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Drei Nidwaldner erwandern ihre Grenzen

Einfach so wandern ist ihnen nicht mehr genug. Raphael Küttel, Mario Bissig und Lukas Schnyder wollen zu Fuss der Kantonsgrenze folgen. Damit helfen die Nidwanderer auch einem Jungbauern.
Matthias Piazza
Die Nidwanderer Raphael Küttel, Mario Bissig und Lukas Schnyder (von links) auf dem Buochserhorn. (Bild: PD)

Die Nidwanderer Raphael Küttel, Mario Bissig und Lukas Schnyder (von links) auf dem Buochserhorn. (Bild: PD)

«Es wird saure Oberschenkel geben», blickt Lukas Schnyder auf sein grosses Projekt von Anfang September. Zusammen mit den zwei Kollegen, dem Ennetbürger Mario Bissig (32) und dem Buochser Raphael Küttel (31) will der 32-jährige Ennetmooser in sechs Tagen seinen Heimatkanton umwandern. Damit haben sich die Nidwanderer, wie sie sich nennen, einiges vorgenommen. 140 Kilometer und 10000 Höhenmeter stehen ihnen bevor. Sie starten am 3. September in Hergiswil. Danach geht es via Pilatus und Stanserhorn Richtung Süden bis zum Jochpass im Titlisgebiet. Die sechste und letzte Etappe endet an der Treib.

Ganz aus heiterem Himmel kam die Idee nicht. Schliesslich sind die drei Freunde, die schon zusammen ins Kollegi gingen, passionierte Wanderer. Doch warum muss es gerade eine Kantonsumwanderung sein? «Vor drei Jahren umwanderte ich während einer Woche den Vierwaldstättersee. Da kam ich spontan auf die Idee, den Grenzen meines Heimatkantons entlang zu laufen», erklärt Lukas Schnyder. Überzeugungsarbeit sei nicht nötig gewesen. Seine beiden Kollegen seien sofort Feuer und Flamme gewesen.

Im Zweifelsfall nehmen sie einen Umweg

Mit der ersten Septemberwoche wurde ein Termin gefunden, der allen passt in einer fürs Wandern idealen Jahreszeit. Die Route mit den Tageszielen wurde festgelegt, ebenso die Unterkünfte. Ohne Schummeln ging’s dabei nicht. «Wir sind streckenweise gezwungen, auf unserer Route die Grenze zu verlassen, da sie einem Berggrat entlang führen würde. Mit Steigeisen sind wir aber nicht ausgerüstet», erklärt Lukas Schnyder. Doch allzu einfach mache man es sich nicht. «Im Zweifelsfall nehmen wir nicht eine Abkürzung, sondern einen längeren Umweg.» Auf ein aufwendiges Trainingsprogramm hat das Trio verzichtet. Mit Wanderungen auf das Buochser- und das Stanserhorn haben sie sich warmgelaufen.

Lukas Schnyder spricht von seinem bisher grössten Wanderabenteuer, das alles Bisherige in den Schatten stellt, auch die Wanderwoche zu Kollegi-Zeiten. Er rechnet mit Strapazen. Sechs Etappen mit bis zu zehn Stunden Marschzeit stehen auf dem Programm. «Ab dem dritten Tag werden wir beissen müssen. Vor allem die Abstiege können noch ziemlich in die Knie gehen.» Hinzu käme das Wetter. Beim kleinsten Problem aufgeben sei allerdings keine Option. «Sollte es aber zum Beispiel die ganze Woche stark regnen, würden wir die Wanderung abbrechen.»

Nur für ihr eigenes Ego brechen sie aber nicht zu dieser Mammutwanderung auf. «Wir fanden, dass hinter dem Projekt noch mehr dahinterstecken muss.» Die Idee einer Spendenaktion war geboren. «Auf unserer Tour sind wir mehrheitlich in den Bergen unterwegs, zwischen 1500 und 2500 Metern über das Meer. Das Leben für Bergbauern ist dort nicht ganz einfach», so Lukas Schnyder.

Mindestens 1000 Franken wollen sie sammeln

Und so greifen die drei Nidwaldner Wanderer mit ihrer Aktion einem 22-jährigen Bergbauern unter die Arme, der kürzlich den Hof seines Vaters übernommen hat – und rund 60000 Franken in den Umbau seines Stalls investieren muss. Ohne die Umstellung auf Mutterkuhhaltung würde der Hof zu wenig Ertrag abwerfen, um längerfristig zu bestehen. Ab 10 Franken gibt es eine Karte von unterwegs, ab 20 Franken eine Karte vom Gipfel nach Wahl (sofern er auf der Route liegt). Wer 50 Franken spendet, bekommt gar eine Karte mit seinem Sujet-Wunsch, zum Beispiel von einem Bad im kalten Trübsee. Die Sammlung läuft über die Schweizer Berghilfe. Mindestens 1000 Franken wollen sie zusammenbringen. Ab diesem Betrag kann der Spender, in diesem Fall das Wandertrio, bestimmen, welcher Begünstigter die Spende bekommt.

Lukas Schnyder ist zuversichtlich, das Spendenziel zu erreichen. «Über Social-Media-Kanäle und mit Mund-zu-Mund-Propaganda haben wir schon viele Freunde und Kollegen mobilisiert.»

Mehr Informationen finden Sie hier.

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