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Diese Hergiswiler Kurven nehmen alle

Der Pumptrack wurde schon bestürmt, kaum war er aufgestellt. Mit dem neusten Angebot des Kantons sollen die Kinder nicht nur ihren Spass haben, sondern auch etwas lernen.
Matthias Piazza
Schüler probieren den neuen Pumptrack aus. Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 26. März 2019)

Schüler probieren den neuen Pumptrack aus. Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 26. März 2019)

Jan Blättler meistert mit seinem Velo beschwingt den Parcours, liegt gekonnt in die engen Kurven, fährt über die hügeligen Abschnitte. «Es war cool, machte einfach Spass», gibt er nach den ersten paar Runden begeistert zu Protokoll. Und das Tollste sei, dass er eine solche Anlage nun praktisch vor der Haustüre habe.

Seit vergangenem Dienstag und noch bis Ende Mai können sich der elfjährige Fünftklässler und alle sportbegeisterten Jugendlichen und Erwachsenen auf der rund 60 Meter langen hügeligen und kurvenreichen Strecke mit dem Velo, dem Skateboard oder sonst einem nicht motorisierten zweirädrigen Gefährt austoben. Das wird auch schon am ersten Tag fleissig gemacht. Ganze Kolonnen von Schülern unterschiedlichen Alters probieren die neuste Sensation auf dem Schulhausplatz des Hergiswiler Matt-Schulhauses aus. Ambitionierte fahren mit den Velos, ohne zu treten, sie bewegen sich mit reinem Be- und Entlasten von Vorder- und Hinterrad, im Fachjargon auch «Pumpen» genannt, auf Englisch «pump», was der Anlage den Namen gibt.

Was die Schüler wohl nicht wissen: Ohne die Umbauarbeiten des Grossmatt-Schulhauses wären sie vielleicht nicht zu diesem Vergnügen gekommen. «Zwei Jahre lang fehlte uns eine Turnhalle, so konnten wir nicht sämtliche Turnstunden drinnen abhalten», erklärt Schulleiterin Barbara Ming, die die Anlage nach Hergiswil holte. So ging es im Winter unter anderem auf die Skipiste oder zum Klettern. Der Parcours als weiteres Element komme nun wie gerufen. «Lehrer aller drei Hergiswiler Schulhäuser können die Pumptrack-Anlage für Turnlektionen nutzen.»

Und das scheinen sie auch vorzuhaben. Interessiert lassen sich die Lehrer an diesem Eröffnungstag von Fachleuten instruieren, erhalten Tipps für sinnvolle Lektionen auf der Bahn, wagen sich auch selber auf die Anlage.

«Nicht mehr alle Kinder können Velo fahren»

Philipp Hartmann, Leiter der Abteilung Sport des Kantons Nidwalden, spricht von einem modernen Spielplatz, wobei es um weit mehr als nur um Spass gehe, nämlich auch um Bewegungsförderung, etwas, das in der heutigen Zeit je länger desto wichtiger sei. «Nicht mehr alle Kinder können gut Velo fahren, etwa weil sie sich wegen des immer dichteren Strassenverkehrs nicht mehr mit dem Velo auf die Strasse wagen. Auf der Anlage können die Kinder das Gleichgewicht und die Koordination trainieren, wodurch sie im Strassenverkehr sicherer werden.»

Und die Sicherheit beim Benutzen des Pumptracks? Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung sei die Verletzungsgefahr bei dieser Sportart gering, hält Philipp Hartmann fest.

Interesse der Gemeinden ist gross

Für rund 48000 Franken hat der Kanton die Anlage gekauft, finanziert aus dem Swisslos-Sportfonds. Sie kann von den Gemeinden für 800 Franken für vier bis acht Wochen gemietet werden. Hergiswil steht dabei nur am Anfang einer grossen Tournee. «Die Anlage ist bis im Sommer 2020 ausgebucht und macht in sämtlichen elf Nidwaldner Gemeinden Halt», erzählt Philipp Hartmann stolz. Nach ihrem Einsatz in Hergiswil wird die Anlage im Juni hinter der Kollegi-Turnhalle in Stans aufgebaut, während der Sommerferien steht sie auf dem Campingplatz Buochs, später kommt sie nach Beckenried.

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