Durchgangsbahnhof
Regierung bringt Nidwaldner Anliegen ein

Die Ergebnisse der Testplanung für den Durchgangsbahnhof Luzern kommen bei der Nidwaldner Regierung gut an. Gleichzeitig formuliert sie Anliegen.

Matthias Piazza
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Der geplante Durchgangsbahnhof Luzern.

Der geplante Durchgangsbahnhof Luzern.

Visualisierung: PD

Da der Durchgangsbahnhof Luzern (DBL) den zentralen Verknüpfungspunkt zwischen der Zentralbahn und dem nationalen Bahnnetz darstellt, hat sich auch der Nidwaldner Regierungsrat an der öffentlichen Mitwirkung zu den Ergebnissen der Testplanung beteiligt. Je attraktiver das Bahnangebot in Luzern, desto mehr Möglichkeiten bestehen grundsätzlich für Anschlüsse von und aus Nidwalden. Der Regierungsrat begrüsst die Stossrichtungen aus der Testplanung, vor allem die angestrebten Erweiterungen im Bereich des Bus- sowie Fuss- und Veloverkehrs, wie er am Donnerstag in einer Medienmitteilung schreibt. Gleichzeitig erachtet er es als wichtig, dass während und nach dem Bau des DBL eine angemessene Zugänglichkeit zur Schifffahrt gewährleistet bleibt. Das Areal rund um den Bahnhof soll auch in Zukunft mit dem Auto gut erreichbar sein.

Darüber hinaus betont der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger: «Ideal wäre, wenn die Gleise der Zentralbahn im Zentrum des neuen DBL platziert werden. Dadurch würden den Passagieren kurze Umstiegswege auf das weitere Bahnnetz oder die Buslinien ermöglicht.» Auch erachtet der Regierungsrat eine Durchmesserlinie in Richtung Nidwalden als prüfenswert, wie erste Diskussionen aus der Erarbeitung des Gesamtverkehrskonzepts Nidwalden zeigen. Damit sind nicht bauliche Massnahmen gemeint, wie Josef Niederberger auf Anfrage erläutert: «Wir wollen nichts anderes, als dass das Fahrplanangebot bis nach Stans auch in der Planung zum Durchgangsbahnhof berücksichtigt wird.» Die Rede ist dabei von einem Viertelstundentakt Luzern–Stans. Heute wird Stans mit zwei S-Bahnen und einem Interregio stündlich von Luzern bedient – ergänzt durch die S44 in der Hauptverkehrszeit. Auch wenn nicht abschätzbar sei, wie realistisch solche Forderungen seien, müsse man sie einbringen. «Nicht, dass es dann später heisst, warum habt ihr nie etwas gesagt.»

Zudem weist er auf den Bedarf an Abstellanlagen der Zentralbahn (ZB) im Bahnhof Luzern hin. Eine Reduktion könnte zu betrieblichen Mehraufwendungen bei der ZB führen, «was auch Auswirkungen auf die Betriebsabgeltungen des Kantons Nidwalden an die Zentralbahn hätte», wie Josef Niederberger erklärt. Daher ist es dem Regierungsrat ein Anliegen, dass auch betriebliche Aspekte ein entsprechendes Gewicht in der Prüfung der Stadtraumentwicklung erhalten.

Schliesslich weist der Regierungsrat auf die Wichtigkeit des Doppelspurausbaus in Hergiswil («Tunnel kurz») sowie den Verkehrsknoten Stans hin. Diese Projekte sollen aus seiner Optik ebenfalls Platz im Ausbauschritt 2040 haben. Nur dann werde es gelingen, in der Region die bis dahin zu erwartenden Engpässe auf der Schiene und der Strasse zu vermeiden und den gewünschten Viertelstundentakt nach Stans einführen zu können.

Vier neue Gleise unterhalb des bestehenden Bahnhofs

Mit dem Durchgangsbahnhof Luzern wird gemäss Mitteilung ein bedeutsamer Kapazitätsengpass im Bahnsystem der Schweiz behoben. Nicht nur national wird Luzern besser erreicht; auch regional kann das Angebot der S-Bahnen ausgebaut werden. Der DBL soll unterhalb des bestehenden Bahnhofs realisiert werden. Im zweiten Untergeschoss sind vier Gleise geplant. Bestandteil ist ebenso der rund 3,5 Kilometer lange Dreilindentunnel unter dem See nach Ebikon, wo er in die Bahnlinie Richtung Zürich und Gotthard mündet. Auf der anderen Seite führt ein neuer, doppelspuriger 1,8 Kilometer langer Tunnel unter der Neustadt in Richtung Bern und Basel.

National- und Ständerat haben im Jahr 2019 für die Projektierung des DBL 85 Millionen Franken genehmigt. Dadurch soll das Projekt anhand der Kriterien für die nächsten nationalen Bahn-Ausbauschritte so weiterentwickelt werden, dass es voraussichtlich 2026 dem Parlament zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann.