Die SVP will wieder in den Stanser Gemeinderat

Seit vier Jahren ist die SVP nicht mehr im Stanser Gemeinderat vertreten. Das möchte Bruno Lüthi ändern. Doch auch die Parteilose Lyn Gyger will den frei werdenden Sitz.

Matthias Piazza
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Hier gehen bald die Wahlzettel der Stanserinnen und Stanser ein: Der  Abstimmungsbriefkasten beim Gemeindehaus Stans.

Hier gehen bald die Wahlzettel der Stanserinnen und Stanser ein: Der  Abstimmungsbriefkasten beim Gemeindehaus Stans. 

Bild: Nidwaldner Zeitung (18. Februar 2020)

Die Stanser haben die Wahl. Während in den meisten Nidwaldner Gemeinden für den 5. April nur so viele Kandidaten antreten, wie Sitze zu vergeben sind, können die Stanser gar parteipolitisch die Weichen stellen. Wählen sie Bruno Lüthi, wäre die SVP nach vier Jahren zurück im Gemeinderat. 2016 verlor diese mit dem Rücktritt von Walter Odermatt nach vier Jahren ihren einzigen Sitz im siebenköpfigen Gremium. Angela Odermatt konnte den Sitz nicht verteidigen. Nachdem sie im ersten Wahlgang mit 679 Stimmen das absolute Mehr von 1201 Stimmen klar verfehlt hatte, trat sie im zweiten Wahlgang gar nicht mehr an – im Gegensatz zu Sarah Odermatt (parteilos, 1163 Stimmen) und Beat Ettlin (SP, 1036 Stimmen). Schliesslich wurde Sarah Odermatt mit einem Vorsprung von 439 Stimmen zu Beat Ettlin gewählt. Aktuell haben CVP und FDP je zwei, Grüne und SP je einen Vertreter im Gemeinderat. Sarah Odermatt ist parteilos. 

Bruno Lüthi (SVP).

Bruno Lüthi (SVP).

Bild: PD

«Ich bin der Meinung, dass es eine bürgerliche Kraft im links-grün dominierten Stanser Gemeinderat braucht, welche die Bürger aus dem eher rechten Wählerspektrum vertritt», begründet der 56-jährige Bruno Lüthi seine Motivation. Bei den Landratswahlen vor zwei Jahren kam die SVP in Stans auf einen Wähleranteil von 21,75 Prozent. Als besonders wichtig erachtet er einen gesunden Finanzhaushalt und eine gute Zusammenarbeit mit dem Kanton, um die Verkehrsprobleme zu lösen. Die SVP sei für ihn die einzige Partei, die sich nicht davor scheue, auch unangenehme und unbequeme Themen zu thematisieren und zu hinterfragen. «Diese Haltung entspricht mir», erklärt der gebürtige Zürcher, der vor 20 Jahren nach Stansstad zog und seit vier Jahren mit seiner Lebenspartnerin in Stans wohnt. Sollte er gewählt werden, würde er sein Arbeitspensum als Elektroinstallateur reduzieren, um seinen Job und das Amt des Gemeinderates unter einen Hut zu bringen.

Lyn Gyger (parteilos).

Lyn Gyger (parteilos). 

Bild: PD

Auch Lyn Gyger liebäugelt mit einem Gemeinderatssitz. «Ich engagiere mich seit Jahren gerne fürs Dorf», begründet die 43-jährige Familienfrau und Mutter eines neunjährigen Sohnes ihre Kandidatur. Sie kandidiert als Parteilose und wird von einem parteiübergreifenden Komitee unterstützt, doch sehe sie sich politisch Mitte links. «Mir liegt das Stanser Kulturleben mit all seinen Menschen sehr am Herzen.» Seit der Oberstufe wohnt sie in Stans, wo sie sich unter anderem im Vorstand von Tourismus Stans und in der Kulturkommission engagiert. 

Sollte Gemeinderat Lukas Arnold (seit 2014 im Amt) die Wiederwahl schaffen, wäre er der erste Grünen-Gemeindepräsident Nidwaldens. Eine eigentliche Wahl dafür entfällt, da dem 55-jährigen Unternehmer niemand das Präsidentenamt streitig machen will. Gregor Schwander (CVP), seit 2008 Gemeinderat und seit 2016 Gemeindepräsident, tritt nicht mehr an. Die übrigen Gemeinderatsmitglieder stellen sich der Wiederwahl: Martin Mathis (SP) und Marcel Käslin (FDP, beide seit 2012), Markus Elsener (CVP) und Sarah Odermatt (parteilos, beide seit 2016). Sollte auch Florian Grendelmeier (FDP, seit 2018) wiedergewählt werden, wäre er automatisch Gemeindevizepräsident. Sollten weniger als sieben Kandidaten das absolute Mehr erreichen, kommt es voraussichtlich am 17. Mai zu einem zweiten Wahlgang. Amtsantritt ist der 1. Juli.

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