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Wolfenschiesser Bäckerei Auchli feiert: «Du machst das schon 20 Jahre?»

Als Marcel Auchli seine eigene Bäckerei eröffnete, hätte er sich nicht erträumen lassen, dass sie damit zu einer Dorfinstitution wird. Ein Produkt spielt dabei eine besondere Rolle.
Matthias Piazza
Marcel Auchli in seiner Bäckerei in Wolfenschiessen. (Bild: Matthias Piazza (3. Dezember 2018))

Marcel Auchli in seiner Bäckerei in Wolfenschiessen. (Bild: Matthias Piazza (3. Dezember 2018))

Brot und andere Backwaren, die hinter der Verkaufstheke im Laden von Marcel Auchli an der Oberrickenbachstrasse 3 verlockend präsentiert werden, kommen nicht von irgendeiner weit entfernten Grossbäckerei. Der Transportweg beträgt gerade mal ein paar wenige Meter. Der Blick in die Backstube, die sich gleich nebenan befindet, verdeutlicht allerdings auch dem Laien, dass diese schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Von moderner Elektronik ist beim Backofen keine Spur. «Alle Geräte stammen noch aus der Anfangszeit, als diese Bäckerei erbaut wurde, nämlich 1964», erzählt Marcel Auchli.

Dass der Backofen und die anderen Geräte schon bald 60 Jahre auf dem Buckel haben, stört ihn nicht, im Gegenteil. «Diese Geräte haben keine störungsanfällige Elektronik wie die heutigen. Ich hatte noch nie Probleme damit und somit habe ich auch keinen Grund, die Einrichtung zu erneuern.» Stolz ist er auch, dass hier, bis aufs Kneten des Teiges, noch sehr viel Handarbeit vorherrscht und keine Konservierungsstoffe verwendet würden. «Ich backe noch sehr altertümlich, die Kunden loben auch, dass mein Brot besonders lange haltbar ist.»

Gegen 60 Brote jede Nacht

Hier ist seine Welt, seit dem 1. Dezember 1998 betreibt der 50-jährige Wolfenschiesser die Bäckerei. Dass daraus einmal 20 Jahre würden, habe er sich damals nicht vorstellen können. Offenbar ging es nicht nur ihm so. Auch die Wolfenschiesser konnten es nicht glauben, wie schnell die Zeit verfliegt. «Was, das machst du schon 20 Jahre?», habe er immer wieder am Jubiläums-Fest am vergangenen Samstag gehört. «Für viele Wolfenschiesser bin ich zur Institution geworden.»

Zusammen mit einer Lehrtochter produziert er jede Nacht zwischen 50 und 60 Brote, gegen 90 Weggli, etwa 70 Mutschli und Süssgebäck. «Wir sind ein richtiger Familienbetrieb. Ich bin froh, helfen meine Mutter und ihr Freund, aber auch meine Schwiegermutter, wenn es viel zu tun gibt.» Doch nur der Verkauf im eigenen Dorfladen, den er seit 18 Jahren betreibt, würde sich nicht rechnen. So beliefert er in Stans auch die Spar-Filiale, das Restaurant Chalet und das Hotel Engel, den Sportclub Buochs und das Wolfenschiesser «Happyday». Im Sommer werden das Restaurant auf dem Stanserhorn und im Winter das Berghaus Jochpass mit den Hausspezialitäten Schnecken und Vogelnestli beliefert.

Seit der vierten Klasse stand sein Berufswunsch fest

Ein Schlüsselerlebnis als Primarschüler gab seinen Weg vor. «In der vierten Klasse durften wir bei einem Bäcker selber Mutschli herstellen. Am Abend erzählte ich meiner Mutter, dass ich Bäcker werden wollte.» Vor 20 Jahren nahm er die Gelegenheit wahr, die Bäckerei von seinem Vorgänger Sepp Niederberger zu übernehmen. Der Anfang war besonders hart, Ferien lagen in den ersten zehn Jahren praktisch keine drin. Nun gönne er sich jährlich zehn Tage Auszeit von den Sechs-Tage-Wochen. Trotzdem habe er den Schritt nie bereut. «Die Freude am Backen ist immer noch da. Man sieht am Morgen das Ergebnis», erzählt er. Dafür heisst es allerdings Arbeitsantritt um 1 Uhr nachts. «Die Leute sind immer wieder erstaunt, wenn ich ihnen erzähle, dass ein Ruchbrot drei Stunden im Ofen ist.»

Dass ihm die Wolfenschiesser die Treue halten und nicht sämtliche Produkte beim Grossverteiler kaufen, liegt wohl auch an einem anderen Grund: «Die Linzertorte stelle ich nach einem Geheimrezept meines Vorgängers her. Das kommt an. Den Kunden schmeckt sie. Sie hätten noch nie eine so feine Linzertorte gegessen, höre ich immer wieder.» Kein Wunder, verkauft er gegen 70 solcher Hausprodukte wöchentlich.

In die Zukunft blickt er optimistisch, trotz Konkurrenz durch Grosskunden. Dies auch dank des gut laufenden Partyservice, den er zusammen mit seiner Frau, einer gelernten Köchin, aufgebaut hat und nun rund 50 Prozent zum Umsatz beitrage. Sein Ziel ist, die Bäckerei und den Dorfladen bis zu seiner Pensionierung weiterzuführen.

Und danach? Übernimmt eine weitere Generation? «Meine beiden 15- und 18-jährigen Kinder haben einen anderen Weg eingeschlagen. In der Nacht zu arbeiten, ist halt nicht jedermanns Sache», erzählt er lachend.

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