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Drehorgel lässt Nationalhymne erklingen

Zum Nationalfeiertag spielten Drehörgeler auf dem Wirzweli auf. Die Premiere stiess auf Anklang.

Matthias Piazza
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Drehörgeler wie Bernhard Wullschleger (Bild oben links) sorgen für einen speziellen Nationalfeiertag auf dem Wirzweli. René Stucky und Heidi Zberg lauschen den Klängen von Peter Bützer (unteres Bild), der auch ins Orgelinnere blicken lässt.

Drehörgeler wie Bernhard Wullschleger (Bild oben links) sorgen für einen speziellen Nationalfeiertag auf dem Wirzweli. René Stucky und Heidi Zberg lauschen den Klängen von Peter Bützer (unteres Bild), der auch ins Orgelinnere blicken lässt.

Bilder: Matthias Piazza (1. August 2020)

Der eine oder andere Wanderer dürfte sich gefragt haben, ob er sich verhört hat, beim Verlassen der Wirzwelibahn auf der Bergstation. Drehorgeln ertönen am Nationalfeiertag aus allen Richtungen. Ein Dutzend Drehörgeler, die sich um die Bergstation herum aufgestellt haben, erfreuen die Gäste, die auf der Terrasse brunchen oder gerade ihre Wanderung antreten, mit ihren Melodien. «Ich finde diesen Auftritt eine schöne Überraschung», sagt etwa Sabrina Zimmermann aus Buchrain, die mit ihrer Familie gerade einen Ausflug aufs Wirzweli macht.

Am Nationalfeiertag spielten Drehörgeler auf dem Wirzweli auf. Hier: Bernhard Wullschleger.
4 Bilder
Einblick in das Innere einer Drehorgel mit Lochkarte.
René Stucki und seine Lebenspartnerin Heidi Zberg lauschen den Ausführungen von Drehörgeler Peter Bützer.
Jacqueline Schwyter organisierte mit ihrem Mann Wisi Schwyter diesen Drehörgeler-Event.

Am Nationalfeiertag spielten Drehörgeler auf dem Wirzweli auf. Hier: Bernhard Wullschleger.

Bilder: Matthias Piazza (Wirzweli, 1. August 2020)

René Stucki hingegen ist speziell wegen der Drehorgeln gekommen. «Schön, wenn solche alten Instrumente der Öffentlichkeit präsentiert werden, dieses Kulturgut muss man unbedingt erhalten», meint der Altdorfer, der mit dem Gedanken spielt, selber eine Drehorgel zu kaufen. «Kultur in der Natur», bringt es seine Lebenspartnerin auf den Punkt.

Abba und Glenn Miller auf 1200 Meter

Drehorgeln auf 1200 Metern kommen an. Überall, wo sie aufspielen, halten die Leute beim Vorbeigehen kurz an und lauschen etwa der Drehorgelversion von Abbas «I Have A Dream» oder von «Vo Luzern gäge Wäggis zue». Auf Resonanz stösst auch Glenn Millers «Chattanooga Choo Choo». «Die Leute sind positiv überrascht, wenn sie in den Bergen Drehorgelklänge hören. Sie schätzen die Unterhaltung auf ihrer Wanderung», sagt Drehorgel-Interpret Peter Bützer aus Härkingen.

Und wer glaubt, die Nationalhymne schon in allen Variationen gehört zu haben, wird von Bernhard Wullschleger vielleicht eines Besseren belehrt, der die Hymne auf seiner Drehorgel erklingen lässt.

Drehorgel sorgt für funkelnde Kinderaugen

«Der Drehorgel-Anlass eignet sich super in den Bergen, auch, aber nicht nur am Nationalfeiertag», meint Jacqueline Schwyter. Mit ihrem Mann Wisi Schwyter (beide musizieren selber auf der Drehorgel) organisierte sie mit Wirzweli dieses Jahr bereits den fünften Drehorgel-Event, zum ersten Mal allerdings auf Wirzweli. Ausser Brunnen fanden auch die übrigen in den Bergen statt – auf dem Stoos, auf dem Brunni und auf der Klewenalp. «Auch dank des breiten Repertoires können wir Jung und Alt begeistern. Kinder lauschten im Schneidersitz den Drehorgelklängen, ihre Augen funkelten», erzählt Jacqueline Schwyter, welche die Drehorgel-Leidenschaft von ihren Eltern erbte.

Sie spricht von einer Kunst. «Man muss das Lied auswendig kennen, damit man es in der richtigen Geschwindigkeit abspielen kann. Dreht man zu langsam oder zu schnell an der Kurbel, tönt es falsch.» Das Tempo stimmt, nur der plötzlich einsetzende Regen am Nachmittag erfordert, dass die Interpreten mit ihren Instrumenten unters Dach zügeln. Drehorgeln mögen kein Wasser.