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Der Dorfbach von Buochs erhält einen neuen Deckel

Der Buochser Dorfbach ist freigelegt – allerdings nur für die Sanierung. Es braucht den Platz für die Parkplätze.
Matthias Piazza
Gemeinderat Adolf Scherl, Patrik Dommen (Leiter Bauamt) und Bauleiter Roman Krummenacher (von links) begutachten die Dorfbach-Baustelle. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 5. November 2019)

Gemeinderat Adolf Scherl, Patrik Dommen (Leiter Bauamt) und Bauleiter Roman Krummenacher (von links) begutachten die Dorfbach-Baustelle. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 5. November 2019)

Das Quartier an der Buochser Dorfstrasse oberhalb des Spritzenhauses präsentiert sich dieser Tage ungewohnt. Die Dorfstrasse ist belegt mit Baufahrzeugen. Wo sonst Autos parkieren, ist der Blick frei auf den Kanal des Dorfbaches. Dessen Wasser fliesst durch zwei im Kanal provisorisch verlegte Rohre. So können die Baufachleute trockenen Fusses arbeiten und das Wasser wird nicht verschmutzt. Sie bessern, wo nötig, Fugen und Wände des Gemäuers aus. Auch die seitlichen Zuflüsse, welche Regenwasser mitführen, werden wieder instand gestellt. Sie bekommen Einlaufschächte mit Schlammräumen, welche Gewässerverschmutzungen durch allfällig ausgelaufenes Öl verhindern sollen.

Den Eindruck, dass der Kanal sich in einem guten Zustand befindet, bestätigt der für die Gewässer zuständige Gemeinderat Adolf Scherl bei einer Baustellenbegehung. «Die Kalkablagerungen sind minim, es gibt dank fehlenden Tageslichts auch keine Verwachsungen.»

Feuchtigkeit setzte der Kanaldecke arg zu

Das eigentliche Problem ist nach rund einer Woche Bauzeit schon entfernt. Feuchtigkeit und Umwelteinflüsse setzten der über 60-jährigen Kanaldecke stark zu. «Die Armierungseisen waren komplett durchgerostet. Der Beton platzte grossflächig ab, die Decke war zudem nur 15 Zentimeter dick, die Tragsicherheit nicht mehr gewährleistet», führt Bauleiter Roman Krummenacher aus. Das führte dazu, dass im obersten Bereich, unterhalb des Melchior-Wyrsch-Denkmals, der Gemeindeparkplatz auf dem Kanal seit Juli des vergangenen Jahres nicht mehr benutzt werden durfte. Steinblöcke und Pylonen sperrten die riskante Zone ab.

In den nächsten zwei Monaten bekommt der Dorfbach auf einer Länge von rund 60 Metern einen neuen Betondeckel – allerdings etappenweise, sodass die Liegenschaften für Fussgänger und Verkehr zugänglich bleiben. «Die Bauweise wird grundsätzlich dieselbe sein. Jedoch wird die Plattendicke erhöht und es werden hochwertigere Baustoffe verwendet», versichert Bauleiter Roman Krummenacher. Auch entspreche die Traglast den heutigen Anforderungen. «Schwere Lastwagen können zukünftig den eingedolten Bach auch befahren.» Nach den Bauarbeiten kommt das Quartier der Dorfstrasse im Januar also wieder gewohnt daher: Entlang einer Baumallee stehen rund ein Dutzend Gemeindeparkplätze den Kirchgängern oder sonstigen Anstössern dann wieder zur Verfügung.

Andernorts werden Bäche, die durch Kanäle flossen, renaturiert, sprich freigelegt, die Ufer natürlich gestaltet. «Natürlich prüften wir solche Ideen, verwarfen sie aber», so Gemeinderat Adolf Scherl. «Wir brauchen die Fläche für die Parkplätze und die Zufahrt zu den Liegenschaften.» Auch kein Thema sei darum die Umgestaltung zu einer Fussgängerzone. «Solche Veränderungen würden die Buochser wohl nicht goutieren.»

Weder Hochwassergefahr noch Gestank

Trotz des Korsetts sei die Angst vor Hochwasser unbegründet. «Die Wassermenge ist durch das realisierte Hochwasserschutzprojekt Ribibach auf drei Kubikmeter pro Sekunde begrenzt, der Rest des Wassers oberhalb der Autobahn würde im Ereignisfall über die Obgass abfliessen», erklärt Adolf Scherl. Und auch Geruchsbildungen, wie man es von anderen Kanälen kennt, seien ausgeschlossen, da das Wasser immer fliesse.

Später soll der untere Kanalbereich im Abschnitt Restaurant Hirschen bis zum Dorfplatz an die Hand genommen werden, wobei hier nur punktuelle Massnahmen und kein Ersatz des Betondeckels nötig sein werden. Auch aus Kostengründen werden die Arbeiten gestaffelt, begründet Adolf Scherl. Die Sanierung des ersten Abschnittes kostet rund 140'000 Franken.

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