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EMMETTEN: Bei Dorfkern «Chance verpasst»

Letztmals leitet Valentino Tramonti heute die Gemeindeversammlung. Nach 20 Jahren als Gemeinderat ist er stolz auf Erreichtes und bedauert erlebte Rückschläge.
Matthias Piazza
Gemeinde­präsident Valentino Tramonti hoch über «seinem» Emmetten: Er tritt «mit einem absolut guten Gefühl zurück». (Bild Corinne Glanzmann)

Gemeinde­präsident Valentino Tramonti hoch über «seinem» Emmetten: Er tritt «mit einem absolut guten Gefühl zurück». (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

«Einen besseren Abschied könnte man sich gar nicht wünschen», sagt Valentino Tramonti, der heute das Amt des Gemeindepräsidenten an seinen Nachfolger Toni Mathis übergibt. «Die Strukturen in unserer Gemeinde stimmen. Wir konnten in den vergangenen Jahren alles auf Vordermann bringen, haben ein Leitbild und einen Mehrjahresfinanzplan, und auch der Gemeinderat und die Verwaltung sind gut aufgestellt. So trete ich mit einem absolut guten Gefühl zurück.»

Er blickt auf eine lange Karriere als FDP-Milizpolitiker zurück, die 1996 mit dem Amt des Gemeinderates begann und zehn Jahre später mit dem Präsidium ihren Höhepunkt fand. Beeindruckend nur schon die Zahlen. An rund 500 Gemeinderats- und Klausursitzungen nahm er teil, behandelte mit seinen sechs Ratskollegen 6000 Geschäfte.

Schlaflose Nächte wegen Unwetter

Hinter den nackten Zahlen stecken Erlebnisse, teils emotionale, unvergessliche. Besonders in Erinnerungen bleiben ihm Unwetter, die ihn auch in seiner Funktion als Chef des Gemeindeführungsstabes auf Trab hielten – und ihm oft schlaflose Nächte bereiteten, so etwa der Sturm Lothar im Dezember 1999, der die Autos beim Parkplatz der Gondelbahn ineinanderschob. Besonders unvergessen bleibt ihm die Zeit, als wegen Rutschungen im Ischenwald die Strasse nach Beckenried unterbrochen war. Dank der Autofähre, die ausnahmsweise von Seelisberg nach Beckenried verkehrte, hatten die Emmetter eine Verbindung zur Aussenwelt. Auch der Kehrichtwagen gelangte über den Seeweg nach Seelisberg und Emmetten. «Die Solidarität unter den Einwohnern war eindrücklich. Einige lernten sich auf der Fähre erst kennen», erinnert er sich.

Mehr Postautos

Als ein Highlight erwähnt er das erfolgreiche Marketing «seiner» Gemeinde, das sich unter anderem dadurch gezeigt habe, dass die Credit Suisse Emmetten zur Nummer eins von Nidwalden erkor. Auch den Wildbeobachtungspfad, die 45 Meter lange Schluchtwegbrücke über den Kohltalbach, gebaut aus einem Kranausleger, oder den generellen Entwässerungsplan mit getrenntem Abfluss für Regenwasser, den Emmetten als eine der ersten Nidwaldner Gemeinden einführte, zählt er als Erfolge auf. «Und der öffentliche Verkehr entwickelte sich. Fuhr früher lediglich ein Postauto pro Stunde nach Stans, sind es heute in den Hauptverkehrszeiten deren zwei», erwähnt er stolz.

Die Gemeinde entwickelte sich auch zahlenmässig. Die Bevölkerung wuchs von rund 1204 Personen im Jahr 2000 auf 1381 im vergangenen Jahr. Und auch bei der Verwaltung gab es einen Erneuerungsschub. Sämtliche Reglemente aus den 1970er-Jahren wurden auf Vordermann gebracht. «Und das waren nicht wenige», erinnert er sich schmunzelnd. Ebenso in seine Ära fiel die Umstellung von Schreibmaschine auf PC.

Doch auch Negatives musste Tramonti in den 20 Jahren verbuchen. «Am meisten weh tat mir das Nein des Volkes zur Dorfkernentwicklung mit neuem Gemeinde-, Wohn- und Geschäftshaus. Da hat man meiner Meinung nach eine einmalige Chance verpasst. Aber mit dem Entscheid des Stimmbürgers muss man leben.» Auch bedauert er, die abgelehnte Zusammenlegung von Schul- und politischer Gemeinde oder das an der Urne verworfene Hotelprojekt Parc Orange. Den Vorwurf der mangelhaften Kommunikation, der in Zusammenhang mit dem Länderhuis auftauchte, lässt er nicht gelten. «Es ist ein Balanceakt. Wir informierten lieber dann, wenn wir die Details eines Projektes kannten, das war aber vielen Bürgern offenbar nicht früh genug.»

Viele Abende geopfert

Trotzdem möchte er die Zeit im Gemeinderat nicht missen. Als der gebürtige Erstfelder 1985 nach Emmetten zog und nach einigen Jahren in der Kirchenkommission fürs Amt als Gemeinderat angefragt wurde, hätte er sich nie träumen lassen, dass daraus 20 Jahre würden. Doch er arbeitete sich ein, übernahm zweimal interimistisch das Präsidium, bevor er offiziell als Gemeindepräsident nachrutschte. Viele Abende musste er dafür opfern und auf das Verständnis der Familie zählen.

Kurze Wege, einfache Strukturen

Rückten die Wahlen jeweils näher, zögerte er keine Sekunde und kandidierte erneut. Doch einmal ist Schluss, fand er. «Man muss gehen, wenn es am schönsten ist, wenns rundläuft.» Darum ziehe er nun einen Schlussstrich, mit guter Erinnerung: «Eine bessere Lebenserfahrung kann man nirgends machen, erst recht nicht in so einer kleinen Gemeinde mit kurzen Wegen und überschaubaren Strukturen.»

Dennoch ist er überzeugt, dass seinem Nachfolger Toni Mathis die Arbeit nicht ausgeht. «Die Institution der schlecht besuchten Gemeindeversammlungen wird man ernsthaft hinterfragen und sich alternative Formen überlegen müssen», denkt er laut. Vorstellen könne er sich, dass an den beliebten Gemeindeapéros über Geschäfte informiert und an der Urne abgestimmt wird. Über die Bücher müsse man auch in der Frage der Einheitsgemeinde. Sie würde in seinen Augen viele Doppelspurigkeiten vermeiden.

«Langweilig wird es mir sicher nicht», betont der Baufachmann (57). Auch dank vielen Hobbys wie Westernklub Emmetten, Wandern, Reisen oder Eventteam Emmetten, das regelmässig mit Anlässen auf sich aufmerksam macht.

«Sehr umsichtiger Mensch»

Sarnen rh/mvr. Auch in Sarnen wurde der Gemeindepräsident Manfred Iten (CSP, Bild) an der letzten Gemeindeversammlung verabschiedet. Der frühere Pfarrer Sulzbach verdankte unter Verschiedenem «was er alles für Sarnen gemacht hat». Die 120 Anwesenden quittierten das mit Standing Ovations. Zum Schluss würdigte Vizepräsident Paul Küchler die Verdienste des Präsidenten in seiner Amtszeit.

Eine Reihe von Geschenken

Und Küchler hatte allerlei Geschenke dabei: Unter anderem eine Schaufel für die diversen Spatenstiche, die er mitgemacht hatte, ein Bild für die Ortsplanung, ein Zelt und eine Kugelstoss-Kugel fürs Lido, das Camping und die regionale Sportanlage, eine Schweizer Fahne für ihn als Chef der Einbürgerungskommission. Er hob auch hervor, was in Sachen Hochwasserschutz in Itens Amtszeit lief. «Sarnen hat sich unter deiner Führung fantastisch entwickelt», sagte Finanzchef Küchler. Er meint damit ausdrücklich den finanziellen Bereich sowie die Infrastruktur. «Es ist ein Unternehmen Sarnen entstanden», bilanzierte Küchler und meinte: «Manfred Iten ist ein sehr umsichtiger Mensch.» Er sage «Danke, danke im Namen der Ratskollegen und der Einwohner Sarnens».

Seit 2008 dabei

Iten gehörte dem Gemeinderat seit 2008 an. 2010 wurde er in stiller Wahl als Nachfolger des neuen Regierungsrats Paul Federer zum Gemeindepräsidenten gewählt. Er hatte die präsidialen Geschäfte bereits ein paar Tage vorher übernommen.

«Wohl des Tals im Zentrum»

Engelberg mu. Am Schluss gab es einen grossen Applaus der Talgemeinde, der letzten, die Martin Odermatt (Bild) als Engelberger Talammann geleitet hat. Ende Juni übergibt er das Amt an Alex Höchli – nach 16 Jahren konnte er aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht mehr zu den Wahlen für den Einwohnergemeinderat antreten.

Statthalterin Brigitta Naef würdigte die Verdienste Odermatts ausführlich. Und dazu hatte sie einen Blick auf die Statistik geworfen. «Du warst an 594 Gemeinderatssitzungen anwesend», rechnete sie den 150 Personen im Kursaal vor. Und bei 8400 Beschlüssen habe er mitgewirkt.

Einsatz beim Hochwasser

«Unvergesslich für uns alle bleibt dein Einsatz beim Hochwasser 2005», rief Naef schwierige Momente für das Hochtal in Erinnerung. Odermatt war damals Präsident der Gemeindeführungsorganisation. «In dieser schweren Zeit hast du grosse Führungsqualität bewiesen», so die Statthalterin.

Talammann 2011

«Für dich stand immer das Wohl des Tals und seiner Bevölkerung im Vordergrund», hielt sie fest. Erst recht, als er Anfang 2011 das Amt des Talammanns angetreten habe. Er sei mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität geblieben und sei hingestanden, egal ob schönes oder stürmisches Wetter angesagt war. «Aufgeben war noch nie dein Ding», hielt Naef fest. Sie erinnerte an seine Zeit als aktiver Schwinger: «Sein Leitspruch ‹Schwingen lernt man dann, wenn man auf den Rücken fällt› sagt sehr viel aus über den Menschen Martin Odermatt.»

Hinweis

Als Vierte in der Runde der abtretenden Gemeindepräsidenten Ob- und Nidwaldens wird am 1. Juni in Stans auch Beatrice Richard-Ruf verabschiedet. Wir kommen darauf zurück.

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