Leserbrief

Ein Plädoyer für Velofreundlichkeit

«Auslegeordnung soll beste Variante zeigen», Ausgabe vom 12. März

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Im Engelbergertal werden die Verkehrsströme Jahr für Jahr grösser. Autos, meistens nur mit dem Fahrer besetzt, machen dabei den grössten Anteil aus. Einzelne Personen könnten jedoch kurze Strecken zum Arbeitsplatz oder in der Freizeit auch bequem mit dem Velo oder dem Pedelec zurücklegen. Die Gründe, warum so wenige Leute mit dem Velo zur Arbeit fahren, sind schnell gefunden. Der seit langem im behördenverbindlichen Richtplan enthaltene Radweg zwischen Wil und Dallenwil ist nicht vorhanden. Die Realisierung dieser Verbindung wird seit Jahren von den gleichen bürgerlichen Politikern mit dem Argument des Kulturlandverschleisses torpediert. Jetzt soll mit gutem Steuergeld erneut abgeklärt werden, was in der Vergangenheit schon geklärt worden ist.

Man will zum Beispiel wissen, ob der Aadammweg nicht als Radweg herhalten könnte. Da dieser Weg ein offizielles Naherholungsgebiet ist und jährlich von Tausenden von Leuten benutzt wird, ist dies keine Lösung. Das Gebiet müsste wahrscheinlich umgezont und der Weg für einen schnellen Pendlerverkehr und die Winterräumung mindestens drei Meter breit asphaltiert und mit getrennten Bahnen für Velos und Fussgänger geführt werden. Ausserdem steht auf dieser Strecke der Schiessstand, dessen Betrieb bei dieser Lösung wohl nicht mehr möglich wäre. Als weitere zündende Idee soll eine Strassenverbreiterung mit Radstreifen den Kulturlandverlust begrenzen. Auf einer Strasse, die täglich von Lastwagen, Landwirtschaftsfahrzeugen und Tausenden Autos befahren wird, ist diese Möglichkeit keine berauschende Vorstellung für einen umsteigewilligen und sicherheitsbedachten Velopendler. Die letzte Möglichkeit wäre wohl der Weg über Niederbüren. Mit dem grossen Schwenker über die Bürer Brücke und anschliessend mitten durch Landwirtschaftsbetriebe gelegt, ist aber auch diese Lösung für eine schnelle Pendlerroute illusorisch.

Es bleibt also nur die logische Lösung, einen direkten und von der Strasse abgetrennten Kombiweg entlang der bestehenden Strasse zu bauen. Es wird für diese Lösung wahrscheinlich gleich viel Land verbraucht, wie wenn die von einem der Petitionäre vorgeschlagenen beidseitigen Radstreifen und das Trottoir gebaut werden. Ich rufe darum die Politik auf, ein Einsehen zu haben und dem Veloverkehr den nötigen Raum entlang der Engelbergerstrasse zu gewähren. Rieden, Oberdorf, Büren und Dallenwil werden dadurch in Zukunft weniger Auto-Durchgangsverkehr haben. Denn sobald die Infrastruktur steht, werden auch die mit dem Velo zur Arbeit pendelnden Personen zahlenmässig zunehmen. Wenn dieser Platz nicht geschaffen wird, können wir uns irgendwann einmal auf Auto-Dauerstau im Engelbergertal einstellen.

Thomas Beck, Büren, Co-Präsident Pro Velo Unterwalden