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Ein guter Alpsommer geht laut zu Ende

Nach dem trockenen Sommer gab es dieses Jahr für die Kühe wieder genug Alpgras. Sie ziehen bald gut genährt ins Tal.
Markus von Rotz
So prachtvoll präsentierte sich der Ennetbürger Alpabzug vor einigen Jahren. (Bild: PD, 2014)

So prachtvoll präsentierte sich der Ennetbürger Alpabzug vor einigen Jahren. (Bild: PD, 2014)

In Kerns fand die Alpabfahrt vor einem Jahr nicht statt. Das trockene Wetter, verbunden mit wenig Gras, hatte die Älpler und ihre Kühe früher als üblich ins Tal getrieben. Dieses Jahr lag unüblich lange viel Schnee, das Gras konnte lange nicht wachsen, doch Alpvogt Markus Durrer zeigte sich zu Beginn des Sommers optimistisch, dass es nicht an Futter fehlen sollte. Etwas weniger exponiert sind die Alpen der Genossenkorporation Ennetbürgen, die bis zu einer Höhe von etwas über 1800 Metern (Buochserhorn) reichen. Doch auch hier begann der Sommer für die Tiere dieses Jahr etwas später als üblich.

Nun, am Ende der Alpsaison, ziehen die Älpler mit ihrem geschmückten Vieh lautstark ins Tal zurück. Für Ennetbürgen, wo der Alpsommer mehrheitlich noch bis Ende Woche dauert, zieht Peter Huser, Alpchef der Genossenkorporation, eine gute Bilanz. «Dank des zuletzt guten Wetters können die Älpler auf zwei Alpen sogar noch bis Ende Monat bleiben.» Sie werden darum an der Alpabfahrt vom Samstag nicht dabei sein.

Ennetbürgen: Im Juni trockener als es lieb ist

Begonnen hatte die Alpsaison auf den sechs Ennetbürger Alpen im Juni ziemlich trocken. Doch dann erholte sich die Natur. «Zwischendurch sah es so aus, dass wir die Alpabfahrt für alle auf den 28. September ansetzen könnten», sagt Huser. Doch nun hat man sich fürs Alternativdatum 21. September entschieden. «Wir haben dafür immer zwei Daten. Wir entscheiden aufgrund des Graswachstums und wollen die Tiere in einem guten Zustand zurückgeben können.» Der Termin der Alpabfahrt werde darum nicht lange im Voraus bekanntgegeben. Man wolle den Alpbetrieb nicht künstlich verlängern oder verkürzen.

Das könne dann auch dazu führen, dass nicht jedes Jahr alle sechs Älpler miteinander ins Tal ziehen. Dieses Jahr sind es vier mit je rund 40 Tieren. Das sei «nichts als natürlich und soll die aufmerksamen Landsleute nicht verwirren», schreibt die Genossenkorporation. Im heissen Sommer vergangenen Jahres hatte man einige Tiere wegen des knappen Futter- und Wasserhaushalts teilweise auf andere Alpen gebracht. Auch war es nötig, in Einzelfällen Wasser nach oben zu transportieren.

Frutt: Älpler profitieren zweimal vom guten Wetter

Zufrieden zeigt man sich auch bei der Korporation Kerns mit dem Alpsommer auf Melchsee-Frutt. Die Prognose von Alpvogt Markus Durrer Anfang Alpsommer habe sich bewahrheitet, sagt er auf Nachfrage. Er hatte Ende Juli gesagt: «Die Erderwärmung ist für die Alp grundsätzlich gar nicht so schlecht. Es bleibt länger warm und alles kann somit auch länger wachsen. Diese Entwicklung hat gar nicht so negative Auswirkungen, wie man denken könnte. Dies, weil in der Höhe das Klima dadurch sogar milder wird.» Am Ende des Sommers 2019 zieht er auch eine zufriedene Bilanz: Alles in allem habe man einen guten Sommer erleben dürfen.

Und der Herbst habe sich auch gut angelassen: «Jetzt auf den Voralpen profitieren die Älpler und die Tiere nochmals von gutem Graswuchs.» Das meist warme Wetter, gemischt mit etwas Regen, bot beste Voraussetzungen. Kam hinzu, dass die Tiere bis in die letzte Augustwoche auf der Frutt und der Tannalp weilten und so auf bereits reichhaltige, saftige Voralpen zurückkehren konnten. So können die Älpler wirklich am gewünschten Datum zur Freude der Einheimischen und Touristen direkt von den Voralpen ins Tal wandern. Dieses Jahr seien mindestens zehn Senten (Viehherden) mit 400 bis 500 Tieren dabei, sagt Durrer. Sie werden im 20-Minuten-Takt im Dorfkern ankommen. In den letzten Jahren seien es jeweils zwischen 10 und 12 gewesen.

Folgende grössere Alpabfahrten gibt’s in Ob-und Nidwalden:

Ennetbürgen: 21. September. Von 11 bis 17 Uhr Festbetrieb, nach und nach ziehen die Senten (bis zirka 15 Uhr) ein. Marktstände mit regionalen Produkten laden zum Flanieren und Einkaufen ein.

Engelberg: 28. September. Viktoriagärtli, Einzug der Senten 10 bis 14 Uhr, von 10 bis 17 Uhr Markt mit Festwirtschaft.

Kerns: 28. September. Ab 9.30 Uhr Landmaschinen-Oldtimer -Ausstellung, ab 11 Uhr Einzug der Oldtimer und der Unterhaltungsformationen. Die Senten treffen ab 11.30 Uhr ein.

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