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Doris Windlins Bilder mitten aus dem Leben

Doris Windlin fühlt sich als Malerin überall zu Hause. Dies ist an ihrer Ausstellung in der Sust Stansstad eindrücklich erfahrbar. Selbst Bettler und Alkoholiker haben als Sujet gedient.
Kurt Liembd
Rosen zur Vernissage: Doris Windlin vor einem ihrer ausgestellten Werke in der Sust. (Bild: Kurt Liembd (Stansstad, 27. Okotober 2018))

Rosen zur Vernissage: Doris Windlin vor einem ihrer ausgestellten Werke in der Sust. (Bild: Kurt Liembd (Stansstad, 27. Okotober 2018))

Gross war am Samstag der Aufmarsch zur Vernissage in der Sust. Für einmal gab es nicht nur Wein, Wasser und Orangensaft, sondern Bier der Marke «Franz Kafka». Dies hatte seinen Grund. Denn die Obwaldnerin Doris Windlin wohnt seit 23 Jahren in der Tschechei, kommt aber oft zu Besuch in die Heimat, und Franz Kafka ist ein berühmter tschechischer Schriftsteller. Wer nun glaubt, Windlins Bilder hätten etwas Kafkaeskes an sich – jenes unergründliche Gefühl von Bedrohung, Unsicherheit und Ausgeliefertsein angesichts einer geheimnisvollen Macht – liegt falsch. Das Gegenteil ist der Fall. Ihre Werke sind ehrlich, voller Farben und Freude, mit einem Blick für das Ganze und oft mit Liebe zum Detail. Vom Stil her malt sie stark impressionistisch und mit grosser Empathie für die Menschen.

«Stile und Mode können altern, aber die farbig festgehaltenen Augenblicke von Doris Windlin sind erlebte Zeit und bleiben Quellen der Freude», hielt Christiane Kutra-Hauri in ihrer Laudatio fest. Sie ist selber auch Malerin und Kunstpädagogin in Luzern und sagt zum Stil von Windlin: «Ihre Malerei ist eine Malerei der Farbe und eine Malerei, die frei bleiben will, sich keinem Stil unterordnet, nicht einmal ihrem eigenen.»Man spürt, dass sie «überall zu Hause» ist, wie der Titel der Ausstellung lautet. Dabei geht es nicht nur um geografische Orientierung, wie die Laudatorin betonte. Zu sehen sind Bilder aus Berlin, Irland, San Francisco, Tschechien und aus der Normandie, aber auch aus Luzern, Bern und weiteren Orten. Darin stellt sie Szenen dar und hält Momente von Menschen in unterschiedlichsten Situationen fest. Selbst Obdachlose, Alkoholiker und Bettler finden dabei ihren Platz. Viele ihrer Werke sind von packender Direktheit und Vitalität und erinnern an grosse Impressionisten wie Paul Cézanne oder Claude Monet.

Temperamentvolle Musikvorträge

Windlin zeigt aber auch faszinierende Landschaftsbilder, die sie unter anderem in Obwalden, auf der Klewenalp, in Irland, in der Tschechei und in der Normandie gemalt hat. Ein weiteres Genre, das die nachdenkliche und stille Seite der Künstlerin zum Ausdruck bringt, sind die zahlreichen Selbstportraits. Obwohl es ihr keine Schwierigkeiten bereite, Portraits von andern Menschen zu malen, tut sich die Obwaldnerin nach eigenen Angaben schwer damit, sich selbst zu porträtieren. Doch auch diese sind voll gelungen, wie mehrere Besucher bestätigten. Zur gelungenen Vernissage passte die musikalische Umrahmung. Bruno Rigassi (Piano) und Andreas Gräni (Violine) verliehen der Ausstellung ebenso musikalische Farben, wie man in den Bildern findet. Ihre lebendigen und humorvollen Vorträge widerspiegelten die Vitalität der Künstlerin, ihre Herzlichkeit und ihr Temperament.

Die Ausstellung dauert bis 18. November. Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr. Am 11. November um 9.30 Uhr hält Christiane Kutra-Hauri im Rahmen der Ausstellung einen Vortrag. Infos zur Künstlerin: www.atelier-doris.cz

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