Drei Männer aus Ob- und Nidwalden kegeln an der EM

Sportkegler aus Nid- und Obwalden dürfen für das Schweizer Team an die kontinentale Meisterschaft nach Luxemburg reisen.

Merken
Drucken
Teilen
Ein Sportkegler bei der letztjährigen Meisterschaft in Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch; 18. Januar 2018)

Ein Sportkegler bei der letztjährigen Meisterschaft in Luzern. (Bild: Manuela Jans-Koch; 18. Januar 2018)

An der EM-Qualifikation des Schweizerischen Sportkeglerverbands in Luxemburg schafften drei Sportkegler die EM-Selektion ins Herrenteam der besten fünf Sportkegler der Schweiz. Martin Slanzi aus Giswil, Adrian Banz aus Oberdorf und Marco Wanner aus Baldegg. Auch der Luzerner ist seit über 20 Jahren Mitglied des Sportkeglerverbandes Ob-/Nidwalden. Alle drei spielen zudem für den Giswiler Sportkeglerverband Holzjäger.

Sie werden an der Europameisterschaft der «Worldwide Ninepin Bowling Association National» vom 4. und 5. Oktober in Petingen (Luxemburg) sowohl im Einzel als auch im Mannschaftswettkampf spielen. Zudem wurden weitere Mitglieder des Kegelclubs Holzjäger für die Ausscheidung aufgeboten. Roger Fuchs aus Rothrist ist Teil des Herrenteams und Elvira Fritsch aus Muttenz sowie Silvia Geeler aus Basel spielen im Frauenteam. «Der Unterverband Ob-/Nidwalden ist ein Unterverband mit nur gerade 3,6 Prozent aller Mitglieder des Schweizer Sportkeglerverbands. Der ‹kleine› Nid- und Obwaldner Sportkeglerverband stellt damit stolze 60 Prozent der Herren-Nationalmannschaft 2019. Ein super Erfolg», gratuliert Jan Fritsch, Sportpräsident des Schweizer Sportkeglerverbands.

Training am Vortag zeigt bereits grosse Schere

Am Samstag stand nach der langen Anreise das Training in der grossen Sportanlage auf dem Programm. Eigenheiten der ungewohnten Wettkampfbahnen und der kleineren Kugeln und Spezialprogramme wurden gezielt trainiert, um dann am Sonntag zu den jeweils fünf Besten der Herren oder der Damen zu gehören. Einige konnten die Tipps der anwesenden Lokalspieler schnell umsetzen, andere haderten noch lange mit dem spiegelverkehrten Spiel-System, das die gewölbten Scherenbahnen verlangen. Die «jungen» Ob- und Nidwaldner bringen einige internationale Erfahrung aus vergangenen Jahren mit und zeigten sehr schnell, dass sie bereit sind, mit ihrem Können um die EM-Plätze zu spielen.

Ein Kampf für die Nerven der Sportler

«Die Jungmannschaft aus Ob- und Nidwalden gefällt mir gut. Sie haben unter dem Jahr eine starke Präsenz an Wettkämpfen in der ganzen Schweiz und deshalb ist diese Selektion das naheliegende Resultat erfolgreicher Einzel- und Verbandsleistung», lässt sich Roger Fuchs, Schweizer Nationalmannschaftscoach zitieren.

Was am Samstag beim Training so leicht gelang, war am Sonntag plötzlich enorm schwierig. Das Abrufen des Trainierten unter den schwierigen Qualifikationsbedingungen gelang den Keglern unterschiedlich gut. Während Martin Slanzi und Marco Wanner gut in die erste Runde starteten, hatte Adrian Banz einen verhaltenen Start. Er lag nach Spielhälfte hinter den Mannschaftsplätzen, während Slanzi und Wanner an der Spitze waren. In der zweiten Spielhälfte drehte sich das Blatt rasch. Nach einem Einbruch von Slanzi und einem fast zu perfekten Spiel von Adrian Banz, die mit frühen Startnummern ins Rennen gingen, sahen auch andere, vermeintlich abgeschlagene Spieler plötzlich wieder ihre Chancen und steigerten sich.

Durch das kurze Programm von 72 zählenden Würfen, das nach jeweils 9 Würfen zum Bahnwechsel führte, waren die Spieler bei jedem einzelnen Wurf gefordert, vollste Konzentration an den Tag zu legen. Jeder Punkt konnte am Schluss wichtig sein. Als sich abzeichnete, dass Adrian Banz dank seiner starken zweiten Runde die Qualifikation schaffen würde, musste Martin Slanzi plötzlich um die Teilnahme zittern. Erst als der letzte Spieler kurz vor Schluss einige «Nuller» beim Abräumen schreiben musste, war es mit dem Zittern vorbei. Slanzi hatte es mit gerade mal zwei Punkten Vorsprung als fünftklassierter ins EM-Team 2019 geschafft.

Das war insbesondere kritisch, da zwischen dem fünften und achten Platz nur acht Punkte lagen. Während des ganzen Zitterns und Bangens zeigte Marco Wanner nochmals eine super Leistung. Mit dem Tageshöchstresultat in der ersten und einer Bestätigung in der zweiten Runde sicherte er sich deutlich den ersten Platz bei den Herren. Somit war klar, dass alle drei Unterwaldner Sportkegler nach dem Sieg am Kantonewettkampf in diesem Frühling in Luzern auch an der Europameisterschaft um eine Medaille spielen werden. (pd/zfo)