Die Stanser Feuerwehr bringt das Büro mit

Nach der Agathafeier der Stanser Feuerwehr stand die Segnung der Fahrzeuge durch Diakon Hans Schelbert auf dem Programm.

Edi Ettlin
Drucken
Teilen
Die Mitglieder und Ehrenmitglieder der Feuerwehr Stans haben sich vor der Kirchentreppe zur Segnung durch Diakon Hans Schelbert versammelt. Die Fahrzeuge von links: Einsatzleitfahrzeug, Pikettfahrzeug und Zugfahrzeug.

Die Mitglieder und Ehrenmitglieder der Feuerwehr Stans haben sich vor der Kirchentreppe zur Segnung durch Diakon Hans Schelbert versammelt. Die Fahrzeuge von links: Einsatzleitfahrzeug, Pikettfahrzeug und Zugfahrzeug.

Bild: Edi Ettlin (Stans, 7. Februar 2020)

Gleich drei Feuerwehrautos fuhren am Freitagabend bei der Kirchentreppe vor. Der Anlass war für einmal ein erfreulicher. Nach der Agathafeier der Feuerwehr im Oberen Beinhaus stand die Segnung der Fahrzeuge durch Diakon Hans Schelbert auf dem Programm. «Wir haben festgestellt, dass die letzte Fahrzeugsegnung eine Weile her ist und wir einiges nachzuholen haben», erklärt André Imboden, Kommandant der 120-köpfigen Truppe.

Das kleinste Fahrzeug des versammelten Trios ist ein Toyota Land Cruiser. Damit ersetzte die Feuerwehr vor über einem Jahr einen Nissan Patrol mit Jahrgang 1993. Als Zugfahrzeug steht das geländegängige Auto hauptsächlich für Aufgaben der Gemeindefeuerwehr im Einsatz, weshalb die 120'000 Franken teure Anschaffung hauptsächlich über das Gemeindebudget finanziert worden war.

Moderne Führungsmittel für den Notfall

Die anderen beiden Fahrzeuge stiessen im vergangenen Jahr als Ersatz für Autos mit Baujahr 2000 zum Fahrzeugpark. Sie kommen für die Stützpunktaufgaben im ganzen Kanton Nidwalden zum Einsatz. Deshalb wurden sie von der Nidwaldner Sachversicherung bewilligt und bezahlt. Das Pikettfahrzeug kostete beladen rund 180'000 Franken. Es ist ein Mercedes-Benz-Sprinter mit Frontseilwinde und führt moderne Gerätschaften für Rettungseinsätze und für technische Hilfeleistungen mit.

Ein wahrer Technologiesprung stellt das Einsatzleitfahrzeug (ELF) dar, welches ebenfalls auf einem Mercedes-Sprinter basiert. Es ist ein rollendes Büro, das bei grossen oder länger dauernden Einsätzen gefragt ist. Das ELF ist mit einem Konferenztisch, grossen Bildschirmen, einem grossformatigen Drucker und den gängigen Schnittstellen für Kommunikations- und Computertechnik ausgerüstet. Dass all dies keine Spielereien sind, bewies das neue Fahrzeug schon bei seinem ersten Einsatz. «Als im Januar bei Beckenried ein Kran in den See kippte, konnten die Polizeitaucher ihre Unterwasseraufnahmen auf den Bildschirmen des Fahrzeugs abspielen und so massgeblich zur Entscheidungsfindung beitragen», erzählt Kommandant Imboden. Das ELF, das auch von anderen Feuerwehren angefordert werden kann, schlug mit Kosten in der Höhe von 310'000 Franken zu Buche.

Tausende von Stunden für die Feuerwehr

An der anschliessenden Versammlung im Feuerwehrlokal stand dann der Jahresbericht des Kommandanten im Zentrum des Interesses. Genau 103 Ernstfalleinsätze aller Art listet der Bericht auf. Die geleisteten 1763 Einsatzstunden entsprechen fast der Arbeitszeit einer durchschnittlichen Vollzeitstelle. Besonders hob Imboden hervor: «Letztes Jahr konnten wir 12 Personen aus misslichen Lagen befreien.» Damit die Erfolgsbilanz hoch bleibt, übten die Feuerwehrleute 2019 an 80 Proben ihr Handwerk und an Kursen holten sie sich neue Impulse. So kamen 5466 Ausbildungsstunden zusammen.

Wie jedes Jahr ehrte Armin Schneider als Präsident des Feuerwehrvereins Mitglieder, die ein rundes Dienstjubiläum feiern. Mit 30 Jahren Dienst erhielten Reto Blättler und Sepp Odermatt die Ehrenmitgliedschaft. Sogar schon 40 Jahre in der Feuerwehr sind Eduard Amstad und Kari Bucher. Nach dem Rücktritt von Mike Niederberger aus dem Vereinsvorstand wählten die Mitglieder mit Dunja Keiser zum ersten Mal eine Frau an die Spitze des Vereins. Der bisherige Präsident Schneider tritt einen Schritt zurück, bleibt aber weiterhin im Vorstand.