Die Unterführung in Oberdorf soll bleiben

Der Landrat genehmigte gestern die Neugestaltung des Strassenraums zwischen dem Kreisel Wil und Hostettli in Oberdorf. Er zog die bestehende Unterführung einem Fussgängerstreifen vor und kürzte den Kredit für die 400 Meter Strasse.

Drucken
Teilen
Beim Kreisel Wil entsteht kein Fussgängerstreifen - der Landrat hält an der Unterführung fest. (Bild: Markus von Rotz (Oberdorf, 24. Oktober 2018))

Beim Kreisel Wil entsteht kein Fussgängerstreifen - der Landrat hält an der Unterführung fest. (Bild: Markus von Rotz (Oberdorf, 24. Oktober 2018))

«Der Strassenabschnitt zwischen dem Kreisel Wil und Hostettli gehört zu den meist befahrenen Strassen im Kanton», sagte Nidwaldens Baudirektor Josef Niederberger gestern im Landrat. Sie sei die Verbindung aus dem Engelbergertal zum Anschluss an die Autobahn. Auf den 400 Metern werde mitunter zu schnell gefahren. Darum will der Kanton mit verschiedenen baulichen Massnahmen eine Verkehrsberuhigung erzielen. Zudem würden die Einfahrten aus der Schulhausstrasse sowie von der künftigen Wertstoffsammelstelle von Oberdorf und der Einstellhalle des Ersatzbaus Süd bei der Kaserne verbessert.

Dass es auf dem Abschnitt Verbesserungen brauche, war weitgehend unbestritten. Die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) habe sich bei einer Begehung einen Eindruck verschafft, sagt Sprecher Armin Odermatt (SVP, Büren).Diskutieren könne man über Sinn oder Unsinn eines Eingangstores, wie es geplant sei. «Zuerst wird die Strasse auf 13 Meter verbreitert, dann sorgt man mit den aufwendigen Massnahmen dafür, dass der Verkehr nicht zu schnell rollt.» Das sei nicht so einfach zu verstehen, so Odermatt.

Kein Verständnis für Aufhebung

Die Debatte über das generelle Projekt drehte sich längere Zeit um die Unterführung, die heute beim Kreisel Wil die Hauptstrasse unterquert. Die Kommission hatte in ihrem Bericht beantragt, diese nicht wie vorgesehen aufzuheben und dafür auf einen oberirdischen Fussgängerübergang an deren Stelle zu verzichten. «Die Kommission kann nicht verstehen, warum diese Unterquerung weg soll», sagte Odermatt. Er habe auch viele Reaktionen von Bewohnern aus den Gebieten Schinhalten oder Waltersberg erhalten, die die Unterführung beibehalten möchten. Walter Odermatt (SVP, Stans) sagte, er habe sich im falschen Film gewähnt, als er zum ersten Mal von den Plänen gehört habe.

Niklaus Reinhard (FDP, Hergiswil) und Thomas Wallimann (Grüne, Ennetmoos) gaben zu bedenken, dass der Landrat gar nicht über die Unterführung zu bestimmen habe, da die Ausgestaltung des Langsamverkehrs Gemeindesache sei. Baudirektor Josef Niederberger hielt fest, dass das Strassenprojekt in Zusammenarbeit mit Oberdorf erarbeitet worden sei. Unabhängig davon, was der Landrat beschliesse, werde sich der Souverän an der kommenden Frühlingsgemeindeversammlung zu dem Projekt äussern können. Der Landrat sprach sich mit 43 zu 13 Stimmen für die Beibehaltung der Unterführung aus und genehmigte das generelle Projekt mit 55 zu 2 Stimmen.

Kredit um eine Viertelmillion reduziert

Zu diskutieren gab im Rat auch der Kredit von 3,9 Millionen Franken, den die Regierung für die Strassenraumgestaltung beantragt hat. Angesichts der eingeplanten Reserven und der Kostengenauigkeit von plus/minus 20 Prozent könne man diese Summe etwas senken, befand Daniel Niederberger (SP, Stans) und beantragte namens Grünen/SP-Fraktion eine Senkung auf 3,6 Millionen Franken.

Josef Bucher (CVP, Buochs) fand, eine Senkung sei nicht statthaft. Es handle sich nicht um einen Neubau und es könne immer etwas Unvorhergesehenes auftauchen. Jörg Genhart (SVP, Stans) hielt fest, dass seine Fraktion eine Reduktion des Betrags auf 3,4 Millionen Franken fordern wollte. Einerseits sei dies aufgrund der Reserven angezeigt, anderseits liesse sich mit Anpassungen am Projekt weiteres Geld sparen. Die SVP rücke jedoch von der Maximalforderung ab und schliesse sich dem Antrag der Grünen/SP-Fraktion an. Der Rat folgte dem Antrag von Daniel Niederberger mit 47 zu 10 Stimmen.

Die Finanzkommission hatte in ihrem Bericht Kritik geübt an der vorgesehenen Deckelung des Beitrags der Gemeinde Oberdorf an das Projekt. Dies sei nicht zulässig. Baudirektor Josef Niederberger räumte einen Fehler in den Verhandlungen mit der Gemeinde ein. Der Regierungsrat wehre sich nicht gegen die Aufhebung des Deckels. «Solche Sachen dürften eigentlich nicht passieren», befand Philippe Banz (FDP, Hergiswil) und rief die Regierung auf, vermehrt ein Auge darauf zu haben. - In der Schlussabstimmung nahm der Landrat den Kredit mit 55 zu 2 Stimmen an.