Eine Fundgrube wird im Nidwaldner Staatsarchiv erschlossen

Anfang Mai hat das Staatsarchiv Nidwalden ein Projekt gestartet zur Nacher-schliessung von über 500 Laufmetern bisher nicht benutzbarer Archivalien. Darunter befinden sich wertvolle Dokumente zur Nidwaldner Geschichte.

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Ungeöffnete Aktenbündel aus der Zeit der Helvetik: Dokumente, die Franz Joseph Businger in den Jahren 1798-1803 als Unterstatthalter des Kantons Waldstätte ablegte.

Ungeöffnete Aktenbündel aus der Zeit der Helvetik: Dokumente, die Franz Joseph Businger in den Jahren 1798-1803 als Unterstatthalter des Kantons Waldstätte ablegte.

Bild: Staatsarchiv Nidwalden

(unp) Von Gerichtsprotokollen von Hexenverfolgungen bis zu amtlichen Unterlagen zum Konflikt um Landes- oder Kantonsgrenzen aber auch privaten Dokumenten aus dem Familienarchiv Businger aus dem 18. und 19. Jahrhundert: Im Staatsarchiv Nidwalden schlummern über 500 Laufmeter an unerschlossenen Archivquellen und warten auf ihre Aufarbeitung. Der Inhalt der Akten ist nicht oder nur sehr oberflächlich bekannt. Die Bestände reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Schon eine erste Sichtung hat gezeigt, dass mit wertvollen Entdeckungen zu rechnen ist.

Porträt Landammann von Franz Joseph Businger-von Flüe (1767-1850), 1829 (Öl auf Leinwand 102x75,5x5cm, Nidwaldner Museum, Stans.

Porträt Landammann von Franz Joseph Businger-von Flüe (1767-1850), 1829 (Öl auf Leinwand 102x75,5x5cm, Nidwaldner Museum, Stans.

Bild: Christian Hartmann/PD

Um die Nutzung sicherzustellen und Verlusten vorzubeugen, hat der Landrat im November 2019 einen Kredit für eine befristete Projektstelle bewilligt. Seit dem 1. Mai ist Historikerin und Archivarin Monika Burri nun daran, diese unerschlossenen Bestände zu sichten, zu ordnen und zu verzeichnen. Für diese Nacherschliessungsarbeiten sind gut vier Jahre vorgesehen. Bis Ende 2024 sollen die Bestände zur Nidwaldner Geschichte konservatorisch behandelt und für die Nutzung zugänglich sein. Auf der Website www.nw.ch/schaufensterarchiv wird das Staatsarchiv regelmässig über das Projekt berichten. Überraschende Fundstücke und interessante Objekte aus der laufenden Erschliessung werden in der neu geschaffenen Rubrik «Schaufenster ins Archiv» kurz vorgestellt.