheiden. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie die Lieder ohne Noten einstudieren und spielen. Manch ein williger Nachwuchsmusiker sei schon daran gescheitert und habe nach ein paar Proben den Bettel hingeschmissen, berichtet Senger. Auch deshalb verwundert es nicht, dass einige Mitglieder inzwischen schon mehrere Jahrzehnte Bestandteil der Provinzmusig sind.

Der älteste Musiker ist 72-jährig. «Er vermag an der Fasnacht am längsten durchzuhalten», witzelt Andi Senger. Doch dahinter steckt durchaus ein ernster Hintergrund. «Wir werden uns nach dem Open-End-Auftritt im ‹Engel› sicher noch etwas unters Fasnachtsvolk mischen, aber nicht allzu lange, denn einige von uns müssen am Freitag wieder beizeiten aus den Federn», erzählt er. Während die einen in ihrer Heimat Verpflichtungen mit der ­Guugge nachgehen, fahren andere sogar zur Arbeit, obwohl sie noch vor wenigen Stunden mit ihrem Instrument hantierten. Da haben ein paar Solothurner wahrhaftig den Narren an der Stanser Fasnacht gefressen.

www.provinzmusig.ch

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