Die Wolfenschiesser Teilrevision der Nutzungsplanung sorgt für Gesprächsstoff

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 23. September haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Wolfenschiessen über wichtige Entschlussfassungen zu entscheiden.

Franz Niederberger
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Die Gemeinde Wolfenschiessen befindet an der Ausserordentlichen Gemeindeversammlung über die Teilrevision der Nutzungsplanung. Dabei geht es unter anderem um die Ausscheidung von Gewässerraum. Hierfür gelten die Gesetzgebungen des Bundes zum Wasserbau und zum Gewässerschutz. Die Kantone sind verpflichtet, den Raumbedarf für oberirdische Gewässer, der für die Gewährleistung der natürlichen Funktion der Gewässer, des Hochwasserschutzes und der Gewässernutzung erforderlich ist, festzulegen und auszuscheiden. Mit der vorliegenden Teilrevision werden in der Gemeinde Wolfenschiessen die Gewässerraum- sowie Abflusswegzonen und Abflusskorridore ausserhalb des Siedlungsgebietes ausgeschieden. Innerhalb der Bauzone wurden die Räume bereits im Rahmen der Gesamtrevision 2013 festgelegt.

Die Gemeinde Wolfenschiessen befindet über wichtige Geschäfte.

Die Gemeinde Wolfenschiessen befindet über wichtige Geschäfte.

Bild: Corinne Glanzmann (22. Januar 2020)

Redimensionierung von Bauzonen

Laut Bundesrecht sind Bauzonen so festzulegen, dass sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen. Ist dies nicht der Fall, müssen die Baulandreserven auch gemäss Vorgaben des kantonalen Richtplans auf das zulässige Mass reduziert werden. Aktuell weist die Gemeinde Wolfenschiessen einen Bauzonenüberhang von 2 Hektaren auf. Mit der Auszonung von knapp 8000 m2 wird ein erster Schritt getan. Innert der Auflagefrist wurden 16 Einwendungen eingereicht, davon konnten elf gütlich erledigt werden. Über fünf Einwendungen hat die Gemeindeversammlung zu entscheiden. Stein des Anstosses ist der Gewässerraum entlang der Engelbergeraa. Von Seiten der Behörde wurde dargelegt, dass der Gewässerraum der Engelbergeraa gemäss Gewässerschutzgesetzgebung eine minimale Breite von 46 Metern aufweisen muss. Einwände haben auch die Umweltschutzorganisationen WWF Schweiz und WWF Unterwalden. Sie beantragen, dass der Gewässerraum entlang der kleinen Seeli Burgholzseeli und Secklisbach Fellboden zu vergrössern sei. Zudem sollen die Bauzonen weiter verkleinert werden.

Sondernutzungszone Seilbahnen

Über eine ebenfalls nicht gütlich erledigte Einwendung für eine Sondernutzungszone beim Titlis hat die Gemeindeversammlung zu entscheiden. Dabei handelt es sich um das Projekt Titlis 3020 der Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis AG. Das Projekt unterteilt sich in die Teilprojekte Turm und Station sowie die neue einspurige Pendelbahn zwischen Stand und Titlis mit einer unabhängigen Bergstation. Ziel der vorliegenden Teilrevision ist, die geplante Pendelbahn Stand-Titlis zonenkonform zu ermöglichen. Dafür soll eine Sondernutzungszone geschaffen werden. Die kantonale Vorprüfung, sie wurde mit Vertretern der Baudirektion besprochen, enthält Hinweise, Vorbehalte und Empfehlungen. Diese wurden in die aufliegenden Unterlagen aufgenommen. Die Umweltverbände Pro Natura, Pro Natura Unterwalden, WWF Schweiz, WWF Unterwalden, Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) und die Sektion Ob- und Nidwalden reichten innert der Auflagefrist eine gemeinsame Einwendung ein und stellten verschiedene Anträge. An der Einwendungsversammlung mit der Behörde konnte keine gütliche Einigung erzielt werden, somit entscheidet die Gemeindeversammlung.