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Bruno Leuthold war «ein sehr weitsichtiger Staatsmann»

Mit Bruno Leuthold hat eine prägende Persönlichkeit des Kantons die Welt verlassen. Davon ist der ehemalige Ständerat Paul Niederberger überzeugt. Er hatte Leuthold während vier Jahren als Regierungsrat erlebt.
Matthias Piazza
Bruno Leuthold (links) durfte im Jahr 2000 vom tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel die Verdienstmedaille mit Urkunde in Empfang nehmen. (Bild: Aus dem Buch «Bruno Leuthold»)

Bruno Leuthold (links) durfte im Jahr 2000 vom tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel die Verdienstmedaille mit Urkunde in Empfang nehmen. (Bild: Aus dem Buch «Bruno Leuthold»)

«Der Tod von Bruno Leuthold bedeutet für mich den Verlust eines lieben Menschen, den ich sehr schätzen gelernt habe», sagt der politische Weggefährte Paul Niederberger. Als ehemaliger Landrat zwischen 1986 und 1996 erlebte er den Stanser Bruno Leuthold, der vergangenen Mittwoch 94-jährig gestorben ist, während vier Jahren als Regierungsrat. Leuthold übte das Amt von 1970 bis 1990 aus, während der ersten vier Jahre als Justizdirektor, danach als Baudirektor.

«Er war ein sehr guter Rhetoriker, der seine Geschäfte im Kantonsparlament vehement vertrat, ein sehr weitsichtiger Staatsmann, wohl einer der prägendsten Figuren der jüngeren Geschichte des Kantons», erinnert sich Niederberger, der selber zwischen 1996 und 2008 Regierungsrat war, bevor er Ständerat wurde (bis 2015).

Politische Karriere begann mit 32 Jahren

So wurden unter der Ägide Leutholds der Lehnenviadukt in Beckenried gebaut, der Seelisbergtunnel fertiggestellt und das Projekt für den Bau des Kirchenwaldtunnels lanciert. Seine politische Karriere begann bereits 1955, als er mit 32 Jahren in den Stanser Gemeinderat gewählt wurde und nach wenigen Jahren das Präsidium übernahm. Unter seiner Leitung wurde zum ersten Mal ein Zonenplan für das Gemeindegebiet erstellt, ein generelles Kanalisationsprojekt erarbeitet und das Bahnhofareal umgestaltet im Sinne eines eigentlichen Verkehrs- und Verwaltungszentrums, wie der 2006 erschienenen Biografie «Bruno Leuthold» zu entnehmen ist.

«Er stellte persönliche Interessen stets in den Hintergrund – zum Wohle des Volkes. Auch diese Eigenschaft wird mir von ihm in Erinnerung bleiben. Und natürlich seine grosse Vernetzung, die weit über das Politische hinausging», so Paul Niederberger. Er spricht damit die vielen weiteren Funktionen an, die Bruno Leuthold ausübte.

Im kollektiven Gedächtnis der Stanser und wohl auch vieler übriger Nidwaldner bleibt er auch als langjähriger Verwaltungsratspräsident der Stanserhorn-Bahn (1986–1998). Auch über die Landesgrenzen hat der Schmiedgässler seine Spuren hinterlassen. Nach dem Scheitern des «Prager Frühlings» im Sommer 1968 wurden Kulturschaffenden in der damaligen Tschechoslowakei in den Siebzigerjahren enge Fesseln auferlegt, welche Kontakte zu Kreisen in westlichen Ländern stark behinderten. Bruno Leuthold übernahm heikle Kurierdienste, insbesondere für Autoren, um ihnen Unterlagen zuzudienen und ihre Werke ausser Landes zu bringen.

Der frühere tschechische Staatspräsident Vaclav Havel würdigte dieses Wirken im Jahre 2000 mit der Verdienstmedaille 1. Grades der Tschechischen Republik.

«Schweizer mit Leib und Seele mit Sinn für Humor»

Der inzwischen verstorbene tschechische Philosoph und Publizist Karel Kosik würdigte ihn in der Publikation «Praha – Luzern 1968–1989» als ein Schweizer mit Leib und Seele, mit aussergewöhnlichem Sinn für Humor, ausgezeichneten Gesellschafter und zuverlässigen Freund. «Wie könnte man die Unerschrockenheit des lachenden Bruno vergessen, der mit jedem Besuch bei seinen Prager Freunden riskierte, ... auf die schwarze Liste der unerwünschten Ausländer zu geraten.» Dies seien heitere, sorglose Augenblicke gewesen, inmitten einer von der Okkupation geschaffenen grauen Depression.»

Die Beisetzung ist am 7. Juli, 9 Uhr, Friedhof Stans.

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