Die Sturmschäden in Obwalden und Nidwalden halten sich in Grenzen

Das Sturmtief Sabine hielt die Einsatzkräfte noch einmal auf Trab: kleine Brände, Stromausfälle und Probleme auf der Schiene.

Martin Uebelhart
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Zwischen Giswil und Brünig war ein Bahnersatz im Einsatz.

Zwischen Giswil und Brünig war ein Bahnersatz im Einsatz.

Bild: Corinne Glanzmann (Giswil, 11. Februar 2020)

In Nidwalden hatte die Kantonspolizei laut einer Mitteilung in der Nacht auf Dienstag mit Bauabschrankungen und umgestürzte Bäume zu tun, die von der Strasse geräumt werden mussten.

Während der Nacht standen die Feuerwehren Buochs/Ennetbürgen, Stans sowie Ennetmoos im Einsatz. In Buochs rückte die Feuerwehr wegen eines abgedeckten Daches an der Seebuchtstrasse aus, später noch wegen eines eingedrückten, grossen Balkonfensters.

Nidwalden: 1400 Kunden zeitweise ohne Strom

Im Gebiet Gütschwald in Ennetmoos kam es um 22.45 Uhr zu einem Brand eines Leitungsmasts. Die alarmierte Feuerwehr konnte unter Mithilfe des Elektrizitätswerks Nidwalden (EWN) die Leitung stromlos schalten und den Brand löschen. Kurz nach 3 Uhr kam es im Gebiet Oberrüti zu einem kleineren Flächenbrand aufgrund einer gefallenen Hochstromleitung.

Laut dem EWN konnten die betroffenen Gebiete rasch mit Notstromaggregaten wieder versorgt werden. Die meisten Kunden waren am frühen Dienstagmorgen in Dallenwil von einem rund 15-minütigen Stromunterbruch betroffen. Der Strom fiel auch im Gebiet Diegisbalm/Schroten und oberhalb von Niederrickenbach in Richtung Haldigrat aus. Dort behinderte Sturmholz die Zufahrt und die Störungsbehebung. Kurz nach Mittag konnten aber auch diese Kunden wieder ans Netz angeschlossen werden. Insgesamt waren rund 1400 Kunden von Störungen betroffen.

In Obwalden war am Morgen die Zugstrecke über den Brünig gesperrt, weil Gegenstände auf den Gleisen lagen. Es fuhren Ersatzbusse. Die Schäden konnten bis am Mittag behoben werden. Bei der Zentralbahn waren bis Redaktionsschluss keine näheren Informationen zu dem Zwischenfall zu bekommen.

Sarnen: Teile eines Bootsstegs weggerissen

Während des Sturms gingen bei der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Obwalden innert 48 Stunden 25 Meldungen ein. In Sarnen beim Seefeld riss der starke Wind den vordersten Teil des Bootsstegs ab, sodass dieser umgekippt im Wasser trieb. Eines der beiden am Bootssteg befestigte Motorboot sank vollständig und erlitt Totalschaden. Ein zweites Motorboot wurde am Heck beschädigt. Die Boote und der abgerissene Teil des Steges konnten durch die Stützpunktfeuerwehr Sarnen, die Seepolizei und einem Lastwagenkran aus dem Wasser geborgen werden.

Ein Boot beim Sarner Seefeld wurde beschädigt, ein anderes sank, als Teile des Stegs weggerissen wurden.

Ein Boot beim Sarner Seefeld wurde beschädigt, ein anderes sank, als Teile des Stegs weggerissen wurden.

Bild: Kantonspolizei Obwalden

Geknickte Bäume blockieren Strassen

In Alpnach, Lungern, Stalden, Wilen und Engelberg fielen Bäume auf Strassen, sodass kurzzeitige Verkehrsbehinderungen auftraten. Die betroffenen Strassen seien dank Forst- und Strassenunterhaltsdienst alle wieder offen, schreibt die Polizei in einer Mitteilung.

In Sarnen und Engelberg wurden einige Hinweistafeln und Signalisationen beschädigt. In Giswil fing ein Telefonmast Feuer und konnte durch die Gemeindefeuerwehr rasch gelöscht werden.

Wenig ging am Dienstag erneut in den Skigebieten. Am Titlis waren alle Anlagen und Pisten von Stand bis Titlis geschlossen. Wie bereits am Montag hatten die Anlagen auf Klewenalp/Stockhütte oder auch die Brunni-Bahnen in Engelberg den Betrieb komplett eingestellt. Auf Melchsee-Frutt konnte gestern Mittag der Betrieb teilweise aufgenommen werden.

Auswirkungen des Sturms in der Zentralschweiz sind überschaubar

(zfo) «Sabine» wütete in der Nacht auf gestern erneut in der Zentralschweiz. Im Kanton Luzern waren die Auswirkungen überschaubar. 23 Meldungen gingen bei der Luzerner Polizei bis gestern Morgen ein, als der Wind bereits abflachte. Auf Anfrage hiess es, dass bis am Morgen fast alle Aufräumarbeiten durch die Feuerwehren abgeschlossen worden seien. Die Feuerwehr Region Sursee musste am Montagabend ausrücken. Gegen 22 Uhr brach im Surseewald Richtung St. Erhard eine Tanne ab und fiel vor ein herannahendes Auto, welches mit dem Baum kollidierte, kippte und auf der Fahrzeugseite zum Stillstand kam. Der Autofahrer blieb unverletzt. Die Strasse blieb bis gestern 8 Uhr gesperrt. In Zug war die Polizei vor allem mit Aufräumarbeiten an der Knonauerstrasse beschäftigt. Es gingen nur noch wenige neue Meldungen ein – genau wie in Schwyz und Uri.