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Der Schwalmis soll ein Gipfelkreuz erhalten

Patricia Waser hat Geld für ihr Maturaarbeitsprojekt gesammelt: Sie will ein Kreuz auf den Schwalmis stellen. Vom Erfolg ist die 17-jährige Beckenriederin selber überrascht.
Marion Wannemacher
Patricia Waser will ein Gipfelkreuz auf dem 2246 Meter hohen Schwalmis errichten. (Bild: PD)

Patricia Waser will ein Gipfelkreuz auf dem 2246 Meter hohen Schwalmis errichten. (Bild: PD)

Patricia Waser ist gerne in den Bergen: Im Sommer wandert sie, im Winter fährt sie Ski, häufig auf der Klewenalp. «Von da aus sehe ich den Schwalmis. Ich finde es einfach Schade, dass auf einem solch markanten Berg, von dem aus man eine so tolle Aussicht hat, kein Gipfelkreuz steht», bedauert die Beckenriederin. Das müsse sich ändern, fand sie und nutzte kurzerhand ihre Maturaarbeit für ihr Anliegen.

Per Crowdfunding - also eine Sammelaktion im Internet - trug sie Geld für ihr Projekt zusammen. Am 27. Juni stellte sie dieses online auf die Seite www.funders.ch. Bereits drei Tage später hatte sie ihr Ziel, 3000 Franken zu sammeln, erreicht. Zum Erfolg sagt die Maturandin: «Ich bin überwältigt und hätte nicht damit gerechnet.»

«Dort ist man dem Himmel sehr nah»

Wer hinter ihrem Erfolg steckt, weiss sie genau: «Sehr viel Beckenrieder haben gespendet und darunter erstaunlicherweise auch junge Leute», sagt sie. Eigentlich sei die Idee mit dem Gipfelkreuz ja die ihres Bruders und dessen Kollegen gewesen, berichtet sie. Aufgrund des bürokratischen Aufwands haben sie diese dann aber wieder verworfen.

Doch Gipfelkreuze haben auch für Patricia Waser eine ganz emotionale Bedeutung: «Mir selber bedeutet ein Gipfelkreuz Heimat, Tradition und auch Motivation für den Aufstieg, wenn ich am Wandern bin.» Sie gerät ins Schwärmen: «Ich empfinde Dankbarkeit für die Natur, wenn ich unter dem Gipfelkreuz stehe. Dort ist man dem Himmel sehr nah, frei und manchmal auch ein anderer Mensch.»

Nach dem jetzigen Projektstand wartet die 17-Jährige auf die Beantwortung ihres Baugesuchs: Dieses musste sie nicht nur bei der Gemeinde Emmetten einreichen, sondern auch beim Kanton. «Eigentlich ist mein Plan etwas aus dem Ruder gelaufen», gesteht Patricia. «Für das Baugesuch habe ich viel Zeit gebraucht.» Beim Bauamt Beckenried wurde sie fachkundig beraten. Auch die angrenzende Nachbargemeinde Isenthal im Kanton Uri musste informiert werden. Per Mail wandte sie sich an Baudirektor Josef Niederberger, um zu fragen, ob ihr Baugesuch überhaupt eine Chance hätte. Er empfahl ihr, mit dem Leiter der Fachstelle Natur und Landschaftsschutz das Gespräch zu suchen. Dieser habe ihr sehr hilfreiche Tipps gegeben. «Er riet mir, statt eines einfachen Kreuzes ein sogenanntes Alpenkreuz aufzustellen.» Dieses verfügt über eine Raute um den Schnittpunkt. Es werde weniger als rein religiöses Symbol gesehen und sei etwas neutraler, so die Begründung.

Im Herbst soll das Kreuz stehen

Ob alpenländisches Kreuz oder nicht. Auf jeden Fall ist die Maturaarbeit von Patricia Waser finanziell aufwendig und braucht auch sonst viel Unterstützung. Der Boden, auf dem das Kreuz stehen soll, gehört der Genossenkorporation Emmetten. Die Schülerin braucht deren Bewilligung, um überhaupt ein Baugesuch eingeben zu können. Und allein die Kosten für die Baubewilligung von Gemeinde und Kanton betragen rund 1000 Franken. Für Holzkreuz, Heliflug, Fundament und Bodenplatte hat sie rund 2000 Franken kalkuliert. Das Kreuz wird der eigene Bruder, ein gelernter Zimmermann, aus wetterbeständigem Eichenholz fertigen, das Fundament wird ihr Vater legen, ein Freund vom Bruder die Halterung für das Kreuz, beim Video fürs Crowdfunding griff ihr die Mutter unter die Arme.

Als Sponsoren der Gegenleistungen fürs Crowdfunding haben namhafte Unternehmen wie Fuchs Design, die Bergbahnen Klewenalp-Stockhütte, Tourismus Emmetten und Beckenried zugesagt. «Für uns war es klar, dass wir das Projekt unterstützen», erklärt Thomas Christen, Leiter von Tourismus Emmetten. «Es ist von jemandem von hier für hier und passt in unser Konzept Berge, Familie, Wandern, Natur.»

Dieser Rückenwind stimmt Patricia optimistisch für den Ausgang ihres Baugesuchs. Zeitlich unter Druck ist sie schon, denn die Alpsommer auf dem 2246 Meter über Meer gelegenen Schwalmis sind kurz. Bei abschlägigem Bescheid müsste sie selbst in die eigene Tasche greifen und die 1000 Franken für das Gesuch zahlen, die Spender würden dann ihr Geld zurückerhalten. Patricias Ziel heisst nach wie vor: «Im Herbst soll das Gipfelkreuz aufgerichtet werden.»

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