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Diese Bauruine steht still: Hergiswiler Geschäftsmann wird sehnlichst zurück erwartet

Anstatt in der Schweiz seinen Geschäften nachgehen zu können, ist ein Hergiswiler Immobilienkaufmann im Kosovo in einen heiklen Prozess verwickelt. Hierzulande hätte der Mann viel tun, zum Beispiel eine Liegenschaft in Stansstad zu sanieren.
Thomas Heer
Die Haus-Ruine in Stansstad am See ist ein Schandfleck. Die Liegenschaft soll saniert werden. (Bild: Thomas Heer (Stansstad, 10. September 2018))

Die Haus-Ruine in Stansstad am See ist ein Schandfleck. Die Liegenschaft soll saniert werden. (Bild: Thomas Heer (Stansstad, 10. September 2018))

Diese Statue ist nicht zu übersehen, steht sie doch erhöht in einer Ecke der Büroräumlichkeiten in Hergiswil. Die Arme des kunstvoll geschnitzten Heiligen der katholischen Kirche sind ausgebreitet. Die Figur steht symbolisch für die Hoffnung und den Glauben der hier arbeitenden Unternehmerfamilie an eine über sie wachende und schützende höhere Macht.

Hilfe von ganz oben kann die Chefin des Immobilien-Unternehmens in diesen Tagen, Wochen und Monaten in ganz besonderem Masse gebrauchen. Denn ihr Gatte sitzt im Kosovo fest. Dort wartet er seit vergangenem März auf den Prozess, der in diesen Tagen nun endlich abgewickelt wird. Auf die Frage, ob es stimme, was die Justiz ihrem Mann vorwerfe, antwortet die Ehefrau mit einer Gegenfrage. «Glauben Sie das?» Mehr will die Frau dazu nicht sagen.

Rückblende: Der Albtraum des Hergiswiler Immobilienkaufmanns mit kosovarischen Wurzeln begann im vergangenen Jahr. Damals beantragten die kosovarischen Behörden bei ihren Schweizer Kollegen die Auslieferung des Unternehmers. Die offizielle Schweiz gab dem kosovarischen Ansinnen statt, und steckte den Hergiswiler Kaufmann in Auslieferungshaft. Diese verbrachte er grösstenteils in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg. Insgesamt sass er neun Monate hinter Schweizer Gittern.

Verurteilter Mörder widerruft seine Aussage

Während der Auslieferungshaft wurde der Hergiswiler vom Zürcher Strafverteidiger Valentin Landmann anwaltschaftlich betreut. Dieser konnte die Auslieferung aber auch nicht verhindern. Dem Mann aus der Innerschweiz wird nach offizieller Leseart vorgeworfen, dass er in einen Auftragsmord verwickelt sei. Bereits im letzten Herbst sagte Landmann gegenüber unserer Zeitung: «Es ist absolut unzulässig, meinen Mandanten an den Kosovo auszuliefern. Denn die Ausgangslage ist völlig diffus.»

Der Hintergrund: Angeblich soll der Hergiswiler als Auftraggeber in einen Mord verwickelt sein, der 2014 in der Nähe der kosovarischen Gemeinde Prapaqan im Zusammenhang mit einem Drogendeal verübt wurde. Zwei Jahre später kam es zu einem Urteilsspruch. Der Täter wurde zu einer 18-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Dieser aber widerrief kurze Zeit später seine Aussagen und bezichtigte zwei andere Männer des Verbrechens.

Und bei diesen beiden Typen soll es sich um vom Immobilienkaufmann gedungene Mörder handeln. Wann, wie und wo der Hergiswiler diesen Mord in Auftrag gegeben haben soll, blieb bislang unklar. Es kommt bei Aussenstehenden das ungute Gefühl auf, der Schweiz-Kosovare könnte Opfer eines Erpressungsversuches werden. Das heisst, man lässt den wohlhabenden Emigranten erst wieder aus dem Kosovo ziehen, wenn er die über ihn entscheidenden Personen finanziell zufrieden gestellt hat.

Im Vorfeld des Prozesses wurde der Hergiswiler vom wohl bekanntesten Anwalt des Kosovo, Tomë Gashi, unterstützt. Auf eine Anfrage unserer Zeitung reagierte der Rechtsvertreter aber nicht. Und es bleibt die Frage: Was konkret wird dem Immobilienkaufmann nun in diesen Tagen von der kosovarischen Justiz nun vorgeworfen? Valentin Landmann, der über das Prozessgeschehen nur vage Bescheid weiss, sagt: «Es geht um Anstiftung zur Tötung.» Mehr kann der Zürcher Anwalt auch nicht sagen.

Bauruine in einem Wohnquartier

In der Zwischenzeit lastet die ganze Verantwortung des Unternehmens auf den Schultern der Ehefrau des Angeklagten. Und so wünscht sich diese nichts sehnlicher, als dass ihr Gatte bald möglichst in die Schweiz zurückkehrt. Denn hier gäbe es für ihn viel zu tun. Beispielsweise könnte er sich um eine Liegenschaft in Stansstad kümmern. Diese gehört einer Aktiengesellschaft, bei der seine Frau als einzige Verwaltungsrätin fungiert. Das Haus in Seenähe steht seit Monaten als Bauruine in einem Wohnquartier. Die Ehefrau sagt, mit dem Abriss und dem Neubau solle es in diesem Monat weitergehen. Das bestätigt auch der Stansstader Gemeindeschreiber Lukas Liem. Er ergänzt: «Aufgrund einer Projektänderung kam es während der Abrissphase zur Verzögerung.»

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