Doch kein Zusatzkredit für Sanierung der Kehrsitenstrasse nötig

Die Baudirektion Nidwalden hat das Projekt für die Instandstellung der Kehrsitenstrasse überarbeitet. Die Kosten konnten soweit reduziert werden, dass der bewilligte Kredit eingehalten werden kann.

Philipp Unterschütz
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Die Kehrsitenstrasse muss dringend saniert werden.

Die Kehrsitenstrasse muss dringend saniert werden. 

Bild: Corinne Glanzmann (Kehrsiten, 28. August 2019)

Eigentlich hätten die Bauarbeiten zur Instandsetzung der Kehrsitenstrasse zwischen Stansstad und Kehrsiten diesen Winter beginnen sollen. Im September 2019 hat der Regierungsrat die Reissleine gezogen und den Start auf diesen Herbst verschoben. Die einzige Offerte, die bei der Ausschreibung eingegangen war, sowie die Kosten des Transportsystems hatten den bewilligten Gesamtkredit von 16,4 Millionen Franken um rund 3 Millionen überschritten.

Wie die Baudirektion am Donnerstag mitteilte, habe sie in der Zwischenzeit das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Projektverfasser sowie Spezialisten für Steinschlagschutz und konzentrierten Bauweisen überarbeitet. In Workshops wurden mögliche Kostenreduktionen ermittelt und insbesondere geprüft, welche Bauarbeiten unter Verkehr erledigt werden können. Der Bauablauf sieht vor, dass die Arbeiten nur teilweise unter Totalsperrungen ausgeführt werden. So könnten die Kosten so weit reduziert werden, dass kein Zusatzkredit beim Landrat beantragt werden müsse, «sofern im Ausschreibungsverfahren marktübliche Preise offeriert werden und keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreffen».

Der Bauablauf sieht nun vor, dass die Arbeiten teils unter temporären Sperrungen und mit Einbahnverkehr, teils unter Totalsperrungen ausgeführt werden. Wie die Baudirektion in einer Mitteilung schreibt, können auf diese Weise die Kosten so weit reduziert werden, dass kein Zusatzkredit beim Landrat beantragt werden muss, sofern im Ausschreibungsverfahren marktübliche Preise offeriert werden und keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreffen.

Einsparungen durch Aufteilung in Einzellose

Ein Grund für die Zuversicht der Baudirektion ist der Umstand, dass die verschiedenen Arbeitsgattungen dieses Mal in mehreren Einzellosen ausgeschrieben werden und man deshalb mehrere Eingaben erwarte. «Die Koordination zwischen den Losen übernimmt die Baudirektion, was die Kosten sehr reduziert», erklärt Baudirektor Josef Niederberger auf Anfrage.

Weitere Einsparungen ergeben sich durch Änderungen beim Steinschlagschutz und durch die Verlängerung der Bauzeiten. Auch beim Transportkonzept sind die Kosten tiefer, weil die Fähre weniger lang gebraucht wird. Grundsätzlich werde das gleiche, bereits bekannte Projekt ohne Abstriche umgesetzt. Josef Niederberger verneint auch vehement, dass es sich um eine Salamitaktik handle, bei der einfach später ein Nachtragskredit beim Landrat drohe.

Die Ausschreibungen laufen ab Mitte März für den Steinschlagschutz und ab Mitte Mai für die Baumeisterarbeiten.

Entgegenkommen der Bevölkerung erwartet

Das Projekt soll von Oktober 2020 bis Mai 2022 mit baulichen Schwerpunkten in den beiden Winterhalbjahren umgesetzt werden. Das Fahrtregime sieht von November 2020 bis März 2021 Strassensperrungen von 8 bis 17 Uhr vor. In dieser Zeit verkehrt zwischen Stansstad und Kehrsiten eine Autofähre.

In den beiden Monaten Oktober 2020 und April 2021 wird die Strasse zwischen 8 und 12 Uhr sowie 13.30 und 17 Uhr ebenfalls für den Verkehr gesperrt. Die Fähre verkehrt dann nicht. «In dieser Zeit erwarten wir von der Bevölkerung von Kehrsiten ein Entgegenkommen», sagt Josef Niederberger. «Dafür gibt es aber das ganze erste Winterhalbjahr keine Totalsperrung, die Strasse ist nachts von 17 bis 8 Uhr morgens offen. Wir finden, über alles ist das eine Win-win-Situation.»

Während der zweiten Bauetappe im Winter 2021/22 gibt es aber, wie ursprünglich schon geplant, von Ende Oktober bis April eine Totalsperrung. In dieser Zeit werden – genau wie in der letzten Projektversion vorgesehen – die Autofähre und spätabends ein Rufboot verkehren.

Das Vorgehen sei mit dem Gemeinderat Stansstad und der Begleitgruppe, die aus Einwohnern von Kehrsiten besteht, besprochen worden, so Niederberger weiter. Die Bevölkerung von Kehrsiten ist am Donnerstag mit einem Brief informiert worden.

Verkehr muss sich an Zeitfenster halten

Für die gesamte Projektzeit gilt: Immer, wenn die Strasse nicht gesperrt ist, herrscht Einbahnverkehr zwischen Harissen und dem Warteraum Baumgarten. Pro Fahrtrichtung gibt es jede halbe Stunde ein Zeitfenster von fünf Minuten, währenddessen die Einfahrt für Auto- und Velofahrer auf den Baustellenabschnitt gestattet ist. Im Sommerhalbjahr 2021 ist die Strasse normal befahrbar. 

Die heutige Verkehrsordnung mit dem Sonntagsfahrverbot und Sonderbewilligungen bleibt während der gesamten Projektzeit bestehen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass kein zusätzlicher Verkehr die Strasse belastet.

Mit der Instandsetzung der Kehrsitenstrasse verfolgt der Kanton vier Ziele: Die Strasse soll für die Benutzerinnen und Benutzer attraktiver werden, ihr Erscheinungsbild behalten, mehr Sicherheit vor Steinschlag bieten und die in diesem Gebiet angesiedelten Erdkröten schützen.

So sieht das Erschliessungskonzept für die Bevölkerung aus:

  • Standard-Regime während gesamter Bauzeit (gilt für Auto-/Velofahrer): Einbahnverkehr / Sonntagsfahrverbot
    Einfahrt in Richtung Kehrsiten: xx.00 – xx.05 und xx.30 – xx.35 Einfahrt in Richtung Stansstad: xx.15 – xx.20 und xx.45 – xx.50
  • Oktober 2020 und April 2021: Strasse gesperrt von 08.00 – 12.00 und 13.30 – 17.00 Uhr. Restliche Tageszeiten: Einbahnverkehr / Sonntagsfahrverbot
  • November 2020 – März 2021: Strasse gesperrt von 08.00 – 17.00 Uhr. Einsatz der Autofähre 08.00 – 17.00 Uhr. Restliche Tageszeiten: Einbahnverkehr / Sonntagsfahrverbot
  • Oktober 2021 und Mitte April / Mai 2022: Strasse gesperrt von 08.00 – 12.00 und 13.30 – 17.00 Uhr. Restliche Tageszeiten: Einbahnverkehr / Sonntagsfahrverbot
  • November 2021 – Mitte April 2022: Strasse gesperrt von 00.00 – 24.00 Uhr. Einsatz von Fähre und Rufboot
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