Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein barockes Spektakel

Osternacht Eine sehr anschauliche Beschreibung der Feierlichkeiten lieferte der Stanser Jakob Wyrsch Mitte der 1940er-Jahre in der Biografie über den Historiker Robert Durrer:

«Ein Heiliggrab, ein klassizistischer schwarzer Bau mit Treppen, Säulen, Pyramiden und schweren silbernen Kerzenstöcken, steht da im Chor der Kirche und verdeckt den Hochaltar. Ein Psalter wird zuerst gebetet, so lang und eintönig, als wäre es Absicht, um die Spannung zu steigern. Dann ordnen sich schweigend die Geistlichen und Ministranten mit der Monstranz zur Prozession; die Ratsherren folgen, kerzentragend, den schwarzen, langen Mantel von den Schultern niederwallend, und, unter dem Geräusch der Knarren, die in den letzten Tagen der Karwoche das Amt der Glocken versehen, ziehen sie schweigend aus der Kirche. Die Gläubigen aber bleiben in unruhiger Spannung zurück. Es wird nun ganz dunkel, denn die Lichter sind alle gelöscht, und am Heiligen Grab beginnt ein gespenstisch-hastiges Auf und Ab der Sigristen und ihrer Helfer, die alles zur ­Feier vorbereiten, indessen die Prozession in die Kirche umzieht. Die Andächtigen oder vielmehr die Gespannt-Erwartungsvollen sehen aussen den Schein der Kerzen flackernd von einem Fenster zum andern ziehen. Jetzt geht der Pfarrhelfer mit einer brennenden Kerze, ein winziges Lichtlein im grossen Raum, würdevoll und langsam durch das stockdunkle, volkerfüllte Kirchenschiff zum grossen Eingangstor, und bald einmal widerhallt von dorther geheimnisvoll ein kurzes lateinisches Wechselgespräch zwischen ihm und dem aussen harrenden Pfarrer. Auf einmal werden die Torflügel weit aufgerissen, und in die Dunkelheit hinein ertönt hell der Gesang des Geistlichen: ‹Christus ist erstanden.› Im gleichen Augenblick steigt aus der schwarzen Nische des Heiligen Grabes im Flackerlicht vielfarbiger Kerzen das Bild des Auferstandenen, Glocken, Orgel, Chor, Orchester fallen ein, die Spannung löst sich, alles, was festlich und freudig ist, bricht mit einem Mal aus.» (pd/unp)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.