Die Verkehrsfrage in Nidwalden ist zur Chefsache erklärt worden

«Verkehrs-Taskforce setzt Massnahmen um», Ausgabe vom 31. Januar 2020

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Gemäss Artikel hat der Kanton ein Verkehrslenkungskonzept erstellt. Daraus werden bis im April 2020 erste Massnahmen in Hergiswil und Stansstad umgesetzt. Die Sektion Ob- und Nidwalden des VCS Verkehrs-Club der Schweiz begrüsst diesen Schritt sehr und stellt erfreut fest, dass Verkehrslenkungsmassnahmen salonfähig werden und zur Anwendung kommen. In diesem Zusammenhang geht es um Dosierungsanlagen und Fahrverboten auf Gemeindestrassen.

Ebenfalls finden wir richtig, dass betreffend Lage in und um Stans weitere Abklärungen getroffen werden. Wie bei Hergiswil und Stansstad muss auch in Stans das Ziel sein, den Durchgangsverkehr aus dem Dorfkern umzuleiten. Bei Stans ist ausserdem besonders wichtig, dass die Busse ungehindert bis zum Bahnhof Stans fahren können: Der öffentliche Verkehr als Massentransportmittel darf auf keinen Fall beeinträchtigt werden. Verkehrslenkungsmassnahmen im Engelbergertal erachten auch wir als dringend nötig. Dies müsste ebenfalls im Sinne der Einwohner von Engelberg sein, die nach Neujahr ein Verkehrschaos mit zugeparkten Strassen und paralysierten Ortsbussen erlebt haben.

Mit der Teilnahme von drei Regierungsräten in der Taskforce ist nun die Verkehrsfrage als Chefsache erklärt worden. Dies ist aus unserer Sicht eine sehr wichtige Erfolgsvoraussetzung.

Die ersten Resultate stimmen uns zuversichtlich. Doch wie Remo Zberg es erwähnt hat: «Letztlich muss es in Richtung eines Gesamtverkehrskonzepts für den Kanton gehen.»

Dieses Gesamtverkehrskonzept soll natürlich von den aktuell gültigen Grundsätzen der Verkehrsplanung Rechnung tragen und in der Folge die Verschiebung vom motorisierten Individualverkehr auf andere Verkehrsträger vorantreiben.

Die Planung und Massnahmen müssen den ÖV stärken sowie den Velo- und Fussverkehr konsequent fördern und dessen Infrastruktur dezidiert verbessern. Unter anderem müssen innerorts unsere Strassen – auch Kantonsstrassen – sicherer und attraktiver für die Bevölkerung, besonders für Fussgänger, werden. In der Gestaltung von Ortsdurchfahrten liegt viel Potenzial.

Schlussendlich müssen auch lenkungswirksame Elemente wie die oben ausgeführten Dosierungsanlagen, aber auch Parkplatzbewirtschaftung und ganz bestimmt Mobilitätsmanagement, zur Anwendung kommen. Weder Nid- noch Obwalden werden noch mehr Autoverkehr vertragen. Eine Alternative zwischen mehr Staus und einer zeitgemässen Verkehrsplanung – die Lenkungsmassnahmen beinhaltet – haben wir nicht.

Daniel Daucourt, Präsident VCS Sektion Ob- und Nidwalden

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