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Im Wolfenschiesser Theater schauen sie hinter die Gleise

Am Samstag lud die Theatergesellschaft zur Premiere der Komödie «Hinter den sieben Gleisen». Mit vielen lustigen Szenen zeigen die Spieler den Filmklassiker von Kurt Früh nach Wolfenschiesser Art.
Flavia Niederberger
Die drei Clocharen (v.l.) Clown (Adrian Bünter), Dürst (Roger Odermatt) und Barbarossa (Alois Niederberger) in einer Szene des neuen Stücks der Theatergesellschaft Wolfenschiessen. (Bild: PD (Wolfenschiessen, 28. April 2019))

Die drei Clocharen (v.l.) Clown (Adrian Bünter), Dürst (Roger Odermatt) und Barbarossa (Alois Niederberger) in einer Szene des neuen Stücks der Theatergesellschaft Wolfenschiessen. (Bild: PD (Wolfenschiessen, 28. April 2019))

An einem Bahnhof sieht sich eine Schwangere suchend um. Aus der Ferne hört man den Zug und sieht Dampf näherkommen. Die Maschine hält. Erster Applaus erklingt in der Mehrzweckhalle in Wolfenschiessen für die beeindruckend gemachte Lokomotive. Werner Blättler führt als Erzähler mit Reimen aus, «was hinter den sieben Gleisen geht».

Die drei Clochards Dürst (Roger Odermatt), Clown (Adrian Bünter) und Barbarossa (Alois Niederberger) haben keine Zeit zum Arbeiten. Wieso sollen sie dies auch tun, immerhin haben sie genug zu essen und einen Bahnhofsschuppen, in dem sie wohnen können. Das Einzige, wovon zumindest einer träumt, sind die Bananen des Verkäufers von nebenan und auf welche Arten man diese zubereiten könnte.

Mit Freude am Leben geht alles «ringer»

Die Ankunft des schwangeren Dienstmädchens Inge (Melanie Schuler) bringt dieses ruhige Leben durcheinander. Nach ihrem missglückten Selbstmordversuch bringt sie ihr uneheliches Kind im Schuppen der Drei zur Welt. Auf einmal heisst es: «Los, bewegt euch, ihr faulen Säcke.» Schliesslich müssen Windeln und Essen für die Mutter und das Kind her. Denn «das Leben auf der Welt kostet viel Geld», wie Werner Blättler es so schön sagt. Bald merken die drei Stadtstreicher, wie anstrengend Nächstenliebe sein kann, denn Geld kommt nur von Arbeit. Liebenswürdig kümmern sich die drei Freunde um die Arbeit und singen davon, dass ihnen alles viel «ringer» gehe, weil sie Freude am Leben haben. «Ich kann arbeiten, wenn es sich lohnt», so der harte Barbarossa. Doch auch der Umgang mit Geld soll gelernt sein.

Der Vater des Kindes (Linus Odermatt), Sohn der reichen Familie Eberhard, wird gefunden. Für den Vater des Schürzenjägers (Ivo Bührer) kommt eine Heirat mit einem deutschen Dienstmädchen allerdings nicht in Frage. Ratlose Clochards, Eifersucht und Streit sind die Folge. Wen heiratet Inge nun?

Schliesslich kommt es zum chaotischen Zusammentreffen und Herzen werden gebrochen. Auf einer Bank kommen die drei Clochare zusammen. Kameradschaftlich singen sie das zweite Lied, geschrieben von Othmar Näpflin: «Wir sind Clochare alle drei.» In ihrer kargen und kleinen Welt mache das Leben keine Mühe. Zum Schluss gibt es ein Happy End und Bananen für alle.

Charaktere mit Persönlichkeit und Charme

Musikalisch umrahmt werden die Szenen von Pascal Barmettler am Alphorn. Mit Dynamik vermittelt der Musiker eine andächtige Stimmung. Die Charaktere zeigen Persönlichkeit und Charme und bringen ihre Emotionen lebendig rüber. Die Inszenierung hält eine gute Balance zwischen einem ernsten Thema und lustigen Szenen.

Für Regisseurin Tanya Bussmann ist es bereits ihre 14. Produktion. Für die Aufführung in Wolfenschiessen hat Bussmann die Freilichtfassung des Theaters für die Bühne umgeschrieben, da sie die Szene mit der Villa auch zeigen wollten. Im Original begleitet ein Saxofon die Szene. Dies passe nicht zu Wolfenschiessen. «Das Alphorn passt hierher, es ist emotional», so Bussmann. Das Alphorn, die Reime im Nidwaldner Dialekt und typische Wolfenschiesser Ausdrücke bringen Regionales in das Stück.

Bei der Produktion sei Bussmann nur auf offene Herzen gestossen. Ihr Höhepunkt sei die Koordination des Teams gewesen. 20 Schauspieler, darunter fünf neue und sechs Kinder, galt es zu koordinieren und zu erarbeiten, was sie auf der Bühne darstellen sollen. «Mit den Kindern gibt es mehr Leben.» Die Regisseurin freut sich zu sehen, dass die Kultur weitergeht und wie es durch einen tollen Zusammenhalt klappt. «So eine Regie führen zu dürfen, ist super!»

Das Zielpublikum sei durchmischt. In der Mehrzweckhalle sitzen Kollegen der Schauspieler ebenso wie treue Besucher. «Es ist ein Klassiker für alle», so Bussmann. Die romantische Komödie aus dem Jahr 1959 regt auch heute noch zum Nachdenken an.

Aufführungen in der MZH Zälgli: 30. April, 3., 4., 10. und 11. Mai jeweils um 20 Uhr; 5. Mai, 17 Uhr. Preise: Erwachsene 20 Franken, Jugendliche bis 18 zahlen ihr Alter, z. B. ein 17-Jähriger 17 Franken.

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