Die Theatergesellschaft Buochs lässt die Spielsaison 2021 ausfallen

Erste Priorität hat für die Theaterleute die Gesundheit des Produktionsteams und der Besucher. Ausschlaggebend für den Entscheid waren auch die Auflagen und das Schutzkonzept für die Proben und Aufführungen.

Martin Uebelhart
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Eine Szene aus der diesjährigen Produktion «Eyses Heidi».

Eine Szene aus der diesjährigen Produktion «Eyses Heidi».

Bild: PD

Die Theatergesellschaft Buochs hat an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung entschieden, auf die Spielsaison 2021 mit dem Stück «Monsieur Claude und seine Töchter» zu verzichten. Die Buochser Theaterleute bedauern diesen Entscheid laut einer Mitteilung ausserordentlich. «Aber realistisch betrachtet wird das Coronavirus unseren Alltag noch über Wochen und Monate beeinflussen», heisst es. Somit seien Theateraufführungen von Januar bis März 2021 mit zu vielen Unsicherheiten verbunden.

Die Vorarbeiten waren bereits in vollem Gange. «Für einige spezielle Rollen in dem Stück brauchen wir externe Spieler. Da haben wir viele Leute angefragt und unsere Regisseurin Eva Mann hat Castings abgehalten», sagt Katrin Niess, Präsidentin der Theatergesellschaft Buochs, im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch das Textbuch, das aus Deutschland komme, sei schon überarbeitet worden. «Und die Ideen für das Bühnenbild stehen auch bereits.» Schon bald hätte die Probenarbeit begonnen, sagt die Präsidentin weiter. «Am 25. August war die erste gemeinsame Leseprobe geplant.»

Zu viele «Aber» und Fragezeichen standen im Raum

Erste Priorität habe für die Theatergesellschaft Buochs die Gesundheit der Theaterbesucher wie auch die der Spieler und des ganzen Produktionsteams. Ausschlaggebend seien auch die Auflagen und das Schutzkonzept gewesen, die bei den Proben und den Aufführungen hätten umgesetzt werden müssen. «Die Verhältnisse im Buochser Theaterhaus sind sehr eng, gerade auch im Eingangsbereich», so Katrin Niess. «Wir könnten kaum unsere 304 Zuschauerplätze voll ausnützen.» Wenn während der Proben eine Spielerin oder ein Spieler positiv auf Corona getestet würde, bedeute dies wegen der Quarantäne für die übrigen Mitwirkenden den Betrieb für zwei Wochen einzustellen, gibt sie zu bedenken. «Wir könnten auch nicht auf Ersatz ausweichen, die Rollen sind alle einfach besetzt.» Es sei unklar, wie viele Leute sich bei den Aufführungen unter welchen Voraussetzungen im Theatersaal aufhalten dürften: «Sind das 120 oder mehr oder noch weniger?» Einfach mehr als die über 30 geplanten Aufführungen zu spielen, um doch genügend Zuschauer zu haben, sei den Spielerinnen und Spielern nicht zuzumuten: «Sie sind keine Profis und betreiben das Theaterspielen als Hobby neben ihrer beruflichen Tätigkeit.»

Nicht zuletzt hätten auch die finanziellen Aspekte zu diesem Entscheid beigetragen. «Es sind bereits Kosten für die Rechte am Textbuch und für die Regie angefallen», hält Katrin Niess fest. Weitere Kosten kämen etwa mit der Werbung oder mit dem Bau des Bühnenbildes hinzu. Am Ende seien einfach zu viele «Aber» und Fragezeichen im Raum gestanden.

Die Zeit will die Theatergesellschaft nutzen, um vermehrt das Vereinsleben zu pflegen. «Neben geselligem Zusammensein im kleinen Rahmen sind auch sanfte Arbeiten im Haus geplant», sagt Katrin Niess. An so einem alten Gebäude gebe es immer etwas zu tun. Weiter wollten sie auch ihren umfangreichen Fundus anschauen und sortieren.

Letztmals musste die Saison 1966 abgesagt werden

In der 160-jährigen Geschichte der Theatergesellschaft Buochs ist es nicht die erste Absage einer Spielsaison. Der Brand des Theaters (1875) und ein Theaterumbau (1947) haben ebenfalls zu einem Unterbruch geführt. Auch während der beiden Weltkriege wurde nicht immer gespielt und die Spanische Grippe liess in den Jahren 1918 bis 1920 ebenfalls keine Aufführungen zu. Letztmals wurde im Theater Buochs im Jahr 1966 nicht gespielt, als die Maul- und Klauenseuche Nidwalden heimsuchte.

Die Theatergesellschaft Buochs müsse sich den Tatsachen stellen, heisst es in der Mitteilung weiter. Es gebe jedoch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Alle Mitwirkenden freuten sich auf die Spielsaison 2022, wenn es heisse: Vorhang auf für «Monsieur Claude und seine Töchter».