Einweihung
Eine Oase abseits von Hektik und Lärm

Am letzten Samstag fand die Eröffnungsfeier des neugestalteten Raums der Stille statt. Dieser befindet sich in der historischen Gräberhalle auf dem Friedhof in Stans.

Sepp Odermatt
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Der Raum der Stille ist überkonfessionell und interreligiös.

Der Raum der Stille ist überkonfessionell und interreligiös.

Bild: Sepp Odermatt (Stans, 30. Oktober 2021)

Die Feuchtigkeit – ein sogenannter Hausschwamm – hatte der ehemaligen Friedhofkapelle von 1866 stark zugesetzt. Deshalb wurde eine Sanierung des unter kantonalem Heimatschutz stehenden Gebäudes dringend notwendig. Nach positiven Rückmeldungen der sieben Glaubensgemeinschaften und der Kulturförderung Nidwalden entschied sich der Gemeinderat für eine Umnutzung zu einem neutralen Raum der Stille. Dieser solle überkonfessionell und interreligiös daherkommen, erklärte Gemeinderat Florian Grendelmeier in seiner Begrüssungsansprache. Er dankte der Gemeinde Oberdorf, der Friedhofskommission, der Bauleitung, der Denkmalpflege und allen, die sich am guten Gelingen des neuen Raums beteiligt hatten. Insbesondere wurden die Kulturkommissionen der Gemeinden Stans und Oberdorf sowie des Kantons Nidwalden miteinbezogen. Das kam auch in der eindrücklich gestalteten Eröffnungsfeier zum Vorschein.

Künstlerische Gestaltung mit Respekt

Mezzosopranistin Carmen Würsch (links) und Tänzerin Esther Bünter verzaubern den Raum in eine mystische Welt.

Mezzosopranistin Carmen Würsch (links) und Tänzerin Esther Bünter verzaubern den Raum in eine mystische Welt.

Bild: Sepp Odermatt (Stans, 30. Oktober 2021)

Carmen Würsch, Mezzosopranistin und Esther Bünter, Tänzerin und Choreografin, loteten den wunderbaren Raum mit mystischen Elementen aus. Sie untermalten dadurch die künstlerischen Beiträge der räumlichen Neugestaltung. Diese beschränken sich auf Boden und Decke und setzen offene Zeichen. Sie regen zur Erinnerung an die Verstorbenen und zu Gedanken über die eigene Situation an.

Die Bodenintarsie hat die Künstlerin Anna-Maria Bauer als «Wegstrecke» dargestellt. Sie soll Reflexionen über Lebenswege und deren Situationen und Spuren auslösen. An der Decke hat der Künstler Philipp Wyrsch ein Linienspiel entwickelt. Die Linien und Fotos von Wolkengebilden auf Tapetenbahnen sollen den Raum fassen und gleichermassen öffnen.

Kubische Möbelelemente des Bildhauers Karl Imfeld verschönern den Raum.

Kubische Möbelelemente des Bildhauers Karl Imfeld verschönern den Raum.

Bild: Sepp Odermatt (Stans, 30. Oktober 2021)

Eine neue Ausrichtung erhält der Raum der Stille durch schlichte Bänke an den Längswänden. Die kubischen Möbelelemente stammen aus der Hand des Bildhauers Karl Imfeld.

Die Decke wurde als Linienspiel von Maler Philipp Wyrsch wunderbar gestaltet.

Die Decke wurde als Linienspiel von Maler Philipp Wyrsch wunderbar gestaltet.

Bild: Sepp Odermatt (Stans, 30. Oktober 2021)

So bleibt der Raum auf dem Friedhof frei für Rituale oder Feiern im kleinen Kreis oder ganz einfach zur stillen Besinnung.

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