earth hour 2021
Pfarrkirche Sarnen beteiligt sich an internationaler Umweltschutzaktion

Am Samstagabend heisst es zwischen 20.30 und 21.30 Uhr: Lichter löschen ‒ zum Schutz von Klima und Umwelt. In Obwalden und Nidwalden beteiligt sich fast niemand an der globalen Aktion. Aber eben nur fast.

Kristina Gysi
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Eine Stunde Musik hören, eine Stunde Sport machen, eine Stunde dasitzen und die Erde bewundern. Es braucht nicht viel, um bei der Earth Hour einen Beitrag zu leisten. Man muss nur einen Schalter drücken – oder mehrere, je nachdem, wie viele Lichter man Zuhause hat. Die Earth Hour, die Stunde der Erde, wurde im Jahr 2007 von WWF Australia ins Leben gerufen. Die Klima- und Umweltschutz-Aktion ruft die Bevölkerung dazu auf, für eine Stunde das Licht auszuschalten – von 20.30 bis 21.30 Uhr.

Während der internationalen Earth Hour werden die Lichter gelöscht, hier beispielsweise bei der Luzerner Museggmauer.

Während der internationalen Earth Hour werden die Lichter gelöscht, hier beispielsweise bei der Luzerner Museggmauer.

Archivbild: Luzerner Zeitung

Gemeint sind jedoch nicht (nur) private Haushalte, sondern allem voran Beleuchtungen im öffentlichen Raum. Dass das Klima nicht durch Lichterlöschen gerettet werden kann, ist klar. Ziel der Aktion ist es, die Aufmerksamkeit der Menschen auf den Umweltschutz zu lenken. Telefonate in Obwalden und Nidwalden zeigen: Die Aktion ist hier weitgehend unbekannt. Soll jedoch nicht heissen, dass die Kantone kein Interesse daran hätten. So sagt Katrin Bucher, Sachbearbeiterin für Elektrosmog und Lärm beim Amt für Umwelt in Nidwalden:

«Zwar hat der Kanton dieses Jahr nichts im Zusammenhang mit dieser Aktion geplant, jedoch könnte ich mir vorstellen, dass wir uns bei zukünftigen Earth Hours ebenfalls einbringen werden.»

Auf Samstagabend sei dies jedoch etwas zu kurzfristig. Trotzdem sei es ein interessanter Gedanke zukünftig aktiver Sensibilisierungsarbeit zu leisten. Die Teilnahme bei der Earth Hour 2022 wäre eine Möglichkeit dafür.

Einen Moment über die Natur nachdenken

Diverse weitere Telefongespräche bringen wenig Aufschluss. Weder das Stanser Tourismusbüro noch das Kloster Engelberg haben eine Aktion geplant. Kann es tatsächlich sein, dass diese Umweltschutzaktion, die in den vergangenen Jahren weltweit zu einer der grössten ihrer Art geworden ist, in beiden Kantonen völlig unbekannt ist? Nicht ganz, wie ein Blick ins «Stans!» zeigt, das Infoheft der Gemeinde. Hier findet sich ein Eintrag von Markus von Holzen. Er ist Sekretär der Kommission Energiestadt der Gemeinde Stans und hat einen kleinen Beitrag gemacht, der auf die Umweltschutzaktion hinweist. Zudem schreibt er, dass der WWF dazu aufruft, sich während der «Erdstunde» einen Moment Zeit zu nehmen, um über die Natur und das Verhältnis zu ihr nachzudenken – wenn möglich bei ausgeschaltetem Licht.

Auch die Pfarrkirche Sarnen schaltet am Samstagabend die Lichter aus.

Auch die Pfarrkirche Sarnen schaltet am Samstagabend die Lichter aus.

Bild: PD

Pfarrei Sarnen setzt ein Zeichen

Freitagnachmittag, kurz vor 17 Uhr. Die Telefoniererei trägt doch noch Früchte. Am anderen Ende der Leitung ist Claudia Garovi, Pfarreisekretärin der Pfarrei Sarnen:

«Wir haben das intern abgeklärt und beschlossen, bei der Earth Hour mitzumachen. Wir schalten die Lichter aus.»

Die Aussenbeleuchtung der Pfarrkirche Sarnen wird also am Samstagabend von 20.30 bis 21.30 Uhr heruntergefahren. Als Zeichen zum Schutz von Klima und Umwelt.