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Ein Tanz erfreut an der Woche der Religionen die Kirche

Derwische im Wirbeltanz: 100 Interessierte kamen zum Start der Nidwaldner Woche der Religionen am Montagabend in die Hergiswiler Pfarrkirche, um den Sema-Tanz zu sehen – und sogar mitzumachen.
Thomas Vaszary
Die zwei Derwische in der Hergiswiler Pfarrkirche. (Bild: Thomas Vaszary (5. November 2018))

Die zwei Derwische in der Hergiswiler Pfarrkirche. (Bild: Thomas Vaszary (5. November 2018))

Wie aus einer anderen Welt kommend tauchen sie plötzlich auf – mitten aus dem dunklen Kirchenschiff der Hergiswiler Pfarrkirche. Sie tragen hohe Filzhüte und lange schwarze Umhänge, darunter verborgen ein langes weisses Rockkleid. Es sind drei Derwische und vier Musiker des Ensembles Tümata Schweiz in traditionellen Kleidern des Sufi-Islams. Ein Instrumentalstück aus Zentralasien stimmt die rund 100 Besucher ein zum Auftakt der zehnten Durchführung der Nidwaldner Woche der Religionen. «Göttliche Töne» sind es, die aufzeigen, wie Musik und Tanz Religionen verbinden.

Nach einer Einführung des Sema-Tanzes, der Verstand, Herz und Körper zusammenführt, legen zwei der Derwische ihre Umhänge ab und beginnen ihre mystische Reise zum Tor der Hoffnung. Der Holzboden ohne Bänke in der Hergiswiler Pfarrkirche ist ein Glücksfall und zeigt auf, was in einer «offenen» Kirche möglich ist. Fünfzig Minuten lang drehen ein weiblicher und ein männlicher Derwisch ihre Kreise. Es ist ein einmaliger Einblick in die Kultur des mystischen Sufismus, umgeben von barocken Engeln der St.-Niklaus-Kirche: kein Tanz der Ekstase, sondern ein meditatives Kreisen. Ziel ist nicht in Trance zu fallen und abzuheben, sondern in Harmonie mit der Natur und dem Himmel zu kreisen.

Der Sema der Derwische ist mehr als ein Tanz ums Herz. Mathias Mustafa Brandenberger vom Ensemble Tümata: «Der Sema umarmt in Liebe die ganze Menschheit.» Diese Art von Kreistänzen kennen viele Kulturen und Religionen, von Naturvölkern wie den Lakota-Indianern mit ihrem Sonnentanz bis hin zur katholischen Kirche mit tanzenden Kardinälen. Und wer hätte gedacht, dass am Montagabend sogar viele Menschen von ihren Stühlen aufstehen und zum Schluss mit den drei Derwischen den Sema tanzen: Volkstanz in der Hergiswiler Pfarrkirche.

Das weitere Programm

Am Mittwoch ab 19.30 bis 21.30 Uhr starten Musiker und Tänzerinnen in der reformierten Kirche Buochs ein musikalisch-spirituelles Abenteuer. «Wenn die Seele singt und tanzt» spannt eine Brücke der Verständigung vom Nidwaldner Betruf über Hindu-Tänze zu jüdisch-muslimischen Weisen und gregorianischen Gesängen des Christentums: Daniel Blättler, Raj und Miloschi Sollamadan, Omer Nevo, Wael Samy Elkholy sowie Pater Benedikt Locher & Freunde spielen dabei gross auf – vereint in einem Finale als «Brücke zu Gott». Moderiert wird der Abend vom Theologen Pius Blättler – auch wortlos mit Saxophon und Mapuche-Flöte. Zum Abschluss der Woche am Samstag, 10. November, 18 bis 19 Uhr, in der Kapuzinerkirche Stans geht’s beim traditionellen Interreligiösen Friedensgebet um «Musik für den Frieden». Hindus, Buddhisten, Muslime, Juden, Baha’i und Christen beten, singen und essen gemeinsam. Dazu gibt es zum Ende der Woche der Religionen Nidwalden im Inneren Chor ein grosses Buffet mit einheimischen und internationalen Köstlichkeiten. (vazy)

Weitere Infos zur Woche der Religionen erhalten Sie hier.

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