«Diesmal ein düsteres Sujet», dachte sich der Buochser Urs Gabriel für die Fasnacht

Urs Gabriel war als Pestdoktor unterwegs. In der Gruppe und alleine. 

Matthias Piazza
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Urs Gabriel in seinem Pestdoktor-Kostüm.

Urs Gabriel in seinem Pestdoktor-Kostüm.  

Bild: Martin Uebelhart (24.2.2020)

Mit seiner Schnabelmaske, dem schwarzen Hut und Umfang stach der Pestdoktor an der Stanser Fasnacht vom Schmutzigen Donnerstag und Güdismontag aus dem farbenfrohen Fasnachtsgetümmel hervor. Hinter der Figur aus dem Mittelalter, welche die Pest hätte vertreiben sollen, steht Urs Gabriel mit Sachä 97. Das sind Nidwaldner Fasnachtsverrückte, welche sich von Guuggenmusigen her kennen und sich vor dreizehn Jahren zu dieser Fasnachtsgruppe zusammengeschlossen haben. Fast jeden Fasnachtstag sei er unterwegs, entweder alleine oder mit der Gruppe. «Man kann vom Alltag abschalten, sich ungezwungen geben, in den Tag hineinleben.» Das mache für ihn den Reiz der Fasnacht aus.

Mehr Aufmerksamkeit dank mystischer Klänge

«Dieses Jahr hatten wir Lust auf ein düsteres Sujet», begründet der 49-jährige Buochser die Wahl, die übrigens gefallen sei, bevor das Corona-Virus in die Schlagzeilen gekommen sei. Insofern sei der Bezug zur Aktualität ein Zufall.

Besonders das Fertigen der Schnabelmaske und des Hutes hätten schon noch einige Abende Arbeit beschert. «Aber das ist uns der Aufwand wert. Zur Fasnacht gehört einfach ein originelles Motto dazu.» Die vielen positiven Reaktionen der Leute würden ihnen recht geben. Als am Schmutzigen Donnerstag düstere Klänge, die aus dem hinterhergezogenen Lautsprecherwagen dröhnten, seinen Auftritt stimmig untermalten, habe er besonders viel Aufmerksamkeit erhalten.

Am Güdismontag fror er bestimmt nicht in seinem dicken schwarzen Kostüm, knackte doch das Thermometer am späteren Nachmittag gar die 20-Grad-Marke. «Es heizt schon ein bisschen ein. Da ist eben die Kunst des Kleiderschichtens gefragt, aber das habe ich langsam im Griff», sagt der Buochser mit 35 Jahren Fasnachtserfahrung. «Das bombastische Wetter hebt die Stimmung», schwärmt er. Ihn selber würde aber auch kaltes Wetter nicht von der Fasnacht abhalten, Hauptsache, man könne sich irgendwo aufwärmen.