Ein langer Weg zur Uraufführung für Buochser Hobby-Autor

Urchig kommt sie daher, die Geschichte der diesjährigen Produktion der Dallenwiler Theatergesellschaft. Als Uraufführung bringt sie am 20. Oktober das Volksstück «D’Sackuir» des Buochsers Tobias Herger auf die Bühne.

Rosmarie Berlinger
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Tobias Herger darf sich bei einer Probe zum ersten Mal an seinem Theaterstück freuen. (Bild: Rosmarie Berlinger (Dallenwil, 2.Oktober 2018))

Tobias Herger darf sich bei einer Probe zum ersten Mal an seinem Theaterstück freuen. (Bild: Rosmarie Berlinger (Dallenwil, 2.Oktober 2018))

Ein Theater schreiben ist das eine, dieses auf die Bühne zu bringen ist eine andere Geschichte. Für den Buochser Tobias Herger dürften beide Leistungen in Kürze von Erfolg gekrönt sein. Es ist wohl die Bescheidenheit und auch Respekt vor dem Bekanntwerden seiner Person, die ihn das Projekt seiner erstmaligen Theateraufführung aber langsam angehen liessen.

Aufgewachsen in einer Buochser Bauernfamilie mit Vater Tobias und Mutter Martha, spielten Gesang und Brauchtum bei den fünf Brüdern und einer Schwester immer eine zentrale Rolle. So entstand mit der Zeit ihre mittlerweile bekannte Jodlerfamilie Herger. Nebst dem in dieser Formation als Solojodler auftretenden Sepp Herger, schrieb Tobias zahlreiche Liedtexte, welche diese seltene Jodlerformation schweizweit bekannt machten.

Als Tobias Herger in jungen Jahren ein heimatliches Singspiel zu sehen bekam, war er so begeistert, dass er selbst anfing zu schreiben und Ideen zu sammeln. «Mit Otto Baumgartner, bekannter Buochser Dichter und Lokalhistoriker, fand ich einen grossartigen Förderer für mein wachsendes Hobby, das Schreiben», erzählt der umtriebige Buochser. «Er unterstützte und motivierte mich immer, diese Kunst weiter zu betreiben.» So entstanden das Singspiel «Alpzeyt am Buochserhorn» und «Aller gattig Leyt», die von der Jodlergruppe Alpegruess Ennetbürgen aufgeführt wurden. Doch habe er bei diesen Werken auch gespürt, wie viel Energie und Unterstützung es braucht, die er vorerst nicht mehr hatte.

Inspiration kam auf einer Bergtour

«Was lange währt, wird endlich gut.» Dieses Sprichwort könnte auch für den Werdegang von Hergers Theaterstückes «D’Sackuir» Gültigkeit haben. Denn nach Zeiten, in denen seine Prioritäten der Familie sowie neuen Bauprojekten oder Velo- und Bergtouren galten, erwachte die Lust zum Schreiben erneut. Wenn der 58-jährige «Theater-Jungautor» lachend erzählt, verrät er offen, es sei streng mit ihm zu leben, weil er dauernd von neuen Ideen in Beschlag genommen werde. Doch seine Gattin Vreni mache da bestens mit und meine stets: «Mach nur.»

«Auch meine Kinder Janine und Bernhard ermunterten mich, noch einmal ein Theaterstück zu schreiben.» So war es denn vor ein paar Jahren eine Bergtour in die im Kanton Uri gelegene Kröntenhütte und die Begegnung mit Menschen, Alp und Landwirtschaft, die den Inhalt für Hergers Geschichte hergaben.

Eine bodenständige und herzliche Geschichte

Das heitere Volksstück in vier Akten zeigt einen Jungen, der mit Hilfe einer alten «Sackuir» (Taschenuhr) seinen Vater sucht. Gefreut haben dürfte Tobias Herger, dass sein Stück von der Theatergesellschaft Dallenwil unter der Regie von Beppi Baggenstos aufgeführt wird.

Dazu weiss der Theatermacher zu erzählen, dass ihn während der letzten Spielzeit eine E-Mail von Herger erreichte: «S’Gheimnis vo de Täscheuir.» Herger meinte, er habe es geschrieben, es sei wohl nur ein Seich, aber der Buochser Hofdichter Otto Baumgartner hätte gemeint, er soll es doch dem Baggenstos schicken, der sage dann schon, ob es ‹eppis› ist». Dieser las es in einem «Schnuitz» durch. Es fielen ihm die guten Frauenrollen im Stück auf, die Herzlichkeit der Geschichte und nicht zuletzt die Bodenständigkeit. «Bravo Tobias, du hast etwas Gutes geschrieben», hielt Beppi Baggenstos in seiner Zusage zur Aufführung der Theatergesellschaft Dallenwil fest.

Die Premiere in der MZA Dallenwil findet am 20. Oktober um 20.15 Uhr statt. Es folgen Aufführungen bis zum 10. November.