Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Trendsport Discgolf: Nidwaldner wollen die Region für den Frisbee begeistern

Auf dem Kollegi-Sportplatz in Stans sollen Discgolfer dank einem 12-Loch-Parcours eine Heimat erhalten. Es wäre laut den Initianten die erste Anlage dieser Art in der Zentralschweiz. Noch ist die Finanzierung aber nicht gesichert.
Oliver Mattmann
Samuel Zurfluh demonstriert mit einem mobilen Korb, wie Discgolf funktioniert. Der Frisbee sollte in der roten Tasche landen. (Bild: Manuel Jans-Koch, Stans, 25. Januar 2019)

Samuel Zurfluh demonstriert mit einem mobilen Korb, wie Discgolf funktioniert. Der Frisbee sollte in der roten Tasche landen. (Bild: Manuel Jans-Koch, Stans, 25. Januar 2019)

Noch nie von Discgolf gehört? Das Spiel ist relativ simpel: Auf Bahnen mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden muss man einen Frisbee mit möglichst wenig Schüssen in die Endzone bringen. Im Prinzip wie beim Golf, wie es der Name verrät, nur halt ohne Ball. Und am Zielort wartet ein Korb mit einem Durchmesser von 40 Zentimetern anstatt eines Lochs.

Die Sportart erfreut sich in Amerika, Finnland und Schweden grosser Beliebtheit. In der Schweiz existiert ebenfalls ein Verband, gegen 500 Spieler sind eingetragen, rund 100 nehmen aktiv an Turnieren teil. Nun fasst Discgolf auch in Nidwalden allmählich Fuss. Mitglieder des national erfolgreichen Frisbee-Clubs Crazy Dogs Stans haben vor gut einem Jahr einen Discgolf-Verein namens Blowflies ins Leben gerufen. Dieser hat ein kühnes Projekt in der Pipeline: ein 12-Loch-Parcours auf der Sportanlage des Kollegis in Stans. Es wäre laut Samuel Zurfluh (32), Vizepräsident der Blowflies und Hauptinitiant, der erste in der Region. «Wenn wir auf festinstallierte Körbe spielen wollen, ist Zürich der nächstgelegene Standort.» Darüber hinaus gebe es vor allem in der Westschweiz noch einige 18-Loch-Parcours. «Der Verband ist erfreut über unser Vorhaben. In der Zentralschweiz liegt die Szene bisher eher brach.» Zwar wurden früher Turniere auf temporären Bahnen auf der Älggialp ob Sachseln ausgetragen, ein Ganzjahreskurs aber wäre ein Novum.

Angebot soll auch Anfänger anlocken

Anfänglich schwebten Samuel Zurfluh und Co. Bahnen von bis zu 140 Metern vor, so wie sie auch bei grossen Kursen für Turniere vorkommen. Doch je länger sie an der Idee feilten, desto mehr schwenkten sie auf kürzere Distanzen von 60 bis 80 Metern. «Wir kamen zum Schluss, ein Angebot für Neueinsteiger zu kreieren. So macht es den Leuten, die erstmals mit der Sportart in Kontakt kommen, mehr Spass», ist Zurfluh überzeugt. Dass der Parcours keine grösseren Dimensionen annimmt, ist auch im Sinne der kantonalen Mittelschule. «Die Verantwortlichen haben unser Projekt, das auf ihrem Areal realisiert wird, positiv aufgenommen. Selbstverständlich respektieren wir ihre Anliegen, dass der Unterricht auf dem Kollegi-Sportplatz Vorrang geniesst und wir keine Frequenzen auf den umliegenden Magerwiesen und Waldabschnitten mit Wildtieren fördern.» Infotafeln mit Spiel- und Verhaltensregeln sollen darauf hinweisen.

Die Parcours-Idee sei auch bei Tourismus Stans auf offene Ohren gestossen, man habe bisher schon einiges an ideeller Unterstützung erfahren dürfen, freut sich Zurfluh. Sollte der Parcours tatsächlich erstellt werden, sei man von Vereinsseite an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert, etwa wenn es um die Vermietung von Frisbees ginge. «Das ist im Moment aber noch Zukunftsmusik.»

Crowdfunding lanciert, um Gönner zu finden

Was bereits geklärt ist: Kanton und Gemeinde haben gemäss Samuel Zurfluh entschieden, dass für das Aufstellen der Startpunkte, Körbe und Tafeln kein herkömmliches Baugesuch vonnöten sei. Fehlt eigentlich nur noch eines: die Finanzierung. Zurfluh rechnet mit Kosten zwischen 12 000 und 14 000 Franken für die Anschaffung des Materials und die Infrastruktur. Zwar freut er sich besonders darüber, dass die Gemeinde Stans und das Sportamt Nidwalden einen Projektbeitrag in Aussicht gestellt haben, doch auf der anderen Seite verlief die Suche nach Sponsoren harzig. Deshalb greift der Discgolf-Verein zu einem Mittel, auf das inzwischen auch viele andere setzen: Crowdfunding. Bis zum 22. Februar sollen im Internet über kleinere und grössere Gönner die noch benötigten 6000 Franken zusammenkommen.

Samuel Zurfluh ist zuversichtlich, dass die anderswo herrschende Popularität von Discgolf auf die ganze Region überschwappen kann, zumal Frisbee in Stans bereits «in» ist. «Der Zugang zum Sport ist einfach. Discgolf ist gratis, und auch ein Frisbee kostet nicht alle Welt.» Es sei wie «Spazieren plus» in der Natur mit einer zusätzlichen Herausforderung, findet Zurfluh. Doch was ist, wenn der Verein das Geld nicht zusammenkriegt? «Dann müssen wir uns die Frage stellen, ob ein solcher Parcours wirklich mehrheitsfähig ist, auch wenn wir schon viel Arbeit und Herzblut reingesteckt haben.»

Hinweis: Mehr Infos: www.discgolfstans.ch und www.funders.ch/discgolf

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.