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Doppelmord kommt wieder auf die Bühne in Maria-Rickenbach

Die Theatergesellschaft Dallenwil inszeniert die Geschichte des Mords an zwei Wildhütern auf der Gruobialp in einem Freilichtspiel neu.
Sandra Peter
Das Stück vor 10 Jahren war ein grosser Publikumserfolg. Im Bild Pater Josef Moos (Guido Infanger, links), Kaplan von Niederrickenbach, mit dem Doppelmörder Adolf Scheuber (Sandro Christen, rechts). (Bild: Richard Greuter, 11. Juni 2009)

Das Stück vor 10 Jahren war ein grosser Publikumserfolg. Im Bild Pater Josef Moos (Guido Infanger, links), Kaplan von Niederrickenbach, mit dem Doppelmörder Adolf Scheuber (Sandro Christen, rechts). (Bild: Richard Greuter, 11. Juni 2009)

Vor rund 120 Jahren erschoss ein Nidwaldner Wilderer auf der Gruobialp einen Obwaldner Wildhüter und seinen Sohn. Dem Wolfenschiesser Wilderer gelang es, zu entkommen. Der Fall vom 14. Oktober 1899 konnte nie restlos geklärt werden, weshalb er bis heute Anlass zu Spekulationen gibt und in der Vergangenheit das Verhältnis der beiden Kantone belastete.

Die Theatergesellschaft Dallenwil will die Geschichte unter freiem Himmel auf Maria-Rickenbach neu erzählen. Vom 20. Juni bis 26. Juli 2020 sind 24 Aufführungen geplant. «Es ist eine spannende und mysteriöse Geschichte, die Ob- und Nidwaldner nach wie vor bewegt», begründet OK-Präsident René Odermatt den Entscheid, den Fall neu inszeniert aufzuführen.

Ein frischer Blickwinkel auf die Geschehnisse

Neu soll das Stück vermehrt die Obwaldner Seite beleuchten. «Das neue Stück spielt im Melchtal, woher die beiden getöteten Wildhüter Werner und Joseph Durrer stammten, und nimmt die Vorgeschichte rund um das Jagdgesetz auf. Es zeigt auch die Situation in Obwalden nach dem Mord», so Odermatt.

Es werde die Frage aufgerollt, wie es überhaupt zu diesem Mord kommen konnte; was einen Menschen dazu veranlasst habe, zu töten. Die Theatergesellschaft Dallenwil führte bereits 2009 ein Freilichtspiel rund um den Mord auf der Gruobialp auf. «Beim letzten Freilichtspiel stand der Nidwaldner Wilderer Adolf Scheuber im Fokus, sein Entkommen. Die Geschichte wurde rund um seine Person aufgebaut und spielte mehrheitlich in Nidwalden», sagt der OK-Präsident.

Das 1933 erstmals erschienene und damals verbotene Buch «Die eine, wilde Jagd» des ehemaligen Stanser Oberrichters Ernst Rengger (1886 – 1971) bildete die Grundlage für die Vorstellungen vor zehn Jahren. Die kommenden Aufführungen basieren auf dem 2002 erschienenen Buch «Doppelmord auf der Gruobialp» des Engelberger Historikers Michael Blatter. Derzeit arbeite Blatter bereits an einem neuen Buch, weiss OK-Präsident Odermatt. Es seien bisher noch unbekannte Unterlagen aufgetaucht, die der genaueren Aufbereitung bedürfen. Allenfalls würden neue Erkenntnisse bereits in das Theater einfliessen.

Laiendarsteller spielen inmitten der Bergkulisse

Etwa 20 bis 25 Laiendarsteller werden im Theater mit einer Sprechrolle auftreten, hinzukommen Nebendarsteller und Statisten. Regie führt wie 2009 Klaus Odermatt. Vor zehn Jahren kam das Freilichtspiel mit Beiträgen von Jodlern, Fahnenschwingern und Alphornbläsern beim Publikum so gut an, dass es Zusatzvorstellungen gab. Ob musikalische Einlagen wiederum Bestandteil sein werden, ist noch nicht geklärt. «Wir halten uns diese Möglichkeit offen», sagt OK-Präsident René Odermatt.

Die Kulisse werden hauptsächlich die Natur und die Bergwelt bilden. «Das Bühnenbild wird in die Szenerie eingebunden, hält aber trotzdem das eine oder andere Extra bereit», verspricht Odermatt. Der Spielort liegt rund 30 Minuten zu Fuss von der Bergstation der Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach entfernt. «Die Leute sollen zur Einstimmung auf die Vorstellung die Natur und die Stimmung von Maria-Rickenbach wahrnehmen. Sie sollen an diesem Kraftort ankommen, das Ganze soll ein Erlebnis sein», erklärt der OK-Präsident. Für Besucher im Rollstuhl oder mit Gehschwäche werde es ein Transportmittel geben. Aufgebaut wird eine gedeckte Tribüne für 250 Zuschauer. Die Festwirtschaft werde nicht in einem Zelt, sondern in einem «speziellen Holzbau» geführt werden, so Odermatt. Genaueres will er aber noch nicht verraten.

Der Ticket-Vorverkauf hat noch nicht gestartet. Bei den Vorstellungen der Theatergesellschaft diesen Herbst können Besucher bereits Gutscheine für das Freilichtspiel erwerben. Ebenso werden die Veranstalter an Weihnachtsmärkten präsent sein. «Der offizielle Vorverkauf online wird dann im Verlaufe des nächsten Jahres gestartet», erklärt Odermatt. Ein Billett für die Vorstellung inklusive Fahrt mit der Luftseilbahn kostet 69 Franken.

An den 24 Vorstellungen könnten total bis zu 6000 Zuschauer teilnehmen. «Wir hoffen auf ein reges Interesse an der Neuinszenierung», sagt der OK-Präsident. Es gehe aber nicht darum, viel Geld zu verdienen. «Wir sind zufrieden, wenn wir ein besonderes Erlebnis bieten und Emotionen auslösen können. Das Publikum soll unsere Leidenschaft fürs Theater spüren.»

Mehr dazu: freilichtspiel-nw.ch

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