EMMETTEN: Der Wald wird gefällt – zum Schutz

Die Forstwarte rückten den Bäumen zu Leibe. Sie waren alt und teilweise von der Eschenwelke befallen – und darum für die Autofahrer zu einem Sicherheitsrisiko geworden.

Matthias Piazza
Drucken
Teilen
Die Kantonsstrasse bei Emmetten und die gefällten Bäume aus der Vogelperspektive. (Bild: Christian Perret (7. Februar 2017))

Die Kantonsstrasse bei Emmetten und die gefällten Bäume aus der Vogelperspektive. (Bild: Christian Perret (7. Februar 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Autofahrer mussten sich in den vergangenen zwei Wochen auf der Fahrt von Beckenried nach Emmetten oder zurück minutenweise in Geduld üben. Der Grund: Im Wald oberhalb der Kantonsstrasse, die sich in Serpentinenform den Berg hinaufschlängelt, hat die forstliche Arbeitsgemeinschaft der Genossenkorporationen Emmetten und Beckenried aufwendige Forstarbeiten durchgeführt. Es geht vor allem um die Sicherheit der Strassenbenützer. «Viele Buchen, Eschen und Fichten sind schon 80 Jahre alt und dürr. Zahlreiche Eschen sind von der Eschenwelke befallen. Der heimtückische Pilz lässt die Bäume absterben», erklärt der verantwortliche Betriebsleiter Peter Odermatt. «Die Bäume werden so ihrer Rolle als Schutzwald nicht mehr gerecht – im Gegenteil. Sie wurden zu einem Sicherheitsrisiko, sind instabil und anfällig auf Windstösse.»

Knapp 120 Kubikmeter alte und kranke Bäume hat das vierköpfige Forstteam in den vergangenen fast drei Wochen gefällt – dank idealer Wetterbedingungen kam man schneller voran als geplant.

Das Erscheinungsbild des Gebiets wurde ziemlich verändert. Wo noch bis vor kurzem hohe Bäume standen, ragen nur noch Baumstrünke aus dem Boden. Doch Peter Odermatt ist überzeugt, dass sich der Wald schnell erholt. «In etwa zwei Jahren wird das Gebiet bereits wieder bewaldet sein.» Überhaupt schaffe der Holzschlag auch wieder Platz für Jungbäume und Sträucher, welche die Strasse noch effektiver vor Erosionen und den faustgrossen Steinen schützen würden, welche sich in diesem Hang lösen könnten. Und auch die Tierwelt würde diesen Niederwald schätzen, da er ein besseres Nahrungsangebot und bessere Versteckmöglichkeiten biete.

Der Zeitpunkt der Forstarbeiten wurde nicht zufällig ausgewählt. «Im Winter fliessen keine Säfte durch den Stamm. Das Holz ist dann ziemlich trocken und ideal zum Weiterverarbeiten», meint Odermatt. Daraus werden nämlich Brennholz und Holzschnitzel. Diese nutzt man für die Holzschnitzelheizung der Genossenkorporation Beckenried.