Dritter Megadeal der Pilatus Flugzeugwerke

Der Stanser Flugzeugbauer Pilatus hat sich einen weiteren Grossauftrag gesichert: Die Luftwaffe von Katar hat einen Vertrag für ein komplettes PC-21-Trainingssystem unterzeichnet. Der Auftrag umfasst unter anderem 24 PC-21 Trainingsflugzeuge.

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Der PC-21 im Test bei heissen Bedingungen in der Wüste. (Bild: Pilatus Aircraft Ltd)

Der PC-21 im Test bei heissen Bedingungen in der Wüste. (Bild: Pilatus Aircraft Ltd)

Die Qatar Emiri Air Force QEAF hat sich nach einer detaillierten Evaluation, welche in der Schweiz und in Qatar stattfand, für das PC-21 Trainingssystem entschieden. Das Teilen die Piltus Flugzeugwerke AG mit Sitz in Stans am Montag mit. Der PC-21 sei als das beste, leistungsfähigste und kosteneffizienteste Trainingsflugzeug beurteilt worden, welches heute auf dem Markt erhältlich ist.

Oscar J. Schwenk, Verwaltungsratspräsident und CEO der Pilatus Flugzeugwerke AG ist über diesen neuen Auftrag hoch erfreut: «Es ist unglaublich aber wahr: am 24. Mai dieses Jahres konnten wir 75 PC-7 MkII an Indien verkaufen. Einen Tag später haben wir mit Saudi-Arabien den grössten Auftrag in der Geschichte von Pilatus über den Kauf von 55 PC-21 unterzeichnet. Und jetzt ist noch Qatar gefolgt. Unser Trainingssystem hat nun definitiv den Durchbruch geschafft und sorgt weltweit für Aufsehen.»

400 neue Arbeitsplätze

Die Auftragssumme des Deals mit der QEAF beläuft sich auf über 600 Millionen Schweizer Franken. Zusammen mit den Grossaufträgen in Indien und Saudi-Arabien sei den Pilatus Werken eine volle Auslastung über die nächsten Jahre garantiert. Des weiteren würden diese drei Grossaufträge auch den Standort Stans sichern. «Und wir werden ca. 400 neue Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen», ergänzt Schwenk.

Die PC-21 werden zukünftig für das Training angehender Militärpiloten auf der neu erstellten Luftwaffenakademie in Qatar eingesetzt. Die Auslieferung der Flugzeuge ist ab Mitte 2014 vorgesehen, das Training soll Mitte 2015 starten. Die Flugoperationen werden vor Ort durch Pilatus unterstützt. Dazu wurde zusätzlich ein leistungsabhängiger Langzeit-Supportvertrag unterzeichnet.

Rosige Zukunftsaussichten

Die QEAF ist bereits die fünfte Luftwaffe, welche auf den PC-21 setzt und es werden mit diesem Auftrag insgesamt 131 PC-21 weltweit erfolgreich im Einsatz stehen. Es zeichnet sich laut Mitteilung generell ab, dass immer mehr wegweisende Luftwaffen der Welt ihre Trainingsphilosophien ändern und sich für ein hochmodernes, effizientes Trainingssystem entscheiden.

pd/zim

Kritik der GSoA

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) reagierte prompt auf das «Pilatus»-Geschäft mit Katar. Die GSoa fordert in einer Mitteilung, dass «das Pulverfass im arabischen Raum» nicht weiter mit Rüstungsgütern aus der Schweiz aufgeheizt werde. Die «anhaltenden, schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in Katar» und die Unterdrückung jeglicher Opposition würden nahe legen, dass einmal an das Land gelieferte Rüstungsgüter jederzeit auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden könnten, heisst es.

Für den GSoA-Sekretär Stefan Dietiker ist klar: «Militärische Trainingsflugzeuge können problemlos bewaffnet werden und dienen der Ausbildung von Kampfflugzeug- und Bomberpiloten.» Es sei ein Skandal, dass die Schweiz als einziges Land in Westeuropa militärische Trainingsflugzeuge nicht dem Kriegsmaterialgesetz unterstelle, wird Dietiker weiter zitiert.

sda/zim